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Blattsee

Voller Ehrfurcht stehe ich vor dem Wald, meinem Zuhause. Normalerweise kommen mir seine Bäume und andere Lebewesen so friedlich vor. Aber heute ist es anders. Die Eichen und Fichten schaukeln im kühlen Herbstwind umher, drohen umzukippen, tanzen einen wilden Höllentanz. Bedrohlich wackeln die Äste und Blätter, als wollen sie mich erschlagen und unter sich begraben. Mein ganzer Körper bebt vor Angst, als sich plötzlich das dichte Unterholz öffnet und eine Katze aus dem Wald hervortritt.

Mit leichten Pfotenschritten läuft die schwarze Katze direkt auf mich zu. Ihr dunkles Fell liegt eng an ihrem Körper an und bringt den schmalen, dünnen Körper zum Vorschein. Der Duft der Katze kommt mir seltsam vertraut vor. Nun ist sie nur noch wenige Pfotenschritte entfernt von mir. Plötzlich hält sie an.

»Hallo, Blattsee.«, schnurrt eine tiefe Stimme, die mich zusammenzucken lässt. »Erkennst du mich nicht?« Natürlich erkenne ich dich, denke ich, du bist... »Krähenfeder.«, murmele ich leise und erschrecke, als ich merke, dass ich laut gedacht habe. Ich will weiterreden, aber es kommt kein Ton. Dann verschwimmt die Welt um mich herum, ein lautes Brausen betäubt meine Ohren. Dann höre ich plötzlich nichts mehr und erkenne nur noch ein grelles Licht.

Auf einmal wache ich auf. Nur ein Traum!, denke ich. Ich rolle mich wieder in meinem Nest aus weichem Moos zusammen. Mein Bau ist in vollkommene Dunkelheit getaucht und ich sehe nicht, wie pötzlich ein dunkler Kater vor mir steht und leise zu mir sagt

»Gute Nacht, Blattsee.«

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