FANDOM


Kurzbeschreibung

Die Short Story spielt vor der eigentlichen Geschichte Sandsturms Geheimnis. Sie ist aus Sandsturms Sicht geschrieben und handelt davon, wie es dazu kam, das Sandsturm ihre ersten Junge dem FlussClan überließ.

Geschichte

Sandsturm litt Schmerzen, als ihre drei Töchter zum ersten Mal das Licht der Welt erblickten. Die ganze Zeit hatte sie das Gefühl, Feuerstern zu betrügen. Zu recht. Er würde sie wie ein Vater aufziehen und die Jungen würden auch denken, dass er es war. Und es sah auch keins nur annähernd wie er aus. Eins war hellbraun mit dunkelbraunen und schwarzen Flecken, eins war Steinfells und eins war Sandsturms Ebenbild. Die hellbraune erinnerte sie an Blattstern. "Blattjunges" Sie testete, wie er klang. "Blattjunges" Nicht schlecht! "Steinjunges?" Nein. Das klang nach einem Kater. Aber wenn ihre Tochter wie Steinfell aussah, ähnelte sie auch gleichzeitig Nebelfuß. "Nebeljunges!" Ein wunderschöner Name. Und das dritte? Sie sieht aus wie ich. Oder Löwenherz. Sandjunges? Nein, das ist egoistisch. Löwenjunges? Ja. Das klingt wie eine mutige Kriegerin. Rußpelz betrat die Kinderstube. "Feuersterns Husten wird langsam besser. Lass mich nur kurz dich untersuchen." "Mit mit stimmt alles!", murrte die Königin. Rußpelz ließ sich nicht beeinflussen und tastete Sandsturms Bauch ab. Dann beschnupperte sie die Jungen. "Alles okay. Feuerstern wird sie sich morgen angucken können!" Sie verließ den Bau wieder. Morgen? Es sind nicht seine Jungen! Es sind nicht seine Jungen! Unruhig fiel sie in einen leichten Schlaf. "Sandsturm!", weckte sie eine altvertraute Stimme. Täuschte sie sich oder war das ihre alte Anführerin? Blaustern stand wahrhaftig vor ihr. "Ich bin sehr stolz auf meine Enkelinnen. Du hast schöne Namen gewählt. Aber Leopardenstern weiß von der Sache zwischen dir und Steinfell. Sie ist mächtig sauer und überlegt es zu verraten." "Was kann ich dagegen tun?" "Ein Tauschhandel vielleicht." "Was kann ich ihr denn bitte schon geben?" Doch Sandsturm ahnte, woran sie dachte. "Du weißt es genau." "Aber sie sind meine Jungen!" "Aber nicht Feuersterns. Du belügst ihn tagtäglich! Wenn du sie Leopardenstern gibst, ist es damit vorbei. Du kannst wieder Junge kriegen, von Feuerstern! Im Gegensatz zu mir damals!", murmelte sie. "Sind jetzt alle Junge mit deinem Blut dazu verdammt, den Clan zu wechseln?", zischte Sandsturm. "Ich will nur das beste für dich und die kleinen!", fauchte Blaustern. "Sie hat recht.", flüsterte eine bekannte Stimme neben ihr. Schmerz flammte in Sandsturms Brust auf. "Steinfell.", wisperte sie. "Oh Steinfell, warum musstest du nur sterben?" "Böses Schicksal.", meinte er traurig. Sandsturm wollte ihre Schnauze in seinem Pelz vergraben, doch er wich zurück. "Du hast jetzt Feuerstern.", miaute er sanft. "Bist du denn nicht böse?" "Nein. Ich liebe dich zu sehr, um deinem Schmerz weiterhin freien Lauf zu lassen." "Steinfell, ich liebe euch beide!" "Ich komme aber nicht mehr in Frage.", sagte der FlussClan-Kater leise. "Ich liebe unsere Jungen und ich werde sehr stolz auf sie sein. Meine Töchter. Ich wünschte, sie könnten mich richtig kennenlernen. Aber wenn Leopardenstern dem Clan erst mal erzählt, dass ich der Vater von DonnerClan-Jungen bin, wird keiner mich mehr mögen. Sie werden wie Abschaum über mich sprechen." Er senkte den Kopf. "Lebe wohl, Sandsturm! Pass auf unsere Jungen auf." Er begann sich aufzulösen. "Nein, Steinfell, warte!", wimmerte sie. Er schüttelte kaum merklich den Kopf. "Was hast du denn mit Steinfell zu tun?", fragte Rauchfell angewidert, die offenbar den letzten Satz mitbekommen hatte. "Nichts!", log Sandsturm, die durch die harte Stimme geweckt worden war. "Kannst du kurz auf meine drei aufpassen?" "Sie sind vor ein paar Stunden geboren worden und du willst sie jetzt schon alleine lassen?" "Bin bald wieder da.", versprach die sandfarbene Kätzin. Sie trabte zu den Sonnenfelsen. Auf der anderen Seite fischte Nebelfuß. "Nebelfuß", rief sie. "Oh, hallo Sandsturm! Was gibt's?" "Ich muss mit Leopardenstern sprechen!" "Sofort?" "Sofort. Meine Jungen warten." "Oh, du hast Junge? Wie wunderbar! Richte Feuerstern meine Glückwünsche aus!" Warum dachte jeder, dass der DonnerClan-Anführer der Vater der Jungen war? "Es ist nicht so wie du denkst!" Die gelbbraune Kätzin trabte über die Trittsteine zu Nebelfuß und erzählte ihr alles. "Dann bin ich ja Tante!", sagte sie verwundert. "Und es ist total süß von dir, dass du eines nach Steinfell und mir benannt hast." Sie schwieg kurz. "Hast du ihn wirklich gesehen?" "Ja. Er sagte, ich dürfte Feuerstern lieben und er würde sehr stolz auf die Jungen sein." "So ist er nunmal." Stolz auf ihren Bruder reckte Nebelfuß den Kopf. "Komm, ich bring dich zu Leopardenstern."

Als sie im FlussClan-Lager ankamen, lief ihnen gleich ein Junges entgegen. "Das ist Schwarzjunges.", schnurrte Nebelfuß. "Mein Sohn." "Das ist ja toll!", miaute Sandsturm. "Nebelfuß?" Leopardenstern kam aus ihrem Bau. "Warum bringst du diese Kätzin mit?" "Sie will mit dir sprechen." "Ab in meinen Bau!", befahl die Anführerin. "Du auch, Nebelfuß!" Der Bau war geräumig, eine ganze Patrouille hätte darin Platz gefunden. "Was ist los?" In ihren Augen lag ein gefährliches Blitzen und in ihrer Stimme ein Zischen. "Was muss ich dir geben, damit du es nicht verrätst?", fragte Sandsturm. Leopardenstern schwieg. "Du willst die Jungen, oder?" "Sie sind ebenfalls mit dem FlussClan verwandt." "Genauso wie Federschweif und Sturmpelz", fauchte die Königin. "Du hast uns schon diese Jungen genommen, willst du uns auch noch andere nehmen?" "Ich dachte immer, Steinfell wäre loyal. Aber seit er wusste, dass in ihm DonnerClan-Blut fließt, interessierte er sich nicht mehr für Treue und Clangefährten. Es war ihm egal. Dem DonnerClan werden sie untreu werden, im FlussClan nicht." "Das glaubst auch nur du!" "Junge oder Wahrheit. Du kannst entscheiden. Ich glaube aber kaum, dass Feuerstern dann noch dein Gefährte sein will." Sandsturm seufzte. "Ich bringe heute Nacht die Jungen zum Fluss." "Eine kluge Entscheidung. Nebelfuß wird sie abholen. Wenn du einverstanden bist, wirst du Pflegemutter." "Ich bin ihre Tante. Natürlich nehme ich sie!", schnurrte Nebelfuß. "Ich war damals schon traurig, dass ich nur ein Junges bekam, doch jetzt werde ich gleich vier haben." Übelkeit überkam Sandsturm bei dem Gedanken, dass ihre Jungen nach Fisch stanken und das Wasser liebten. Wenigstens würde Nebelfuß ihre Mutter werden.

Bei Sonnenuntergang dämmerte sie kurz weg. Wieder erschien ihr Blaustern, doch zu ihrer Enttäuschung war Steinfell nicht dabei. "Du hast die richtige Entscheidung getroffen. Schmerzvoll, aber richtig. Weißt du, ich habe in die Zukunft geschaut. Du musst deinen Jungen spätestens wenn sie Schüler werden die Wahrheit mitteilen. Es wird in Zukunft ebenfalls Lügen über Herkünfte geben und diese Katzen verzeihen nicht so schnell wie Steinfell und Nebelfuß." "Sind sie mit mir verwandt? Haben sie etwas mit dem DonnerClan zu tun?" "Eigentlich dürfte ich dir das nicht verraten." Die SternenClan-Kätzin seufzte. "Aber ja. Sie sind mit dir verwandt und sie gehören zum DonnerClan." Sandsturm schluckte. "Sag Steinfell, dass ich ihn über alles liebe, aber ich mich für Feuerstern entscheiden muss, so wie er es gesagt hat. Bitte ihn, mich wenigstens in meinen Träumen zu besuchen." "Das werde ich!", versprach die Anführerin. "Und er wird, wie ich ihn kenne, jede Nacht besuchen kommen." Tagsüber hatte sie Feuerstern - und nachts Steinfell. Das klang doch nicht schlecht.

Bei Mondhoch schlich sie sich mit einem Jungen nach dem anderen aus dem Lager. Sie würde erzählen, ein Streuner sei hier gewesen und hätte sie geklaut, als Sandsturm geschlafen habe. Es tut mir leid, Feuerstern! Es tut mir leid, dass es nicht deine Junge sind und es tut mir leid, dass ich so tun muss, als wären deine Junge gestorben! Sie brachte ein Junges immer ein Stück weg, so dass sie die anderen noch gut sehen konnte, dann holte sie die anderen. Am Fluss erwartete Nebelfuß sie. "Ich habe diese Jungen auf der Zweibeinerbrücke gefunden.", meinte Nebelfuß. "Also, zumindest ist das die Lüge." Mit einem Blick auf Sandsturm fügte sie hinzu: "Ich werde mich gut um sie kümmern, mach dir keine Sorgen. Das bin ich Steinfell schuldig. Ich hätte an seiner Stelle sterben sollen." Sie senkte den Kopf. Sandsturm leckte jedes der frisch geborenen Junge über den Kopf, dann schob sie sie zu Nebelfuß hin. "Auf Wiedersehen meine Kleinen." Sie schluchzte. "Wir... Wir sehen uns auf Großen Versammlungen." Nebelfuß leckte Sandsturm einmal über den Kopf, als wollte sie ihr Junges trösten, dann brachte sie die Jungen über die Zweibeinerbrücke. Jetzt werde ich noch einmal Schwachsinn erzählen und dann ist es vorbei mit den Lügen!

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.