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DISCLAIMER: Diese Story wird zurzeit überarbeitet!

Just one Moment (eng. Nur ein Moment) ist eine Story von Efeuwolke.

Viel Spaß beim Lesen :)

Cloud Ein Moment. Ein Wort. Eine Welt.

Hier geht's zu den Clans:

Kurzbeschreibung

Hannah ist eine junge Kätzin voller Lebenslust und Neugier. Ihr langweiliges Hauskätzchendasein treibt sie in den Wald, wo sie wilde Katzen und endlose Freiheit vorfindet.
Sie schließt sich dem MoorClan an, nur um bald herauszufinden, dass sie finstere Verwandtschaft besitzt, welche den Clan Katzen einst das Leben schwer gemacht hat. Hannah wird gezwungen große Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung wiegt schwer auf ihren jungen Schultern.
Wald oder Zweibeiner, MoorClan oder HeideClan, Familie oder Freunde, Würde oder Stolz, Liebe oder Treue, und am wichtigsten: wird sie in die Fußstapfen ihres Vaters folgen und sein dunkles Versprechen einlösen?
Jedoch sind die Linien zwischen diesen Dingen oft hauchdünn, schwer zu erkennen und leicht unbewusst zu überschreiten…

Prolog

Ein Heulen zerschnitt die Nacht.
Wütendes Fauchen und Knurren erfüllte die Senke, leuchtende Augenpaare beobachteten das Geschehen.

Auf der Mitte der Lichtung standen sich vier große, kräftige Kater gegenüber, das Fell gesträubt und die Ohren angelegt. Der größte Tigerkater trat vor seinen Gegenüber, einem etwas kleineren dunkelgrauen Kater. Dieser hob stolz das Kinn in die Höhe und fletschte die Zähne.
„Ich muss mir deinen Vortrag nicht länger anhören“, knurrte er und schnippte mit dem Schwanz.

Der Tigerkater kam ihm so nahe, das sich ihre Nasen beinahe berührten.
Leise und mit bedrohlichem Unterton zischte er ihm zu: „In der Tat. Denn du wirst jetzt sofort das Lager verlassen. Wenn ich dich noch einmal auf unserem Territorium oder auch nur in seiner Nähe sehe, werde ich dich persönlich in Stücke reißen.“
Der Graue lachte rau und höhnisch. „Ich habe keine Angst vor dir und deinem Gesindel Ginsterstern. Dein geliebtes Gesetz der Krieger verbietet dir mich zu töten.“
Einer der zwei anderen Kater hinter Ginsterstern widersprach: „Das ist so nicht wahr. Verräter des Gesetzes sind eine Ausnahme.“ Er funkelte seinen Gegner an und die Krallen seiner riesigen Pfoten blitzten im fahlen Licht des Mondes.

Immer noch schien der Graue unbeeindruckt. Er legte den Kopf schief und fragte: „Was wollt ihr ohne mich machen? Niemand hier kann mir erzählen, dass euer toller Anführer diesen Clan unter Kontrolle hatte.“
Wirbelnd wandte er sich zu den anderen Katzen um, welche in den Schatten der Büsche auf den Ausgang dieser Situation warteten. Ein paar jüngere Katzen zuckten erschrocken zurück, während sich die älteren Krieger kampfbereit anspannten. Sie warteten nur auf Ginstersterns Zeichen.

„Euer Zweiter Anführer wurde direkt unter euren Schnauzen umgebracht“, grollte er anklagend, „und niemand hat die Wahrheit dahinter erkannt. Es hat einen ganzen Blattwechsel gedauert bis dieser Feigling von Schüler sein Maul geöffnet hat!“
Der Graue nickte in Richtung eines kleinen Kater mit Pinselohren, welcher die Ohren ängstlich anlegte und sich auf den Boden presste. Der zweite Kater hinter Ginsterstern sprang vor den Schüler und fauchte seinen Gegener an. Warnend hob er die schwarzen Pfoten.
Grob schubste er seinen Gegenüber wieder auf die Mitte der Lichtung und knurrte: „Wo ist dein letztes Stück Würde Dunkelzahn? Ist es nicht genug, dass du deinen eigenen Bruder umbringen musstest um an die Macht zu kommen? Und jetzt verurteilst du deinen Schüler dafür, dass er dem Gesetz und seinem Clan treu geblieben ist?“

Dunkelzahn wurde von den drei Katern eingekreist. Zum ersten Mal zeigte er Anzeichen der Nervosität.
Ein Raunen ging durch den Rest der Clan- Mitglieder. Die Lage spitzte sich sichtbar zu.

Ginsterstern erhob seine Stimme: „Es reicht! Wenn du nicht auf der Stelle sterben willst, würde ich dir empfehlen von hier zu verschwinden.“ Entschlossen drängte er Dunkelzahn zum Ausgang des Lagers.
„Ich, Ginsterstern, Anführer des HeideClans, verbanne dich aus dem Clan und verweise dich lebenslang vom Territorium des Clans. Du hast das Gesetz der Krieger mehrmals gebrochen und kein einziges Mal Reue oder Besserung gezeigt. Außerdem gebe ich jedem Krieger dieses Clans die Erlaubnis, dich sofort zu attackieren und wenn nötig zu töten wenn du versuchst zurückzukehren.“

Er zeigte die Zähne und seine Augen blitzten. Man konnte ihm ansehen, wie gerne er den Verräter auf der Stelle in Fetzen reißen würde.
Dunkelzahn funkelte zurück, erkannte jedoch dass er keine andere Wahl hatte, als zu verschwinden. Mit stolz gerecktem Schwanz drehte er sich um und er marschierte zum Ausgang.
Der Clan schien kollektiv erleichtert auszuatmen, doch plötzlich drehte sich der Krieger noch einmal um.
„Ihr könnt mich vertreiben, wenn ihr euch dadurch sicherer fühlt“, jaulte er, „aber in ein paar Monden werdet ihr mich wiedersehen.“

In der Nacht schienen seinen Augen bodenlose, schwarze Steine zu sein. Keine einzige Reflektion des Lichts spiegelte sich in ihnen.
Ein kleines Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
„Auch wenn ihr mich zuerst nicht wiedererkennen werdet. Mein Vermächtnis wird euch büßen lassen und ihr werdet euch wünschen mich nie verjagt zu haben.“
Dann verschwand er mit wirbelnden Pfoten in der Finsternis.

Ginsterstern wandte sich seinen Brüdern zu.
„Was er wohl damit gemeint hat?“, fragte er leise genug, damit der Rest des Clans es nicht hören konnte.
Der Kater mit den riesigen Pfoten antwortete: „Mach dir nicht zu viele Sorgen. Er ist verbittert und besiegt, wahrscheinlich wollte er unseren Katzen nur unnötig Angst einjagen.“ Der andere nickte: „Sehe ich auch so. Kommt, wir sollten den Clan beruhigen. Außerdem musst du einen neuen Zweiten Anführer ernennen Ginsterstern.“
Der Anführer unterdrückte ein Seufzen. Hoffentlich hatten seine Brüder Recht, und Dunkelzahn’s düsteres Versprechen waren nur leere Worte gewesen. Aber ein Gefühl der Sorge blieb zurück und ließ seine Glieder bleischwer werden. Er musste stark bleiben.
Für seinen Clan.

1.Kapitel

Hannah

Hannah wurde von dem Gefühl erstickt zu werden grob aus dem Schlaf gerissen. Sie quiekte entsetzt auf und versuchte, sich unter der Last hervorzuwinden, aber sie schien nur noch schwerer zu werden. Endlich wurde das Gewicht von ihr gehoben und sie schnappte nach Atem.

„Crash! Was fällt dir eigentlich ein deiner Schwester so einen Schrecken einzujagen!“, ertönte das wütende Fauchen ihrer Mutter. Hannah blinzelte und erkannte ihren größeren Bruder, welcher soeben von Alice ausgeschimpft wurde. Er hatte die Ohren reumütig angelegt, aber an dem Funkeln in seinen Augen erkannte die Kätzin, dass es ihm nicht sonderlich Leid tat.

Verlegen über ihre Wehrlosigkeit fing sie an, sich das Brustfell zu glätten. Alice wandte sich endlich von Crash ab und ließ ihn zurück zu seinen Brüdern, und schnüffelte besorgt an ihrer Tochter herum. „Ist alles in Ordnung? Hat er dir irgendwie wehgetan?“
Hannah duckte sich unter ihrer Mutter weg, als diese sie fürsorglich an sich ziehen wollte. „Es geht mir gut“, beruhigte sie ihre Mutter, „Ich glaube ich muss kurz in den Garten.“ Alice verengte die Augen. „Ich habe bemerkt dass du in letzter Zeit öfters draußen warst.“
Hannah zuckte mit den Schultern. „Ich schaue gerne in den Wald hinaus.“ Ihre Mutter sträubte das weiße Fell. „Nun gut. Aber wehe dir wenn ich dich dabei erwische dass du über den Zaun springst! Das könnte ich noch gebrauchen, dass du dort hinausläufst und dich verirrst!“ Sie blickte über ihre Tochter hinweg und wedelte mit dem Schweif um ihre Brüder herzuholen.

„Jungs, eure Schwester will in den Garten hinausgehen und ich möchte dass ihr sie begleitet und auf sie aufpasst.“ Ihr strenger Blick galt vor allem Crash und Allen. „Und hört auf sie andauernd zu ärgern. Selber würde es euch auch nicht gefallen, oder?“. Crash verdrehte genervt die Augen, Allen jedoch sank beschämt den Blick. Ben stupste Hannah freundlich an und deutete mit dem Kopf Richtung Garten. „Lass uns gehen.“

Hannah atmete begierig die Gerüche des Waldes ein. Ben saß neben ihr auf dem Zaun, und putzte sich mit schläfrigen Bewegungen den Pelz. Sein Schweif hing entspannt in den Garten hinab, während Hannahs angespannt zuckte. Wie gerne sie jetzt vom Zaun springen würde und eine Erkundung in den Wald beginnen würde. Unauffällig warf sie einen Blick in den Garten, wo Crash und Allen miteinander rauften. Die beiden würden ihr Verschwinden nicht einmal bemerken.

Aus den Augenwinkel sah Hannah in das Innere des Zweibeinerbaus, in den Korb, wo ihre Mutter zusammengerollt lag und scheinbar schlafen zu schien. Vielleicht, nur vielleicht, könnte sie kurz auf der anderen Seite des Zauns den Boden berühren und das verlockend duftende Gras unter den Pfoten spüren…
Sie seufzte laut auf und erweckte die Aufmerksamkeit ihres Bruders. Ben unterbrach seine Wäsche und sah sie besorgt an. „Was ist los?“ , fragte er und berührte sie sanft an der Schulter.
„Ich habe mich nur gefragt was dort draußen ist“, antwortete sie zögerlich, „du weißt schon, im Wald.“ Bens Augen weiteten sich überrascht und leicht ängstlich. „Wieso willst du das wissen? Da gibt es bestimmt gefährliche Monster oder Löcher im Boden oder riesige Vögel die dich einfach vom Boden hochheben und mitnehmen oder-„
„Ich habe schon verstanden“, unterbrach Hannah das Stammeln ihres Bruders. Offensichtlich empfand der weiße Kater kein Interesse daran, jemals eine Pfote in den Wald zu setzen. Sie seufzte noch einmal, diesmal leiser.

Plötzlich nahm Hannah ein Rascheln in dem nächstgelegensten Busch an ihrem Garten wahr. Es wahr nur ein Herzschlag lang zu sehen gewesen, doch lange genug, um ihr Interesse zu erwecken. Ihre Schnurrhaare bebten vor Ungeduld und ihre Hinterbeine zitterten weil sie sie so stark anspannte, bereit jederzeit loszusprinten.
Doch kurz bevor sie losstürzte, zog jemand mit einem heftigen Ruck an ihrem Schweif, sodass sie rücklings in den Garten und vom Zaun purzelte. Vergnügtes Lachen ertönte und verärgert schüttelte sich Hannah den Dreck aus dem Fell.
Allens Augen leuchteten belustigt und er schnippte mit dem Schweif. „Na komm Schwesterherz, Mutter hat uns gerufen. Sie will nicht dass wir bei Nachteinbruch noch hier draußen sind.“ Hannah schaute in den Himmel und war erstaunt, dass die Dämmerung angebrochen war, ohne dass sie es wirklich bemerkt hatte.

Ohne das sie es verhindern konnte, fragte sie sich, wie es wäre die Nacht draußen zu verbringen. Und einmal mehr sehnte sie sich nach den Düften und den verborgenen Weiten des Waldes und allem, was dahinter wohl liegen mochte.

2.Kapitel

Drosselblatt

"Drosselblatt! Drosselblatt!"
Die getigerte Kätzin hob in einer fließenden Bewegung den Kopf, leicht verärgert, weil ihr die Wühlmaus aufgrund des Lärms entkommen war. Keuchend blieb ihr Schüler Nesselpfote vor ihr stehen. Seine braunen Augen leuchteten vor Aufregung.
"Beim SternenClan, musstest du unbedingt so laut sein? Du verscheuchst die ganze Beute von hier bis zum Fluss und wieder zurück!", schalt sie ihn streng. Kurz zuckte der junge Kater verlegen mit den Ohren, fing sich aber schnell wieder. Er antwortete: "Tut mir Leid, aber ich habe bei der Grenze zum Zweibeinerort etwas gesehen!"
Drosselblatt schnippte interessiert mit den Ohren, zeigte mit dem Kopf allerdings Richtung Lager. "Du kannst es mir erzählen während wir die Beute einsammeln. Wir sollten vor vor Sonnenuntergang im Lager sein, ich muss die Patrouillen für Mondhoch einteilen." Nesselpfote nickte und hüpfte ihr hinterher.

"Also, ich habe zwei Hauskätzchen beobachtet", miaute er, bevor er über ein paar Baumstumpfe springen musste. Drosselblatt schnaubte belustigt und erwiderte: "Nun komm Nesselpfote, Hauskätzchen beim Zweibeinerort sind keine Seltenheit." Ihr Schüler kräuselte etwas beleidigt die Nase. "Natürlich nicht. Aber eins der beiden sah so aus, als wollte es gleich in den Wald sprinten, so angespannt war es!"
Die Zweite Anführerin blieb bei einem Farnbüschel stehen und zog die beiden Tauben darunter hervor, welche sie vor einiger Zeit gefangen hatten. Sie forderte Nesselpfote auf, eine davon zu tragen, und sagte dann: "Du hast offensichtlich sehr scharfe Augen Nesselpfote, gut gemacht. Ich werde Schneestern davon berichten."
Aufgrund der Taube in seinem Maul konnte der matschfarbene Schüler nicht antworten, jedoch zuckte seine Schwanzspitze zufrieden. Die beiden Katzen legten den Rest des Weges schweigend zurück, und sahen in der Ferne hinter den Baumspitzen die Farben der untergehenden Sonne.

Schneestern schleckte sich die letzten Reste seines Abendmahls vom Maul und steckte dann die Pfoten unter den Bauch. Er ruhte gemeinsam mit Drosselblatt und seiner Schwester Lichtwirbel unter dem Versammlungsfelsen vor dem Anführerbau.
"Ich denke nicht, dass uns ein neugieriges Hauskätzchen viel Ärger bereiten wird. Aber wenn du willst, kannst du in den nächsten Tagen verstärkte Patrouillen zu den äußeren Hochfichten schicken. Falls das Hauskätzchen dann doch einen Ausflug in den Wald versucht, können wir es rechtzeitig verscheuchen", meinte er an Drosselblatt gewandt, "Jagt ihm allerdings keine Angst ein. Es ist wahrscheinlich nur ein kleiner Anfall von Abenteuerlustigkeit einer Jungkatze." Lichtwirbel schnurrte belustigt: "Jeder von uns kennt solche Anfälle."

Ihre Augen waren auf Gewitterpfote gerichtet, welcher um seinen Mentor Regenfleck herumtänzelte und darauf wartete, dass die Mondhochpatrouille das Lager verließ. Regenfleck begrüßte nickend Blitzschweif und Dunkelflug, dann verschwanden die Katzen hinter der schiefen Felsplatte, welche als Lagereingang galt.
Die Lichtung leerte sich allmählich, die Katzen legten sich in ihren Bauen schlafen. Drosselblatt beobachtete schläfrig, wie Eulenruf in die Kinderstube schlüpfte um seiner Gefährtin Bernsteinblick Gesellschaft zu leisten, da sie die einzige Königin war.

Lichtwirbel stand auf und streckte die Beine durch.
"Ich werde mich jetzt auch in den Kriegerbau begeben", gähnte sie ausgelassen, "kommst du mit?" Drosselblatt nickte und stand gleichzeitig mit Schneestern auf. Sie schnippte ihrem guten Freund und Anführer ans Ohr und wünschte ihm eine gute Nacht.
Gemeinsam mit Lichtwirbel schlängelte sie sich durch die bereits schlafenden Krieger zu ihrem Nest weiter in der Mitte. Sie drehte sich ein paar Mal um die eigene Achse, dann ließ sie sich nieder und glitt in einen traumlosen Schlaf.

3.Kapitel

Fortsetzung folgt!

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