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Klappentext

Als der Anführer und Stellvertreter des kristallClans stirbt geschieht das, für Frischjunges, unmöglichste!

Geschichte

Die Dämmerung war gerade angebrochen und Nebel legte sich über die Lichtung. Es war Beginn der Blattleere. Im Lager des KristallClans, in der Kinderstube bekam eine junge Kriegerin, namens Eiswasser, ihre Jungen. Die erfahrene Heilerin Frostfell und ihr Schüler Schwarzmond waren bei ihr. Ein nervöser Krieger mit hellbraunem Fell trottete im Lager auf und ab. ,,Habichtpelz! Beruhig dich, sie ist nicht die erste Kätzin, die Junge bekommt", schnurrte Taubenfeder belustigt. Habichtpelz knurrte nur als Antwort und stolzierte weiter. Als der Mond hoch am Himmel stand und das Lager verlassen war, erschienen Frostfell und Schwarzmond im Eingang der Kinderstube. ,,Und wie geht es ihr?", fragte Habichtpelz, der aufgesprungen war. ,,Es sind zwei. Zwei Kätzinnen", antwortete Frostfell. ,,Kann ich zu ihr?" Frostfell nickte ihm als Antwort zu.  Der hellbraune Kater schlich in die Kinderstube. Süßer Duft umhüllte ihn und als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er seine Gefährtin und zwei winzige Fellbündel, die sich an ihren Bauch gekuschelt hatten, erkennen. ,,Sie sind wunderschön!", schnurrte Habichtpelz. ,,Nicht wahr?", erwiderte Eiswasser schwach. ,,Hast du dir schon Namen für sie überlegt?", fragte er weiter. ,,Ja", sie deutete auf ein braunes Junges mit weißen Tupfen, ,,ihr Pelz sieht aus wie der Frost der sich über Nacht im Lager bildet, ich würde sie gern Frostjunges nennen." Habichtpelz schnurrte: ,,Schön", er blickte auf das kleine reinweiße Junge, ,,als ich draußen gewartet habe, war überall weißer Nebel, es hat wunderbar frisch grochen, ich würde sie gerne Frischjunges nennen, weil sie genauso zart und klein ist wie die Nebelkörnchen." ,,Sehr schön", Eiswasser ließ schwach den Kopf sinken. ,,Ich komme Morgen früh wieder", flüsterte Habichtpelz liebevoll und schlich leise aus der Kinderstube um auch die anderen Königinnen, die schon längst schliefen, nicht zu wecken...

Zwei Monde später...

Ich sprang vergnügt aus der Kinderstube. Überall im Lager lag Schnee und ich musste niesen, als mir eine Focke auf die Nase viel. Die anderen Jungen waren schon draußen und spielten. Ich stürzte mich auf Wildjunges. ,,Heute besiege ich dich!", knurrte ich. Doch Wildjunges brauchte sich bloß zu schütteln und ich viel von seinem Rücken. ,,Du bist viel zu klein um mich zu besiegen!", schnurrte er belustigt. ,,Ich bin nicht klein!", sagte ich beleidigt. Frostjunges kam auf uns zu gesprungen. ,,Ich helfe dir!", rief sie und stürzte sich auf Wildjunges. Ich schloss mich ihr an und gemeinsam besiegten wir ihn. ,,Zwei gegen einen ist unfair!", murrte Wildjunges. Ich schnippte ihm mit dem Schwanz an die Brust. ,,Du hättest dir doch auch Hilfe holen können", ich schielte über seine Schulter. Donnerjunges und Flammenjunges spielten gemeinsam und Saphirjunges saß am Rand und sah zu. ,,Saphirjunges! Willst du mit uns kämpfen?", rief ich ihr zu. ,,Ich will nicht kämpfen!", erwiderte sie und scharrte im Schnee. ,,Na gut, dann lasst uns Moosball spielen. Spielt ihr mit?", fragte ich an Flammenjunges und Donnerjunges gewandt. Donnerjunges stimmte sofort zu, doch Flammenjunges zögerte. ,,Was ist?", fragte ich. ,,Mir...mir ist kalt", stotterte er, ,,Ich gehe zurück in den Bau." Er ging und seine Geschwister und Donnerjunges folgtem ihm verwundert. ,,Was ist denn mit ihnen?", fragte ich an meine Schwester gewandt. Doch Frostjunges sah den anderen nur verträumt hinterher...

In den folgenden vier Monden, wuchs auch ich endlich ein bisschen. Doch die anderen waren immer noch eine halbe Schwanzlänge größer und Flammenjunges soger eine ganze. Er war immer seltsamer geworden. Er hatte kaum mit mir gesprochen und verbrachte fast seine ganze Zeit mit Donnerjunges. Saphirjunges hatte sich dazu entschlossen Heilerin zu werden und verbrachte ihre Zeit damit Schwarzmond zu nerven, der nach Frostfell's Umzug in den Ältestenbau, Heiler geworden war. Also verbrachte ich viel Zeit mit Frostjunges und Wildjunges. Vor etwa zwei Monden wurde Donnerjunges Schüler und war seitdem kaum noch im Lager zu sehen. Saphirjunges, Wildjunges und Flammenjunges wurden einen Mond nach ihm ernannt. Die Kinderstube war wie leergefegt. Ich vermisste sie alle sehr. Vorallendingen Wildpfote und Saphirpfote. Ich warf einen Blick zu Flammenpfote, der am Frischbeutehaufen saß und ich musste an einen Morgen denken an dem er mich mal gefragt hatte ob wir uns eine Forelle teilen. Das war vor ungefähr eineinhalb Monden. Es war das erste mal das ich es für möglich hielt, dass er mich vielleicht doch nicht hasste. Obwohl es ziemlich überraschend für mich kam freute ich mich, denn ich hasste es wenn jemand mich nicht mochte. Aber jetzt war er genauso wie Donnerpfote kaum noch im Lager anzutreffen. Sie hatten ziemlich strenge Mentoren und ich hoffte das ich nicht so jemand bekommen würde. ,,Ich rufe alle Katzen, die alt genug zum jagen sind. Um sich hier am Hochfelsen zu versammeln!", rief Blitzstern zu uns herab. Endlich! Eiswasser bearbeitete meinen Pelz nochmal mit der Zunge. ,,Lass das", murrte ich und drückte mich vor ihrer Zunge. ,,Sei nicht so frech zu deiner Mutter!", sagte Habichtpelz mit gespielt strengem Blick. Ich senkte beschämt den Kopf. Wieder ertönte Blitzstern's raue Stimme vom Hochfelsen: ,,Ich feue mich euch alle hier begrüßen zu dürfen! Frostjunges und Frischjunges werden heute Schüler!", rief er als sich alle versammelt hatten. ,,Es geht los", flüsterte Eiswasser. Sie und Habichtpelz wünschten Frostjunges und mir noch Glück, dann war es soweit. ,,Frostjunges, Frischjunges kommt ihr bitte hier herauf", sagte Blitzstern zu uns. Frostjunges schritt vor mir elegant durch die Menge. Ich folgte doch auf einmal stolperte ich über meine eigenen Pfoten und viel hin. Du Mäusehirn! Wie kann man nur so tollpatschig sein? Die Katzen um mich herum schnurrten belustigt und ich leckte mir über das Rückenfell, um meine Verlegenheit zu verbergen und einen abstehenden Fellbüschel zu glätten. Jetzt wird mich keiner mehr ernst nehmen. Ich seufzte.  Auf dem Hochfelsen angekommen fuhr Blitzstern fort: ,,Frostjunges von diesem Tag an, bis zu deiner Ernennung zur Kriegerin, wirst du Frostpfote heißen. Der SternenClan ehrt deinen Mut und deine zielstrebigkeit. Erlange auf dem Weg zur Kriegerin weitere Fähigkeiten!" ,,Frostpfote! Frostpfote!", rief der ganze Clan. Blitzstern wandte sich mir zu: ,,Frischjunges von diesem Tag an, bis zu deiner Ernennung zur Kriegerin, wirst du Frischpfote heißen. Der SternenClan ehrt deine Stärke und deine Loyalität. Erlange auf dem Weg zur Kriegerin weitere Fähigkeiten!" ,,Frischpfote! Frischpfote!", ertönten die Stimmen des Clans. Ich blickte in die Menge und entdeckte Eiswasser und Habichtpelz die stolz jubelten. Dann sah ich zu Wildpfote und mir wurde warm unterm Pelz. Wir hatten in den letzten Monden so viel Zeit miteinander verbracht und ich hatte immer mehr angefangen ihn zu mögen. Blitzstern sprach weiter: ,,Frostpfote dein Mentor wird Lerchenfuß sein. Ich hoffe er gibt seine Tapferkeit und sein Kampfgeschick an dich weiter. Frischpfote deine Mentorin wird Morgenröte sein. Ich hoffe sie gibt ihre Entschlossenheit und Weisheit an dich weiter." Ich und meine Schwester begrüßten unsere Mentoren Nase an Nase. ,,Frostpfote! Frischpfote! Frostpfote! Frischpfote!", heulte der Clan erneut. Eine leichte Brise strich mir durch's Fell, doch die Wolken bedeckten die Sonne. Hoffentlich werden die nächsten Tage schöner...


In den darauf folgenden Tagen lernte ich das Territorium kennen. Im Schülerbau hatte ich mich zwischen Wildpfote und Flammenpfote eingenistet. Vor mir schlief Frostpfote und Donnerpfote schlief neben Flammenpfote. Saphirpfote war in den Heilerbau gezogen doch sie war oft mit uns unterwegs. Wir verbrachten viel Zeit zusammen, seit auch Frostpfote und ich Schüler geworden waren, sind wir gute Freunde geworden.  ,,Frischpfote!", Morgenröte steckte ihren Kopf in den Bau, ,,Wach auf! Training!" Ich streckte mich und öffnete die Augen. Die anderen waren schon verschwunden. Wie lange habe ich geschlafen? Vor mir schnarchte Frostpfote. Sie hatte mich die halbe Nacht wach gehalten mit ihrem Gerede von Wildpfote. Meine frühere Faszination von dem Kater war verschwunden seit er Schüler war hatte er sich immer mehr von mir abgewandt. Wahrscheinlich bin ich ihm zu klein! Ich werde ihm schon zeigen, dass ich trotzdem stark bin!, dachte ich. Ich schob meine Gedanken beiseite und schlüpfte aus dem Bau. ,,Was machen wir heute?", fragte ich. ,,Jagen", erwiderte Morgenröte knapp und verschwand schon durch den Torbogen. Ich lief ihr nach bis zur Trainingskuhle, an der verrotteten Eiche. ,,So, was ist das wichtigste in der Ausbildung zum Schüler?", fragte sie. ,,Kämpfen, damit man seinen Clan verteidigen kann!", sagte ich sofort. Und damit man beweisen kann, dass man stark ist!, dachte ich mir dazu. ,,Nein, kämpfen ist am unwichtigsten." Ich war schockiert, hatte sie das wirklich gesagt? ,,Jagen ist wichtig um den Clan zu ernähren", sprach sie weiter, ,,und Worte sind wichtig, um einen Kampf zu verhindern", fügte sie hinzu. ,,Worte?", fragte ich ungläubig, ,,Wie soll ich mit Worten kämpfen? Ich habe Krallen und Zähne! Warum soll ich sie nicht benutzen?" ,,Oh, du sollst deine Krallen benutzen, zum klettern zum Beispiel, und deine Zähne zum erlegen von Beute. Aber im Kampf gibt es Verletzte und Tote. Natürlich, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, dann kämpfe. Aber denk daran nicht nur Krallen können verletzten oder verjagen. So jetzt aber zu deiner ersten Jagdtechnik"... Entnervt und mit schmerzenden Pfoten kam ich im Lager an. Donnerpfote und Flammenpfote waren, wie immer, noch weg. Doch Wildpfote und Frostpfote kämpften in der nähe vom Schülerbau miteinander. Als sie mich erblickten kamen sie zu mir. ,,Was hast du heute gemacht?", fragte Wildpfote. ,,Du warst solange weg, dass wir dachten du musst heute mit Donnerpfote oder Flammenpfote trainieren!", fügte meine Schwester hinzu. Ich trottete an ihnen vorbei und ließ meine Maus, für die ich den ganzen Tag unterwegs war, auf den Frischbeutehaufen fallen. ,,Deine erste Beute!", schnurrte meine Schwester. ,,Ja, dafür war ich auch eine halbe Ewigkeit unterwegs! Morgenröte hat den ganzen Tag Jagdtricks mit mir trainiert und als sie meinte das meine Mausjagdtechniken perfekt sind, durfte ich endlich eine fangen", erschöpft nahm ich mir ein Wühler vom Frischbeutehaufen und ließ ihn vor meinen Pfoten fallen. Frostpfote hüpfte aufgeregt zu mir: ,,Wildpfote und ich hatten heute zusammen Training. Lerchenfuß hat uns als erstes Kampftechniken beigebracht!" Ich nahm einen saftigen bissen von meinem Wühler: ,,Kampftechniken? Wofür Kampftechniken, wenn man Worte hat!", äffte ich meine Mentorin nach. ,,Was?", fragte meine Schwester. ,,Das hat Morgenröte heute zu mir gesagt", erwiderte ich. ,,Wahrscheinlich denkt sie es ist nicht nötig dir Kampftechniken beizubringen. Blitzstern würde dich eh nicht in einen Kampf schicken, sonst denken die anderen Clans noch wir schicken unsere Jungen vor", lästerte Wildpfote, der sich an meiner anderen Seite hingelegt hatte. Ich fauchte ihn mit angelegten Ohren an. ,,Wildpfote! Was soll das? Wir sind erst drei Tage Schüler!", sragte Frostpfote wütend. ,,Legt euer Fell wieder an! Das war nur ein Witz", erwiderte er. Kater! Ohne noch ein Wort zu sagen, stand ich auf und stolzierte in den Schülerbau. Dummer Flohsack! Warum muss er bloß immer darauf herumhacken?...
Einen Mond später hatte Morgenröte mir wenigstens ein paar Kampftechniken gezeigt. Trotzdem trainierten wir immer noch jagen, klettern und schwimmen. Heute hatte ich meine erste Prüfung! Eine Jagdprüfung. Meine Schwester, ich, Wildpfote und Flammenpfote wurden zusammen geprüft. Ich war so aufgeregt, dass mein Schweif zitterte. Eins war klar ich hatte auf jedenfall am meisten Jagdtraining gehabt, aber Flammenpfote und Wildpfote waren mir zwei Monde voraus.  Wir saßen zu viert auf der Sonnenlichtung und lauschten unseren Mentoren. ,,Also als erstes die Jagdprüfung. Jedem von euch wird ein Ort zugeteilt an dem ihr jagen müsst. Ich und die anderen Mentoren werden euch heimlich beobachten. Bei Sonnenhoch ist die Prüfung vorbei und wir treffen uns wieder hier", sagte Lerchenfuß zu uns. ,,Frostpfote, du jagst am Wasserfall. Flammenpfote, du gehst zur Lichtung. Wildpfote, du gehst in das Birkenwäldchen und Frischpfote, du gehst zur großen Wiese an der FelsClan Grenze", redete Morgenröte weiter. Was zur großen Wiese? Da gibt es kaum Beute! Das hast du mit Absicht gemacht, Morgenröte!, dachte ich und legte die Ohren an. Doch ich hatte keine Zeit mir weiter den Kopf zu zerbrechen, denn die anderen stürmten davon.  Ich rannte durch den Wald. Bitte SternenClan! Lass Beute da sein!, flehte ich stumm. Auf der Wiese angekommen hielt ich die Nase in die Luft. Kaninchen! Es saß ein paar Fuchslängen von mir entfernt. Ich duckte mich und schlich mich an. Doch ich trat aus versehen auf ein trockenes Blatt und das Kaninchen sprintete davon. ,,Fuchsdung!", murmelte ich und rannte ihm nach. Doch kurz bevor ich es erwischte, stieg mir ein seltsamer Geruch in die Nase. Grenze! Ich hielt abrupt an und sah dem davon laufendem Kaninchen nach. Wie soll ich hier bloß irgentwas fangen?...
Zu Sonnenhoch trafen wir uns wieder auf der Sonnenlichtung. Frostpfote hatte zwei Fische gefangen. Flammenpfote trug eine Amsel und zwei Wühler im Maul. Wildpfote hatte ein Eichhörnchen, ein Spatz und ein Rotkehlchen gefangen und ich hatte immerhin ein Kaninchen, einen Spatz und zwei Mäuse gefangen. Ich habe am meisten! Zufrieden ließ ich mich neben Frostpfote sinken. Alle wurden von ihren Mentoren gelobt und ich wartete gespannt auf das was Morgenröte sagte. ,,Du hättest viel mehr haben können! Das du auf das Blatt getreten bist war ein großer Fehler! Dennoch hast du am meisten gefangen und alle Techniken perfekt umgesetzt. Ich bin stolz auf dich", schnurrte sie liebevoll und berührte mich am Ohr. ,,So und jetzt, nachdem ihr alle eure Jagdprüfung bestanden habt, kommen wir zum kämpfen!", sagte Luchsherz laut. Ich musste gegen Frostpfote antreten. Ich hatte ein paar gute Tricks dabei, doch es dauerte nicht lange da hatte Frostpfote mich zu Boden gedrückt. ,,Gewonnen", jaulte sie. Ich rappelte mich auf und schüttelte den Dreck aus meinem Pelz. Na das lief ja fantastisch!  Der Kampf von Wildpfote und Flammenpfote dauerte viel länger, doch am Ende siegte Flammenpfote. Luchsherz ließ ihn und Frostpfote nochmal miteinander kämpfen, doch auch dieser Kampf ging klar an ihn. Zum ersten mal vielen mir die geschmeidigen Muskeln unter seinem Pelz auf und mir wurde warm. ,,Fuchsdung! So viel wie Flammenpfote und Donnerpfote trainieren ist es ja kein Wunder das sie gewinnen", murrte Wildpfote. Ich riss meinen Blick von Flammenpfote und schnurrte Wildpfote belustigt zu. Wenigstens kannst du jetzt nicht mehr so angeben!   Nachdem wir Flammenpfote und Frostpfote gratuliert hatten, gingen wir zurück ins Lager. Alle außer mir hatten die Prüfung bestanden, was mich nach meiner grandiosen Leistung nicht verwunderte.  In den folgenden Tagen ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich an Flammenpfote dachte. Doch ich verdrängte die Gedanken und versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, denn ich hatte mich fest dazu entschlossen mein Kampfgeschick zu verbessern und da konnte ich keine Ablenkung gebrauchen.  Doch schon einen Mond später kam alles etwas anders. Wildpfote und Flammenpfote hatten beschlossen ein wettklettern an der Felswand zu machen. Frostpfote und ich hatten versucht sie davon abzuhalten doch sie waren fest entschlossen gewesen. Ich hatte gesagt das ich damit nichts zu tun haben wolle und bin im Lager geblieben. Frostpfote war mitgegangen, um Wildpfote anzufeuern.  Ich lag in meinem Nest und fahles Sonnenlicht schien in den Bau. Setzen ihr Leben auf`s Spiel, wegen einer dummen Mutprobe! Kater! Ich wälzte mich hin und her konnte aber nicht einschlafen. Ich machte mir einfach zu viele Gedanken. Also beschloss ich ihnen zu folgen. Schon von weitem hörte ich Frostpfote`s rufe: ,,Wildpfote! Wildpfote!" Ich folgte ihrer Stimme. Das Rennen war in vollem Gange, als ich ankam und mich neben Frostpfote setzte: ,,Du bist doch gekommen!", sagte sie erfreut. ,,Ich konnte nicht schlafen", murmelte ich. Frostpfote blickte zur Felswand: ,,Ich hoffe Wildpfote gewinnt", sagte sie, den Blick auf den Schüler gerichtet. ,,Ich hab`s gehört", schnurrte ich belustigt. Ich hoffe Flammenpfote gewinnt! Abgesehen davon, dass Wildpfotes Angeberei nicht zu ertragen wäre, wenn er gewinnen würde! Aber das behielt ich für mich. Ich blickte auch zur Felswand. Flammenpfote hatte fast das Ziel erreicht und Wildpfote lag hinter ihm! Ich hielt die Luft an, als Flammenpfote zum letzten Sprung ansetzte und ... gewann! Von der Freude gepackt sprang ich auf und rannte auf ihn zu, um ihm zu gratulieren. Doch kurz bevor ich ihn erreicht hatte kam mir eine Wurzel in die quere, ich stürzte und landete auf Flammenpfote. ,,Fuchsdung!", schimpfte ich über mich selbst verärgert. ,,Tut mir Leid", ich sah ihm in die bernsteinfarbenen Augen und erstarrte für einen Moment. Dann schüttelte ich mich und ging von ihm runter. Der Tigerkater richtete sich auf: ,,Schon gut", schnurrte er belustigt, ,,Frischpfote?", er sah mich an, ,,Hast du Lust spazieren zu gehen?" Ich war verunsichert, doch ich schnurrte als Antwort ein ,,Gerne". Hinter mir hörte ich Frostpfote, die schnurrend um Wildpfote strich und versuchte ihn zu trösten. Flammenpfote und ich ließen sie alleine und machten uns auf in den Wald. Wir kletterten ein wenig. Einmal war ich fast vom Baum gefallen und Flammenpfote musste mich am Kragen packen damit ich nicht falle. Eigentlich war ich eine geschickte Kletterin, aber in Flammenpfote`s nähe war ich einfach so nervös!  Wir rannten die ganze Nacht durch das Territorium und kamen erst nach Dämmerung wieder im Lager an. Aber dem SternenClan sei dank, hatte uns keiner vermisst.   Ich lief geradewegs in mein Nest und schlief Augenblicklich, aber zufrieden, ein. Neben mir spürte ich Flammenpfote`s warmen Pelz und sofort fing meiner an zu glühen.  ,,Frischpfote! Frischpfote!", Frostpfote schüttelte mich. ,,Lass mich ich will schlafen", murrte ich. Frostpfote ließ von mir ab: ,,Na gut, dann interessiert es dich wahrscheinlich nicht, dass Blitzstern herausgefunden hat, dass wir gestern Nacht an der Felswand waren?", neckte Frostpfote. Ich riss die Augen auf und fuhr hoch: ,,Hat er ihnen eine harte Strafe gegeben?", fragte ich. ,,Sie müssen die Nester von allen Clanmitgliedern säubern", erwiderte sie. ,,Und warum weckst du mich deswegen?", fragte ich genervt und ließ mich wieder in mein Nest sinken. Frostpfote wandte sich zum gehen: ,,Ich dachte dich interessiert es vielleicht, dass der ganze Clan über Flammenpfote und dich tuschelt", sagte sie und verschwand aus dem Bau... 

Zwei Monde später...
Heute war große Versammlung. Nervös trat ich am Torbogen von einer Pfote auf die andere. ,,Wann kommt Blitzstern, denn endlich", fragte ich. ,,Hoffentlich bald", miaute Frostpfote. ,,Beruhigt euch", flüsterte Eiswasser hinter mir. ,,Tut mir leid", murmelte ich. ,,Die anderen Clans wissen bestimmt etwas darüber", flüsterte Habichtpelz. Hoffentlich!   Seit ein paar Tagen hatten Patrouillen überall im Territorium Duftspuren und Beutereste entdeckt. Es war immer der gleiche Geruch! Aber es war kein Clan, soviel stand fest.  Flammenpfote neben mir bearbeitete ebenfalls nervös den Boden. Endlich kam Blitzstern und wir konnten los!  Die anderen Clans hatten sich schon versammelt. Blitzstern sprang gleich auf den Hochfelsen zu den anderen Anführern. ,,Die Versammlung ist eröffnet!", rief er von oben herab. Die Anführer vom MoorClan, FelsClan und SeeClan sahen Blitzstern verwundert an, doch Eschenstern, die Anführerin vom EisClan schien ebenso besorgt wie Blitzstern. ,,Wir haben Duftspuren und Beutereste von fremden Katzen auf unserem Territorium entdeckt", redete Blitzstern weiter, die Katzen neben mir schnappten empört nach Luft, ,,nicht von ClanKatzen", fügte er beruhigend hinzu. ,,Wie bei uns", flüsterte ein silbern-weiß  gestreifter Schüler neben mir, der dem Geruch nach aus dem EisClan stammte. ,,Merkwürdig", flüsterte ich. ,,Ja, wir haben die Katzen gesehen, die waren...", ,,Ruhe", unterbrach ihn eine Kriegerin namens Tupfenstrauch aus dem MoorClan. Eschenstern trat auf dem Hochstein nach vorn: ,,Bei uns ist es genauso", sie nickte Blitzstern zu, ,,aber wir kennen die Katzen, die das waren. Sie haben sich hinter unserer Grenze eingenistet! Sie nennen sich selbst der KnochenClan, haben aber nichts mit einem Clan gemein!", die Krieger neben mir fuhren ihre Krallen aus. ,,Wisst ihr was sie vorhaben?", fragte Sonnenstern, die Anführerin des SeeClans. ,,Nein, leider. Wir konnten sie noch nicht lange genug beobachten", erwiderte sie. Weißstern, die Anführerin des FelsClans meldete sich zu Wort: ,,Ihr müsst sie weiter ausspuionieren und uns melden, wenn es etwas neues gibt", sagte sie. ,,Aber sie stehlen unsere Beute", rief Sprenkelschweif, unsere zweite Anfürerin von unten. Wieselstern, der Anführer vom MoorClan fauchte: ,,Könnt ihr eure Grenzen etwa nicht mehr verteidigen?" Ein knurren rollte in meiner Kehle. ,,Unser Territorium ist groß Wieselstern. Wir können nicht überall gleichzeitig sein und leider sind diese Katzen nicht gerade dumm", antwortete Blitzstern. Stille. ,,Nun dann, unserem Clan geht es gut. Er ist stark und gesund", sagte Sonnenstern möglichst beiläufig. Weißstern und Wieselstern stimmten ihr zu und Eschenstern erklärte die Versammlung für beendet. ,,Ich werde Boten schicken, wenn es etwas neues gibt", fügte sie hinzu.  Flammenpfote und ich gesellten uns zu einer Gruppe Schüler. Wir redeten ein bisschen über die neusten Jagd- und Kampftechniken, bis die Anführer ihre Clans um sich versammelten. Wir wollten uns gerade auf den Weg von der Lichtung machen, als ich hinter mir etwas hörte. ,,Psst! Hey!", flüsterte jemand. Ich starrte angestrengt in die Dunkelheit. Dann entdeckte ich die blauen Augen von dem Schüler, der vorhin mit mir geredet hatte, bis ihn Tupfenstrauch unterbrochen hatte. Was will er? Langsam ließ ich mich zurückfallen. ,,Frischpfote, kommst du?", rief Flammenpfote von weiter vorne. ,,Ja ich komme gleich nach!", rief ich zurück. Dann schlüpfte ich unter den Brombeerstrauch. ,,Was ist denn?", fragte ich hektisch. ,,Unsere Krieger haben zurzeit alle Pfoten voll zu tun. Sie können den KnochenClan nicht so oft beobachten. Deswegen haben ich und ein paar Schüler aus meinem Clan eine Stelle gesucht, wo man sie gut sehen kann. Wir wechseln uns ab, aber wir können nicht immer fehlen, deswegen wollte ich fragen ob du vielleicht Lust hast zu helfen? Dann bräuchtet ihr nicht auf Boten warten", sagte er. Ich überlegte einen Augenblick: ,,Gut, wir treffen uns morgen Nacht an der Grenze. Wie heißt du?", fragte ich. ,,Sturmpfote", antwortete er. ,,Frischpfote! Frischpfote, wo bleibst du?", riefen meine Eltern. ,,Ich muss los! Bis morgen", flüsterte ich dem Kater zu. Dann schlüpfte ich aus dem Gebüsch. ,,Ich bin da!", rief ich Eiswasser und Habichtpelz zu. ,,Wir haben uns schon sorgen gemacht! Wo warst du?", fragte Habichtpelz. ,,Ich habe schnell noch etwas getrunken! In einer Pfütze da vorne", antwortete ich. Eiswasser und Habichtpelz leckten mir liebevoll den Kopf, dann machten wir uns auf den Heimweg... Es war Stockfinster und die Sterne schimmerten am Himmel. Eine leichte Brise zauste meinen Pelz. Doch dank der Blattgrüne war es warm. Auf einmal raschelte etwas hinter der Grenze, an der ich mich niedergelassen hatte. ,,Frischpfote", schnurrte eine bekannte Stimme. ,,Sturmpfote", antwortete ich. ,,Können wir los?", fragte er. Ich nickte und schlich unsicher zu ihm. EisClan Geruch stieg mir in die Nase und ich musste mich zusammen reißen nicht zu würgen. Wir schlichen durch das Territorum und ich betrachtete das ungewohnte Gelände. ,,Sind noch Schüler aus anderen Clans da?", fragte ich neugierig. Der silberne Kater schüttelte den Kopf: ,,Nur wir und jetzt du", antwortete er. Stimmt und jetzt ich. Wir liefen weiter. Ich wusste nicht wo wir waren, aber meine Pfoten taten auf diesem Boden weh und mir kam es vor als wenn wir schon einen halben Mond unterwegs sein mussten. ,,Wir sind da", miaute Sturmpfote endlich. Ich atmete erleichtert aus. Wir standen an einer Senke die hinter lauter Dornensträuchern versteckt lag. Sturmpfote führte mich die Hecke entlang bis zu einem winzigen Loch. ,,Psst!", flüsterte er. Augenblicklich kamen zwei Katzen daraus hervorgekrochen. Eine schwarz getupfte Kätzin und ein schildpattfarbener Kater. ,,Du musst Frischpfote sein", schnurrte die Kätzin. ,,Sturmpfote hat von dir erzählt", fügte der Kater misstrauisch hinzu. Sturmpfote trat zu den anderen: ,,Das ist Steinpfote", er deutete auf die Kätzin, ,,und das ist Blattpfote", er nickte dem Kater zu. ,,Meinst du wirklich wir können ihr trauen? Immerhin ist sie aus dem KristallClan und sieht aus wie ein Junges!", sagte Blattpfote. ,,Hey", fauchte ich und Blattpfote stellte das Fell auf. Sturmpfote ging zwischen uns: ,,Ihr seid hier doch fertig. Ihr könnt schonmal zurück ins Lager", miaute er. Blattpfote stand, ohne ein weiteres Wort zu sagen, auf und stolzierte davon. ,,Es war schön dich kennenzulernen", Steinpfote kam zu mir gehüpft und berüherte mich am Ohr, wobei mir ihr EisClan Geruch in die Nase stieg. Dann rannte sie hinter Blattpfote her. ,,Mach dir nichts aus Blattpfote", murmelte Sturmpfote, ,,er ist immer so mürrisch!" Ich nickte nur als Antwort. Dieser arrogante Fellball! ,,Kommst du?", flüsterte Sturmpfote der schon im Gebüsch verschwunden war. ,,Mit dir zusammen?", fragte ich überrascht. ,,Ja, wir müssen zu zweit sein falls irgendwas passiert. Keine Sorge es ist genug Platz." Ich überlegte einen Moment, dann schlüpfte ich zu ihm unter den Strauch. Ich merkte, wie sein Fell meines streifte. ,,Hast du nicht gesagt hier wäre Platz?" Er ignorierte meine Frage einfach: ,,Sei still", flüsterte er. Ich folgte seinem Blick durch ein kleines Loch in der Hecke. Ich zog erstaunt die Luft ein. In der Senke lag eine Katze eng an die andere Gedrückt, es sah aus als ob ihr Fell das Gras ersetzte. Ich hielt die Luft an. Das sind mindestens so viele Katzen, wie in allen Clans zusammen! Plötzlich bewegte sich etwas in der menge. Ein grauer Kater mit roten Sprenkeln, die wie Blut aussahen, stellte sich auf eine Anhöhe.Sind die riesig! Alle Katzen in der Senke erhoben sich mit rot glühenden Augen. ,,Meine Lieben, nicht mehr lange, dann habt ihr mehr Platz zum schlafen", rief er und alle fingen an zu jubeln, ,,Bald schon werden wir diese räudigen Flohpelze vertreiben! Bald werden wir über all das herrschen!", rief er und wieder brach jubeln aus. ,,Aber nun stärkt euch erstmal, die Reise war lang und wir brauchen all unsere Kraft, um jedem einzelnen von ihnen den Pelz aufzureisen!" Ein weißer Kater in der nähe des Strauches trat nervös von einer Pfote auf die andere: ,,Aber reicht es nicht, wenn wir sie einfach vertreiben?", rief er. Der graue Kater verrenkte die Augen zu schlitzen. Eine sandfarbene Kätzin trat vor: ,,Darf ich?", bat sie hämisch. Der graue nickte und die Kätzin bahnte sich ihren Weg durch die Menge. Alle machten ihr Platz und feuerten sie an: ,,Knochenpelz! Knochenpelz!" Der weiße Kater, hatte angefangen zu zittern. ,,Bitte nicht", flehte er, als die Kätzin bei ihm angelangt war. Sie fuhr die Krallen aus und zog sie ihm über`s Gesicht. Der Kater jaulte vor Schmerz, doch er wehrte sich nicht. Mit einem Pfotenhieb schleuderte Knochenpelz ihn zurück. Der Kater hatte ängstlich die blutverschmierten Augen aufgerissen. Die sandfarbene Kätzin legte ihm die Pfote an die Kehle, doch dann streifte sie ein Stück tiefer. ,,Mach schon!", rief der graue von oben herab und Knochenpelz schlitze dem Kater den Bauch auf. Dieser schrie und sackte zusammen. Die Katzenmenge schnurrte belustigt. Knochenpelz wollte ihm die Kehle aufreißen, doch da rief der Kater von oben: ,,Nein lass ihn! Er hat nichts besseres verdinet!", fauchte er. Knochenpelz nickte. Sie blickte nochmal auf den zuckenden und kreischenden Kater. Ein Funke mitleid schimmerte in ihren Augen, doch dann wandte sich sich ab und stolzierte zurück zu ihrem Platz, ohne sie auch nur die Pfoten vom Blut zu befreien. ,,Feigling!", fauchte der graue Kater, ,,Gut gemacht Knochenpelz. So nun lasst uns aber schlafen", rief er. Die Katzen nickten und jubelten ihm zu: ,,Blutstern! Blutstern!" Dann legten sie sich alle nieder. Das kreischen des Katers zog durch die Nacht. ,,Wir müssen ihm helfen", sagte ich besorgt. Doch Sturmpfote schüttelte mit dem Kopf: ,,Ihm ist nicht mehr zu helfen." Geschockt starrte ich ihn an. Aber er lebt doch noch!Sturmpfote schlich mit dunklen Augen aus dem Busch: ,,Komm", flüsterte er. Ich warf noch einen letzten Blick auf das jaulende, zuckende Fellknäul, dann folgte ich ihm. Draußen angekommen schien Sturmpfote erstarrt: ,,Wir treffen uns morgen um die Gleiche Zeit", brachte er hervor. Ich nickte, drehte um und raste davon. Ich wollte weg, weg von diesem scheußlichen Ort, von diesen scheußlichen Katzen. Die Schreie des Katers verfolgten mich, auf dem Weg zurück in mein eigenes Territorium... Fahle Sonnenstrahlen vielen in den Bau. Ich blinzelte und wartete auf die Schreie, die mich die ganze Nacht verfolgt hatten, doch sie waren nicht mehr zu hören. Ich streckte mich und dachte nochmal über die letzte Nacht nach. Blutstern? Wieso haben sie ihn Blutstern genannt? Er kann doch nicht wirklich neun Leben haben? Meine Gedanken kreisten und ich beschloss nach draußen zu gehen um Luft zu holen. Obwohl ich letzte Nacht so lange auf war, war ich die erste die wach geworden ist. Müde trottete ich zum Frischbeutehaufen und nahm mir einen Wühler. Plötzlich bemerkte ich im Augenwinkel eine Bewegung. Sie können doch nicht schon angreifen! Doch als ich den Kopf zu der Bewegung wandte schnurrte ich erleichtert: ,,Ach du bist es nur!" Flammenpfote trottete zu mir: ,,Hast du jemand anderen erwartet?" ,,Nein ich dachte bloß nicht das noch jemand außer mir wach ist", antwortete ich, ,,Teilen wir?", ich deutete zu dem Wühler. Flammenpfote nickte und ließ sich neben mir nieder: ,,Du warst gestern lange weg", sagte er. ,,Ja ich konnte nicht schlafen und war spazieren", erwiderte ich möglichst gelassen. ,,Spazieren", wiederholte er. Ich blickte in seine glänzenden Augen: ,,Vertraust du mir etwa nicht?" ,,Doch", antwortete Flammenpfote hastig, ,,du bist nur komisch." ,,Ich weiß", sagte ich bedrückt und leckte ihm liebevoll über`s Ohr. Wir gaben uns noch ein wenig die Zunge, während der Clan erwachte.  Morgenröte hatte mir versprochen, dass wir heute den ganzen Tag Kampftechniken üben würden und das taten wir auch, zusammen mit Frostpfote. Ich musste immer wieder gähnen und die anderen sahen mich verwundert an, obwohl ich es so gut wie möglich versuchte zu verbergen... Die darauffolgenden Tage waren hart, denn ich hatte kaum schlaf. Ich verbrachte die Nächte mit Sturmpfote im EisClan Territorium und am Tag trainierte ich. Der gestreifte Kater und ich waren Freunde geworden und er zeigte mir manchmal ein paar weitere Kampftechniken. Letzte Nacht hatte er gefragt ob ich nicht ein paar andere Schüler mitbringen wollte, seitdem war ich krampfhaft am überlegen wen ich mitbringen sollte. Frostpfote und Flammenpfote auf jedenfall nicht! Ich könnte nicht ertragen, wenn ihnen was zustöst! Wildpfote auch nicht. Die drei wurden mir gegenüber immer misstrauischer, was ich auch gut verstehen konnte. Wildpfote war am schlimmsten. Er war der Meinung das ich mich Nachts rausschleiche um Kampftechniken zu üben. Mittlerweile glitzerten wieder Sterne am Himmel und ich wartete an der Grenze auf Sturmpfote. Eine leichte Brise wehte mir durch den Pelz und ich betrachtete die Wiese. Plötzlich raschelte es hinter mir: ,,Was machst du hier?" Ich erstarrte. Im gleichen Moment kam Sturmpfote aus einem Gebüsch gekrochen: ,,Schön dich zu ..", er brach ab, ,, du hast also jemanden gefunden der uns helfen will", sagte er fröhlich. Die Katze hinter mir kam auf mich zu: ,,Was meint er?" Ich wendete meinem Kopf zu dem Kater: ,,Wildpfote! Weißt du denn nicht mehr? Ich habe dir doch erzählt das das treffen heute war, um den KnochenClan und Blutstern auszuspionieren", sagte ich so fröhlich wie möglich um bei Sturmpfote nicht den Verdacht zu erwecken das mir jemand folgte, weil ich so unvorsichtig war. Wildpfote überlegte einen Augenblick, dann entschied er aber mitzuspielen: ,,Das hatte ich ganz vergessen!", schnurrte er belustigt, dann blickte er zu dem silbernen Kater der uns gegenüber saß, ,,und du musst dann..." Er brach ab. ,,Sturmpfote", flüsterte ich. ,,Sturmpfote, genau Sturmpfote sein. Frischpfote hat von dir erzählt", beendete er seinen Satz. Der Kater reckte stolz den Kopf: ,,Können wir los?", fragte er. Wildpfote und ich nickten. ,,Danke", flüsterte ich Wildpfote zu, während wir über das Fremde Territorium liefen. ,,Du bist mir was schuldig. Wie lange spioniert ihr denn schon?", fragte er. ,,Ungefähr ein viertel Mond", maunzte ich. ,,Und was habt ihr herausgefunden?", fragte er weiter. Ich erzählte ihm von dem Kater und dem Angriff, den sie planten, und von allem was die letzten Tage noch schreckliches passiert war. ,,Die Schreie habe ich auch gehört", sagte er nachdenklich. Ich sagte nichts und trottete weiter. ,,Wir müssen vorsichtiger sein", sagte Sturmpfote von weiter vorne, ,,Unsere Krieger haben euren Geruch auf unserem Territorium entdeckt. Wildpfote und ich sahen uns unsicher an und nickten nur. ,,So wir sind da"... Eilig lief ich durch den Wald. Wildpfote war mir schon dicht auf den Fersen. Es waren weitere drei Sonnenaufgänge vergangen seit er mich an der Grenze entdeckt hatte. Auch heute Nacht waren wir wieder da gewesen. ,,Heute meine lieben, heute werden wir die Clans vernichten!", hatte Blutstern verkündet. Ich hatte den Atem angehalten und mich so schnell wie möglich auf den Weg ins Lager gemacht. Sie wollten die Clans einzeln angreifen. Der EisClan hatte gleich Boten ausgeschickt, die dicht hinter uns waren. ,,Wir sind in unserem Territorium! Jetzt ist es nicht mehr so schlimm, wenn sie uns sehen", sagte Wildpfote. Ich nickte und hielt an. Ich lauschte wie die EisClan Boten an uns vorbei rasten und wartete auf Wildpfote der zurückgeblieben war. ,,Na außer Atem?", neckte ich ihn. Er sah mich mit einem belustigten schnurren an. Langsam trotteten wir zurück ins Lager. Als wir ankamen war die Anspannung deutlich zu spüren, die wie eine Regenwolke in der luft hing. Alle Anschuldigungen, die der EisClan, wegen unseren Gerüchen auf seinem Territorium gemacht hatte waren vergessen, alle nickten den Kriegern höflich zu, als sie das Lager verließen. Flammenpfote rannte uns entgegen: ,,Der KnochenClan will angreifen!", verkündete er und warf einen Blick auf seinen Bruder neben mir. ,, Hat Blitzstern schon gesagt wer kämpfen soll?", fragte ich. ,,Er und Sprenkelschweif sind gerade dabei", sagte er und wendete seinen Blick mir zu. Gespannt ließ ich mich mit ihm und Wildpfote neben Frostpfote und Saphirpfote nieder, die gebannt lauschten. In meinen Ohren dröhnte das Blut und ich verstand bloß noch die Letzten Namen, die Blitzstern aufzählte. ,,...Eiswasser, Lerchenfuß, Frostpfote, Habichtpelz, Luchsherz, Flammenpfote, Wildpfote, Morgenröte und Frischpfote." Ich erschauderte. Blitzstern hatte alle Namen genannt, die mir so viel bedeuteten. Oh SternenClan! Gib auf sie acht!, flehte ich... Alle hatten sich kampfbereit gemacht. Sogar Schwarzmond und Saphirpfote übten nochmal ihre Kampfzüge, nachdem sie ihre Kräuter zusammen hatten. Bei dem Gegner, ist das auch besser, dachte ich. Eiswasser, Habichtpelz und Frostpfote, warteten bereits am Torbogen. Mit tauben Pfoten schlich ich zu ihnen: ,,Passt auf euch auf!", miaute ich, ,,Der SternenClan möge über euch wachen! Ich liebe euch!" Alle erwiderten meine Worte und dann ging es auch schon los. Ich reihte mich neben Saphirpfote ein: ,,Viel Glück!", flüsterte ich ihr zu. ,,Dir auch", miaute sie mit erstickter Stimme. Dunkle Wolken schoben sich vor die Sonne, als wir uns in einer Reihe auf der Lichtung platzierten. ,,Passt auf euch auf", flüsterte ich Flammenpfote und Wildpfote zu. Ein paar Augenblicke lang herrschte stille, dann hörte man das stetige näherkommen von Pfoten. Vielen Pfoten. Der KnochenClan stürmte auf die Lichtung doch Blutstern war nirgends zu sehen. Feigling!Die Patrouille wurde angeführt von Knochenpelz. Erstaunt, dass wir sie erwarteten, zögerte sie kurz, doch dann strömten sie auf uns ein. Ein großer schwarzer Kater stürzte sich auf mich, überwältigt von seinem Gewicht fiel ich zurück. Doch weil ich so klein war passte ich locker zwischen seine Pfoten und konnte ihm den Bauch zerkratzen. Jaulend vor Schmerz rannte er davon. Ich sah mich auf der Lichtung um. Alles war voller Blut  und man konnte kaum noch einen Pelz auseinanderhalten. Ein Kater und eine Kätzin hatten Eiswasser an einen Baum gedrängt, ich wollte zu ihr als mich etwas am Schwanz gepakt hielt. Krallen fuhren über meinen Rücken und ich kreischte laut auf. Plötzlich verschwand das Gewicht von mir und ich suchte nach Eiswasser. Erleichtert stellte ich fest das Habichtpelz zu ihr geeilt war. Mit ein paar geschickten Zügen verjagte sie die kleine gefleckte Kätzin, während Habichtpelz mit dem Kater rang. Doch dann sprang der schwarze Kater, der mich angegriffen hatte, aus den Bäumen auf ihren Rücken und zog von hinten die Krallen ihren Hals entlang. ,,Nein!", ich kreischte auf und wollte zu ihr springen doch Habichtpelz war schneller. Er riss den Kater von ihrem Rücken und schleuderte ihn gegen einen Baum, wo er reglos liegen blieb. Dann lief er zu Eiswasser, doch Saphirpfote und Schwarzmond waren bereits bei ihr. Erneut sprang eine Katze auf Habichtpelz`s Schultern und riss ihn zu Boden. SternenClan wie sollen wir den Kampf bloß gewinnen? Augenblicklich packte mich wieder etwas. Fauchend drehte ich mich um. Ein kleiner rostfarbener Kater blickte mir in die Augen und zog mir auch gleich die Krallen über die Schnauze. Ich blinzelte konnte aber nichts erkennen. Doch ich hörte wie der Kater jaulend davon preschte. Ich wischte mir das Blut aus den Augen und konnte Flammenpfote sehen: ,,Danke", schnurrte ich. Im nächsten Moment war er auch schon wieder verschwunden. Ich sah mich um, auf der Lichtung war es tatsächlich leerer geworden! Immer mehr von den KnochenClan Katzen rannten laut jaulend davon. Sie können nicht so kämpfen wie wir! Stellte ich fest. ,,Keine Sorge meine kleine wir sind noch genug!", knurrte eine bekannte Stimmte. Knochenpelz! Sie sprang auf mich zu und zerkratze mir den Bauch. Ich strampelte doch es half nichts. Sie hatte mich fest im Griff. Langsam verließen mich die Kräfte und mir wurde kalt. ,,Lass sie in Ruhe", jaulte jemand und ich erkannte Habichtpelz`s Stimme. ,,Oh wie süß! Ist das dein Vater?", fragte sie mich. ,,Ja", erwiderte ich so laut ich konnte, doch es war kaum mehr als ein flüstern. Ein rot-getigerter Kater stürzte sich auf Habichtpelz und hielt ihn fest. Knochenpelz ließ von mir ab und schlich zu den beiden. Ich versuchte mich aufzurichten, aber ich sackte zusammen. Mit einem belustigten schnurren wandte sie sich an Habichtpelz: ,,Ihr habt wohl gedacht ihr könntet siegen? Du hast wohl gedacht du könntest deine Familie beschützen?", fragte sie ihn hönisch. Habichtpelz knurrte. Doch in den Augen der Kätzin schimmerte nur Spott. Der Kater ließ Habichtpelz loß und Knochenpelz packte ihn sofort am Genick. Auf einmal knackte es und Habichtpelz sackte zusammen. ,,Nein", schrie ich und rappelte mich mit letzter Kraft auf. Doch ich kam nur als zweite an, denn Frostpfote war bereits auf den Rücken der Kätzin gesprungen. Diese fauchte überrascht und zog sie von sich herunter. Doch Frostpfote ließ sich nicht beirren, blitzschnell drehte sie sich und biss Knochenpelz in die Kehle. Sie sank zu Boden. Frostpfote blieb wie erstarrt stehen. Nur ein paar Augenblicke später ertönte der Siegesruf von Blitzstern: ,,Wir haben gewonnen!" Ich sah mich um und entdeckte Habichtpelz`s Leichnam. Dicht daneben kauerte Flammenpfote über dem reglosen Körper seines Bruders und am Ende der Lichtung kümmerte sich Schwarzmond immer noch um Eiswasser. Ich sah das Saphirpfote auf mich zugerannt kam. Ich wunderte mich, dann bemerkte ich im Augenwinkel meine Mentorin, die auf mich einredete, doch ich vertand kein Wort. Ich sah an mir herunter. Meine Pfoten. Mein ganzer Pelz alles war mit Blut benetzt. Um mich herum hatte sich bereits eine Pfütze gebildet. Auf einmal wurde mir schwarz vor Augen und ich fiel...  Ich hörte schreie und knackende Knochen, dann sah ich wie der hellbraune Pelz meines Vaters zusammen krachte. Ich hörte meinen eigenen Klageruf. ,,Was ist mit ihr?", miaute eine besorgte Stimme. Ich blinzelte. ,,Schwarzmond schnell! Sie ist aufgewacht!", ich erkannte Saphirpfote`s Stimme. Ich öffnete die Augen Flammenpfote und Saphirpfote saßen an meinem Nest. Um mich herum schliefen viele andere Katzen noch. Der Heilerbau war gut gefüllt: Neben mir lag Frostpfote reglos in einem Nest. In einem anderen entdeckte ich die Mutter von Flammenpfote, Wildpfote und Saphirpfote. ,,Was ist mit ihnen?", fragte ich besorgt. ,,Keine Sorge sie werden wieder gesund. Frostpfote geht es gut, sie brauchte nur etwas gegen den Schock", flüsterte Saphirpfote. Schwarzmond kam angetrottet: ,,Du hast ein paar schwere Verletzungen am Bauch und am Rücken. Aber das wird wieder." Flammenpfote reckte seinen Kopf zu mir: ,,Frischpfote, ich muss dir was sagen. Taubenfeder, Wildpfote, Habichtpelz und Eiswasser, sie...sie sind jetzt beim SternenClan und sie sind leider nicht die einzigen", sagte er. Mein Herz krampfte sich zusammen: ,,Nein! Das kann nicht sein!", rief ich. ,,Schnell gebt ihr ein paar Mohnsamen!", sagte Schwarzmond zu Saphirpfote. Sie rannte schnell in eine Ecke und holte die Kräuter.  Nachdem ich sie geschluckt hatte schlief ich ein... Als ich wieder aufwachte war die Sonne bereits am untergehen. Der Bau war leer, bis auf die Verletzten. Ich stämmte mich auf und schlich aus dem Bau wo ich die Leichname meiner Eltern erblickte. Gerade hielten alle Totenwache. Von überall schallten Beileidsrufe, doch ich antwortete nicht und lief weiter. ,,Du sollst im Heilerbau bleiben!", sagte Schwarzmond. Ich knurrte und setzte meinen Weg fort, aber ich hörte wie er Morgenröte zuflüsterte: ,,Das training ist ertmal aufgehoben." Ich blendete alles aus, selbst Flammenpfote der bei dem Leichnam seines Vaters und seines Bruders saß. Ich warf mich zwischen meine Eltern und stieß einen Klageruf aus. Alle sahen mich an, aber das interessierte mich nicht. Sie verstehen nicht was das für Schmerzen sind! Ich leckte meinen Eltern das Fell und hoffte weiterhin das sie den Kopf hoben, doch der Geruch des Todes hing in ihrem Pelz. Die anderen versuchten mich in den Heilerbau zurück zu schaffen, doch ich blieb stur... Die ganze Nacht über war ich bei ihnen und hatte mich in ihren Pelzen vergraben genauso, wie als ich noch ein Junges war. Frostpfote war mitten in der Nacht ebenfalls dazu gekommen und hatte Wache gehalten, doch mir kam es so vor als ob sie es nur für Wildpfote getan hatte. Am nächsten morgen kamen die Ältesten und wollten sie wegbringen. Ich sah zu wie sie meine Eltern mit Erde zuschütteten und mein Herz krampfte. Warum mussten sie nur sterben? SternenClan warum hast du mir das angetan? Die folgenden zwei Tage blieb ich an ihrem Grab. Flammenpfote, Frostpfote und Saphirpfote hatten versucht mich dort wegzubewegen, doch ich hatte mich nicht gerührt. Ich war gerade auf den Weg zurück ins Lager, als Blitzstern vom Hochfelsen aus eine Versammlung einberief. Ich setzte mich und hörte gespannt zu. ,,Flammenpfote, du hast tapfer gekämpft und gut trainiert. Luchsherz und ich sind der Meinung, dass du bereit bist Krieger zu werden", Flammenpfote`s Augen leuchteten, ,,Flammenpfote versprichst du das Gesetz der Krieger zu achten und deinen Clan zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kostet?", fragte er. In mir regte sich etwas, auch meine Eltern hatten dies einst versprochen und nun waren sie tot, einfach weg als ob sie nie da gewesen wären. ,,Ich verspreche es!", sagte Flammenpfote aufgeregt. ,,Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClan`s deinen Kriegernamen. Flammenpfote, von diesem Augenblick an wirst du Flammenherz heißen, der SternenClan ehrt deinen Mut, deine Schnelligkeit und dein Kampfgeschick, möge er deine Wege erleuchten und stets über dich wachen!" Alle riefen seinen neuen Kriegernamen und ich stimmte kurz mit ein, dann wandte ich mich zum gehen aus dem Augenwinkel bemerkte ich Schwarzmond der auf mich zu getrabt kam: ,,Ich hab schon gedacht du willst dein ganzes Leben da draußen verbringen! Ich wollte dir nur sagen, dass du einen halben Mond nicht trainieren darfst", sagte er. Gut! Ich knurrte. Dann stolzierte ich weiter. ,,Willst du nicht noch bei uns bleiben?", fragte Frostpfote, die fröhlich zu mir gesprungen kam. ,,Nein", erwiderte ich knapp. Hast du etwa schon vergessen was passiert ist? Meine Schwester blickte mich enttäuscht an, doch ich schob mich an ihr vorbei in den Schülerbau, dort rollte ich mich zusammen und schlief ein... Sonnenlicht schien in den Bau und die Schüler waren schon alle weg, als ich die Augen öffnete. Ich streckte mich. Mir war als hätte ich nicht geschlafen, denn mich plagten Albträume. Ich marschierte aus dem Bau um Flammenherz zu gratulieren, doch anscheinend hatte ich ihn verpasst, denn er war nirgends zu finden. Ich lief weiter aus dem Lager und in den Wald. Ich wollte weg, ich wusste nicht wohin. Meine Pfoten trugen mich einfach fort. Ich blendete alles um mich herum aus, denn meine Gedanken kreisten. ,,Wer bist du?", ertönte eine Stimme. Ich riss mich aus meinen Gedanken los und sträubte meinen Pelz. ,,Was machst du in unserem Territorium?", fauchte ich. Erst jetzt viel mir auf das ich gar nicht mehr in unserem Territorium war. Ich drehte mich um. Vor mir war eine hellbraun getigerte Kätzin mit rundem Bauch. Sie bekommt Junge! Sie sah mich verdutzt an: ,,Ich bin Smaragd", sagte sie. ,,Ich bin Frischpfote", antwortete ich und musterte sie misstrauisch. ,,Was für ein seltsamer Name! Was machst du hier? Ich habe dich noch nie in dieser Gegend gesehen!" ,,Ich habe nachgedacht und nicht gemerkt wo ich hingehe" nuschelte ich. ,,Oh, über was hast du denn nachgedacht?", fragte sie weiter. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich erzählte ihr alles, über den KnochenClan, den Kampf und das meine Eltern gestorben waren. Sie kniff die Augen zusammen: ,,Du bist also eine von den Kriegerkatzen", sagte sie nachdenklich, ,,komm mit", miaute sie und drehte sich um. Ich dachte einen Augenblick nach beschloss dann aber ihr zu folgen. Wir liefen noch ein Stück weiter durch den Wald bis zu einem Zweibeinernest. ,,Ich setzte keine Pfote darein!", knurrte ich. ,,Musst du auch nicht, aber Wind wollte mich hier treffen", sagte sie. ,,Wer ist er? Warum wolltest du das ich mitkomme?", fragte ich. ,,Wind ist mein Gefährte er ist ein Streuner. Du hast gesagt du bist eine von den Kriegerkatzen und ich weiß, dass ihr Heilen könnt, ich erwarte Junge, könntest du mir da vielleicht helfen?", fragte sie. Verdutzt sah ich das Hauskätzchen an: ,,Aber ich bin Kriegerin! Keine Heilerin!" Smaragd sah mir in die Augen: ,,Das ist nicht schlimm. Nicht weit von hier wohnt eine Katze namens Rehbrise, sie war auch mal in einem Clan, aber naja wir verstehen uns nicht besonders. Du könntest vielleicht von ihr lernen." Verwirrt sah ich mich um. ,,Wer ist das?", ein großer schwarzer Kater trat aus dem Gebüsch. Smaragd sprang auf und lief schnurrend auf ihn zu: ,,Das ist Frischpfote. Sie hilft mir, wenn ich die Jungen bekomme!" Aber das habe ich nicht gesagt!Wind kam auf mich zu: ,,Das wäre ja großartig!" Ich schaute in sein Gesicht: ,,Na gut ich mache es!", seufzte ich. Vielleicht ist es gut für mich... Ich lief durch den Zweibeinerort. Es stank widerlich und Monster fuhren umher, als ich endlich ein rotes Zweibeinernest entdeckte. Das muss es sein! Ich sprang auf die Mauer, die das Nest umgab: ,,Rehbrise!", rief ich. Eine braun getupfte Kätzin kam mir entgegen: ,,Was kann ich für dich tun?", fragte sie höflich. ,,Ich bin Frischpfote, vom KristallClan. Ich habe gehört du warst auch mal in einem Clan", maunzte ich. Rehbrise sah mich an: ,,Ja, aber das ist schon lange her. Ich war Heilerin. Wieso?" Ich suchte krampfhaft nach einer Antwort: ,,Ich...ich wollte wissen ob ich vielleicht...vielleicht, etwas von dir lernen könnte", stotterte ich. ,,Dafür ist dein Clan da", erwiderte sie. ,,Ja, schon aber ich habe gehört das du die beste Heilerin gewesen sein sollst!" Ihre Augen schimmerten stolz und ein Funke Hoffnung stieg in mir auf. ,,Nun gut wenn du es unbedingt willst werde ich dir alles beibringen was ich weiß. Aber du fängst von ganz vorne an! Mohnsamen helfen gegen..."... Müde streckte ich meine Pfoten. Heute war Große Versammlung und ich durfte wieder dabei sein! Schwarzmond hatte mir am Nachmittag gesagt, dass ich auch wieder mit dem Training beginnen durfte. Wie soll ich das bloß alles schaffen? Ich hatte Unmengen zu tun. Ich war den ganzen Tag über bei Rehbrise und wenn sie der Meinung war das das Training für heute reichte, dann besuchte ich Wind und Smaragd, die kaum noch laufen konnte mit ihrem Bauch. Mit Flammenherz verbrachte ich die restliche Zeit, jedenfalls so viel wie möglich war. Bei dem Gedanken an ihn stieg ein schnurren in meiner Kehle auf. Mit Frostpfote und den anderen war ich kaum noch unterwegs, da ich ihre gute Laune nicht aushielt. Sie tut so als hätten ihre Eltern nie gelebt! Dachte ich verärgert. Ich saß in Gedanken versunken am Torbogen. Der Kampf war fast einen Mond her, aber mir kam es jeden morgen so vor, als wäre er erst gestern gewesen. Ich starrte in den Himmel. Die ersten SternenClan Krieger waren schon zu sehen. Vielleicht seht ihr mich ja. ,,Ist der Himmel nicht schön", schnurre ich zu Flammenherz und drückte mich an ihn. ,,Ja wunderschön", erwiderte dieser. Blitzstern und Sprenkelschweif  kamen und wir machte machten uns auf den Weg zur Vesammlung. Es war gerade Blattfall geworden und die Luft roch nach Regen. Kurz vor der Lichtung bemerkte ich, dass der EisClan bereits da war. Ob Sturmpfote auch da ist? Ich hatte ihn seit dem Kampf nicht mehr gesehen. Wir verteielten uns auf dem Versammlungsplatz. Ich sah mich um und entdeckte auch schon den silbern-weß gestreiften Pelz von Sturmpfote, der auf mich zu kam. ,,Ich dachte schon du wärst beim SternenClan", zischte er, ,,Ich habe dich gar nicht mehr gesehen." Ich knetete mit meinen Pfoten den Boden: ,,Nach dem Kampf war niemand mehr da den wir hätten beobachten müssen." Sturmpfote sah mich an: ,,Meine Schwester ist gestorben, Steinpfote, du kanntest sie", er musste schlucken. ,,Meine Eltern auch und Wildpfote und Taubenfeder", sagte ich mit einem bitteren Beigeschmack. ,,Die Versammlung ist eröffnet", rief Eschenstern. ,,Treffen wir uns morgen nochmal an der Grenze", fragte Sturmpfote eifrig. Ich nickte, dann gesellte ich mich zu meinen Clankameraden und lauschte der Versammlung. Die Anführer sprachen über den Kampf und wer alles gestorben war, außerdem verkündete Blitzstern das Flammenherz seinen Kriegernamen erhalten hatte. Stolz jubelte ich. Auch Sturmpfote hatte seinen Kriegernamen erhalten, er hieß jetzt Sturmfeuer. Der EisClan erzählte das die überlebenden vom KnochenClan nicht mehr in der Senke lebten. Alle waren froh darüber. Plötzlich begann es zu Regnen und die Anführer beendeten die Versammlung. Auf dem Heimweg waren wir bereits völlig durchnässt, aber das störte mich nicht... ,,Wo bist du nur mit deinen Gedanken?", schimpfte Morgenröte. Ich blieb still und versuchte die neue Jagdtechnik erneut. Ich der Nacht hatte ich mich mit Sturmfeuer getroffen. Wir haben uns unterhalten, doch dann plötzlich wurde er seltsam: ,,Ich muss dir etwas sagen, Frischpfote", hatte er gesagt. Ich hatte die Ohren gespitzt. ,,Ich...ich glaub ich mag dich...sehr", stotterte er. Ich hatte die Augen aufgerissen und war aufgesprungen: ,,Du bist aus einem anderen Clan! Außerdem liebe ich Flammenherz!", sagte ich empört. ,,Bist du dir sicher? Du bist zurzeit so durcheinander", erwiderte er vorsichtig. Ich hatte das Gefühl mein Kopf würde platzen. ,,Ich bin durcheinander , weil meine Eltern gestorben sind und alle so tuen als wären sie nie da gewesen! Ich bin durcheinander, weil ich so viel zu tun habe das ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann! Aber ich bin mir sicher, dass ich Flammenherz liebe! Du...du bist ein guter Freund", sagte ich sanft. Sturmfeuer war hoch gefahren: ,,Ich habe auch einen sehr wichtigen Teil meines Lebens verloren und ich habe auch viel zu tun. Aber ich liebe dich!", sagte er. Ich wusste nicht was ich machen sollte: ,,Du verstehst das nicht! Ich liebe dich nicht!", hatte ich gerufen und war davon gelaufen. Sturmfeuer hatte das Fell gesträubt und geknurrt: ,,Das wirst du bereuen!" Ich war einfach weitergelaufen und hatte irgendwo im Wald geschlafen. Morgenröte hatte mich mit einem Suchtrupp geweckt. Sie war ziemlich sauer deswegen und trainierte schon seit Sonnenaufgang Jagdtechniken, klettern und schwimmen mit mir. Ich muss auch noch zu Rehbrise!  ,,Sind wir fertig?", fragte ich hoffungsvoll. ,,Ja, aber du machst heute noch das Nestmaterial der Ältesten und suchst sie nach Zecken ab!" Ich seufzte, nickte aber gehorsam. Dann drehte ich um und schlich durch den Wald über die Geruchsgrenze in den kleinen Zweibeinerort. Rehbrise wartete schon: ,,Wie willst du jemals alles lernen was ein Heiler braucht, wenn du immer so spät kommst!" ,,Tschuldige", murmelte ich. Wir fingen an und anscheinend war sie ganz zufriden, mit meinem bisherigen Wissen. Ich konnte alle Kräuter und Heilmethoden die sich mich abfragte. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich das Lager. Morgenröte kam mir entgegen: ,,Die Ältesten", sagte sie nur. Ich nickte und schlich weiter. Auf dem Weg zum Bau begegnete ich Flammenherz, kurz musste ich an Sturmfeuer denken und lief zu ihn. Ich schmiegte meinen Kopf an ihn und flüsterte: ,,Ich liebe dich!" Er schien etwas überfordert schnurrte aber glücklich. ,,Was macht du jetzt?", fragte er. ,,Die Ältesten nach Zecken absuchen und ihr Nestmaterial wechseln", erwiderte ich und rümpfte die Nase. ,,Wie hast du denn das geschafft?", fragte er grinsend. ,,Ich..ich habe im Wald geschlafen und sie haben mich gesucht", stotterte ich. ,,Was hast du denn da gemacht?", fragte er. Ich überlegte: ,,Ach ich konnte wiedermal nicht schlafen, da bin ich spazieren gegangen", sagte ich bemüht gelassen. Flammenherz runzelte kurz die Stirn, dann nickte er aber. ,,Ich habe gerade Zeit, wenn du willst helfe ich dir", schnurrte er. ,,Danke", sagte ich und berüherte ihn an der Nase. Gemeinsam machten wir die uns auf zum Ältestenbau...

Einen Mond später...

Ich blickte gespannt zum Hochfelsen und rutschte hin und her. Heute war es endlich soweit! Ich und Frostpfote wurden Krieger! Der letzte Mond war sehr anstrengend gewesen. Die Heilerausbildung bei Rehbrise und die Kriegerausbildung bei Morgenröte zerrten an meinen Kräften. Die Kriegerprüfung hatte ich gut gemeistert. Das Jagen hatte ich bestanden, ich hatte so viel Beute gemacht das es mindestens einen Tag für den ganzen Clan reichte! Das kämpfen hatte ich gerade so bestanden, aber insgesamt lief es besser als erwartet. Bei Frostpfote war es genau anders herum, sie war eine ausgezeichnet Kämpferin, aber im Jagen war sie zwar gut, aber nicht annähernd so wie ich. Seit der letzten Großen Versammlung wirkte sie irgendwie anders, ganz so wie als Wildpfote noch lebte. Ich fragte mich wer daran wohl Schuld war. Ich war auch mit auf der Versammlung gewesen, Sturmfeuer ebenfalls. Ich hatte seinen hasserfüllten Blick die ganze Zeit auf meine Pelz gespürt, aber bemüht mir nichts anmerken zu lassen. ,,Kommt bitte zu mir", rief Blitzstern und riss mich aus meinen Gedanken. Aufgeregt sprang ich auf den Hochfelsen, bemüht nicht wie bei meiner letzen Zeremonie auf die Nase zu fallen. Ich ließ mich neben Frostpfote nieder. Eiswasser, Habichtpelz seht ihr uns? Eine Sternschnuppe huschte über den Himmel und mein Herz machte einen sprung. Dann wandte ich mich wieder an Blitzstern: ,,Ihr habt fleißig trainiert und seid nun bereit Krieger zu werden. Frostpfote versprichst du das Gesetz der Krieger zu achten und deinen Clan zu beschützen selbst wenn es dein Leben kostet", fragte er meine Schwester. Mein Herz krampfte: ,,Ich verspreche es", sagte sie glücklich. ,,Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Krigernamen, Frostpfote von diesem Augenblick an wirst du Frothauch heißen. Der SternenClan ehrt deine Tapferkeit und dein Kampfgeschick. Ich heiße dich als vollwertige Kriegerin, des KristallClan`s willkommen!" ,,Frosthauch! Frosthauch", rief der ganze Clan. Blitzstern wendete sich mir zu: ,,Frischpfote versprichst du das Gesetz der Krieger zu achten und deinen Clan zu verteidigen selbst wenn es dein Leben kostet?", fragte er. Mein Herz wurde schwer daran hatte ich gar nicht Gedacht. Mein Blick schweifte von Frosthauch zu Flammenherz: ,,Ich verspreche es", sagte ich schließlich. ,,Dann gebe ich dir mit der Kraft des StenenClans deinen Kriegernamen, Frischpfote von diesem Augenblick an wirst du Frischbeere heißen, der SternenClan ehrt deine Weisheit, deine Sturheit und dein Jagdgeschick. Ich heiße dich als vollwertiges Mitglied des KristallClan`s willkommen!" ,,Frischbeere! Frischbeere!", rief der Clan. Stolz reckte ich mich um größer zu wirken. Wir saßen noch eine Weile so da, dann unterhielten wir uns mit unseren Clangefährten, bis die Sonne unterging. Langsam leerte sich die Lictung und Frosthauch und ich saßen schweigend nebeneinander und hielten Wache... Der Himmel hellte langsam auf. Gleich hatten wir die Wache geschafft. Unruhig rutschte ich hin und her. Die Nacht war eisig gewesen, aber es war alles still. Flammenherz kroch als erster aus dem Bau: ,,Herzlichen Glückwunsch!", schnurrte er und berüherte mich an der Nase. Ich stand auf und streckte mich. Erst jetzt bemerkte ich wie müde ich eigentlich war. ,,Danke",schnurrte ich. Dann wandte ich mich an Frosthauch: ,,Herzlichen Glückwunsch Schwesterherz." ,,Legt euch erstmal hin", sagte Flammenherz. Wir nickten und schlichen in unsere Nester. Fast Augenblicklich schlief ich ein... Als ich wieder aufwachte war die Sonne schon fast untergegangen. Ich sprang auf. Das Heilertraining! Ich machte mich sofort auf den Weg zu Rehbrise: ,,Was hat denn heute schon wieder solang gedauert?", fragte diese. ,,Ich bin Kriegerin geworden! Ich heiße jetzt Frischbeere!", erwiderte ich glücklich. Rehbrise schnurrte: ,,Na dann: Herzlichen Glückwunsch, Frischbeere", sagte sie, ,,aber bis du Heilerin wirst wird es wohl noch dauern", fügte sie hinzu. ,,Dann lass uns weitermachen", sagte ich aufgeregt.  Zufrieden schnurrend lief ich zu Smaragd`s Nest. Das Training war fantastisch verlaufen. Ich bog um die Ecke, wo mir Wind schon entgegen kam: ,,Schnell! Es ist soweit!", rief er. Jetzt schon? Ich sprintete ihm hinterher mitten im Gras lag Smaragd. Ich sah mich um: ,,Bringen wir sie zu dem Strauch dort!" Wind nickte und wir trugen sie in eine kleine Kuhle. ,,Ganz ruhig", sagte ich. ,,Wind kannst du mir Himbeerblätter holen?", miaute ich hecktisch, ,,Und in Wasser getränktes Moos und Borretsch?" Er nickte und rannte los. Ich suchte mir schnell einen stabilen Stock. ,,Beiss hier drauf wenn eine Wehe kommt", sagte ich bemüht ruhig. Sie nickte und aufeinmal krampfte sie zusammen. Ich legte meine Pfoten auf ihren Bauch, aber es würde noch dauern. Ich leckte ihr über die Ohren: ,,Alles wird gut! Es werden wohl drei werden", flüstere ich ihr zu. Dann kam Wind um die Ecke und legte alles ab. Ich nickte ihm zu, dann wandte ich mich wieder an Smaragd: ,,Hier trink ein wenig", ich hielt ihr das Moos hin und zerkaute nebenbei die Blätter, ,,Jetzt schluck das runter!" Sie tat alles was ich sagte, doch dann krampfte sie erneut. ,,Gleich ist es soweit", sagte ich beruhigend. Kaum hatte ich das gesagt, da überzog sie erneut eine Welle und ein nasses Bündel rutschte ins Gras. Ich biss die schützende Haut durch und legte es vor Wind: ,,Hier leck es trocken! Es ist eine Kätzin", schnurrte ich, dann eilte ich zurück zu Smaragd. Der Stock knackte und das nächste nasse Bündel glitt ins Gras: ,,Ein Kater." Ich nahm ihn zu mir und leckte ich sorgfältig, dann schob ich ihn an den Bauch seiner Mutter. ,,Eins noch", hauchte ich. Smaragd nickte schwach. Sie wird müde! Ich legte meine Pfoten auf ihren Bauch, doch da war nichts. Ich wartete. Der Mond stand bereits hoch am Himmel. Langsam machte ich mir sorgen, doch dann zuckte Smaragd erneut und das letzte Junge war geboren. Es sah genauso aus wie Smaragd, aber es hatte eine verdrehte Pfote und ein eingeknicktes Ohr. ,,Eine Kätzin", flüsterte ich. ,,Was ist mit ihr?", fragte Wind. ,,Es ist alles gut. Sie hat bloß eine Fehlbildung", sagte ich ruhig. ,,Sie sind wunderschön!", hauchte Smaragd. ,,Das sind sie", erwiderte ich. ,,Hier kau den Borretsch. Ich muss jetzt erstmal wieder gehen. Ich komme so schnell wieder wie ich kann!" Ich sah mir die kleine Familie nochmal an und rannte wieder zurück ins Lager. Die Morgenpatrouille wollte gerade aufbrechen. Sie wurde von Flammenherz angeführt: ,,Kommst du mit?" Ich nickte und reihte mich hinter ihm ein. Wir liefen an der EisClan Grenze entlang. Hoffentlich ist Sturmfeuer nicht da! Frosthauch war ebenfalls verträumt, denn sie rannte in mich hinein. Plötzlich raschelte es auf der anderen Seite der Grenze. ,,Was macht ihr hier?", fragte eine vertraute Stimme. ,,Wir markieren die Grenze neu", sagte Flammenherz bemüht den Pelz flach zu halten. Sturmfeuer trat hervor und Frosthauch stieß Luft aus. Er starrte mich an: ,,Was ist das? Eine Patrouille aus Schülern?", höhnte er. ,,Wir sind Krieger", antwortete Frosthauch. Sturmfeuer warf einen Blick auf sie, dann fixierte er mich wieder. Plötzlich drehte er um und stolzierte davon. Flammenherz schüttelte den Kopf und lief weiter. Frosthauch holte auf: ,,Warum hat er dich denn so angesehen?", fragte sie möglichst beiläufig. Ich dachte kurz nach: ,,Wir mögen uns nicht besonders", erwiderte ich. Nicht mehr... Doch Frosthauch schien nicht sehr überzeugt und ließ sich wieder zurückfallen... Nach der Grenzpatrouille schloss ich mich noch einer Jagdpatrouille an. Ich ließ gerade meine Beute: zwei Hasen, vier Stare und vier Eichhörnchen auf den Haufen fallen. ,,Ich geh nochmal kurz los", sagte ich zu Sprenkelschweif, die auf der Lichtung lag. Sie nickte und ich machte mich auf den Weg. Es war Sonnenhoch, als ich bei Smaragd ankam. Schon von weitem hörte ich ihr schluchzen. ,,Was ist passiert?", rief ich. ,,Meine Zweibeiner sie haben meine Jungen genommen", sie blickte durch ein durchsichtiges Ding in der Wand. Dort lagen die weiße Kätzin und der schwarze Kater, ,,sie lassen mich nicht zu ihnen", maunzte sie. Ich war geschockt: ,,Wo ist Wind und wo ist dein drittes Junges?" Ein schluchzen zog durch den Köper der Kätzin: ,,Wind ist für mich jagen gegangen. Ich bin noch so schwach von der Geburt. Du musst mir helfen sie haben Licht in die Tonne gewurfen!", sagte sie und deutete auf einen großen grünen Behälter. Ich sprang gleich auf und lief zu der "Tonne". Ich sprang hoch und sah mich um. Wie soll ich das bloß aufkriegen? Ich sah einen Hebel und sprang darauf, dann schnippte der Deckel auf. Ich konnte gerade noch rechtzeitig herunterspringen. Ein beißender Geruch stieg mir in die Nase. Ich sprang mitten in die Tonne undbplumpste in das stinkende Zeug. In der Mitte lag die kleine getigerte Kätzin. Sie war bereits ganz kalt. Vorsichtig hob ich sie auf und ging zurück zu Smaragd. ,,Schnell wir müssen sie wärmen", rief ich und fing an das Junge zu lecken. Ein widerlicher Geschmack kam in meinen Mund, doch Licht wärmte sich langsam und bewegte sich wieder. ,,Danke, Frischpfote", schnurrte Smaragd überglücklich. ,,Am besten du bringst sie wieder unter den Strauch, dort ist sie geschützt und wir können abwechselnd auf sie aufpassen. Oh und ich heiße jetzt Frischbeere! Ich bin Kriegerin", sagte ich stolz.  ,,Was ist passiert?", miaute Wind, als er das Chaos sah. Er ließ einen Spatz und ein Eichhörnchen fallen. Smaragd erzählte ihm die ganze geschichte und sein Mund blieb leicht geöffnet stehen. ,,Danke", sagte er, als sie geendet hatte. Ich nickte: ,,Gern geschehen, aber ich muss jetzt los. Rehbrise wartet nicht gerne. Ich komme wieder versprochen!", ich drehte mich und bog um eine Ecke, wo mich Rehbrise schon begrüßte: ,,Du stinkst aber widerlich! Bist du in einen Haufen Krähenfraß gefallen?" Ich schnurrte belustigt: ,,So in der Art. Was machen wir heute?"... Die folgenden Tage und Wochen verliefen ruhig. Ich versuchte all meine Pflichten unter einen Hut zu kriegen und so viel Zeit wie möglich mit Flammenherz zu verbringen. Außerdem besuchte und bewachte ich täglich Licht, sie war eine muntere kleine Kätzin. Smaragd`s andere Jungen, Blume und Nacht, waren immer noch gefangen, aber sie ließen ihre Mutter ab und zu zu ihnen. Die Blattleere war fast vorüber und Frosthauch benahm sich immer seltsamer. ,,Wollen wir mal spazieren gehen?", fragte ich sie. ,,Gerne", schnurrte meine Schwester und gemeinsam verließen wir das Lager. ,,Du benimmst dich in letzter Zeit ziemlich seltsam", sagte ich forschend. Sie fing an zu schnurren: ,,Ich erwarte Junge", sagte sie stolz. Ich blieb mit geöffnetem Mund stehen: ,,Von wem?" Sie sah mich an und ihre Augen leuchteten: ,,Von Sturmfeuer. Das darfst du aber niemanden sagen!...", sie fing an von ihm zu schwärmen, während sich meine Gedanken drehten.Von Sturmfeuer! Das kann nicht sein! Er ist aus einem anderen Clan! Ob er das meinte, damit das ich es bereuen werde? ,,Du sagst ja gar nichts", sagte meine Schwester vorwurfsvoll. Ich sah sie an und hatte mir gerade Worte parat gelegt, als ich unterbrochen wurde. Sturmfeuer sprang aus dem Gebüsch: ,,Du erwartest Junge?", fauchte er. Frosthauch stand geschockt da: ,,Ist das nicht wunderbar?" Sturmfeuer sah sie mit verachtung in den Augen an: ,,Ich will keine Junge von dir!" Ich knurrte und stürtze mich auf ihn: ,,Du bist ein Verräter und ein Feigling!" Er warf mich zurück: ,,Nein du bist eine Verräterin! Ich weiß das du mich liebst!" ,,Nein", fauchte ich, ,,Wie oft soll ich dir das noch sagen?" In dem Moment stieß er mich zurück und hielt mir seine Krallen an die Kehle.Ich werde sterben!  Doch plötzlich sackte er zusammen. Blut rann aus seinem Genick und Frosthauch stand über ihm, sie sah leicht geschockt aus, so wie damals bei Knochenpelz: ,,Alles ok?", fragte sie. Ich nickte: ,,Und bei dir?" Sie nickte ebenfalls. Schweigend standen wir nebeneinander, dann beschlossen wir den Leichnam dort liegen zu lassen und liefen so schnell es ging zurück ins Lager... Fauchend schritt Sprenkelschweif auf und ab: ,,Sie sagen nur, weil seine Leiche an unserer Grenze lag wären wir es gewesen!" Ich und Frostahauch sahen uns schweigend an. ,,Beruhige dich. Sie haben keine Beweise!", sagte Blitzstern. Sprenkelschweif stieß ein wütendes knurren aus und verschwand im Kriegerbau. Heute Morgen war die Patrouille auf ein paar wütende EisClan-Krieger gestoßen, die behaupteten, wir hätten einen ihrerer Krieger umgebracht, vor ihren Pfoten hatten sie den Leichnam von Sturmfeuer abgelegt. Gewissensbisse stachen mich. Daran bin nur ich Schuld! Ich rannte durch den mit Frost bedeckten Wald der Blattleere. Auf den Weg zu Rehbrise. Wie immer wartete sie schon auf mich: ,,Zu spät, wie immer.." ,,Entschuldige!", viel ich ihr ins Wort. Sie sah mich an: ,,Du bist nun schon seit drei Blattwechseln meine Schülerin. Ich bin sehr stolz dich unterrichten zu dürfen! Du hast ein ausgezeichnetes Gedächtnis! Aber ich habe dir nun alles beigebracht was ich weiß", sagte sie. Ich starrte sie an: ,,Danke", miaute ich, ,,ich verspreche ich werde dich weiterhin zu besuchen!"  Rehbrise schaute mir in die Augen: ,,Das würde mich freuen",... Gestern war große Versammlung. Natürlich hatte der EisClan das mit Sturmfeuer erwähnt und uns beschuldigt. Doch dann hatten sich Wolken vor den Mond geschoben und die Versammlung wurde beendet. In Gedanken versunken schlenderte ich durch den Wald. ,,Frischbeere! Frischbeere!", Smaragd kam auf mich zu. Sofort hellwach fragte ich: ,,Ist was passiert ist mit Licht alles in Ordnung?" ,,Ihr geht es gut. Es geht um Rehbrise. Sie...sie ist gestern gestorben", stotterte Smaragd. ,,Nein! Das kann nicht sein! Ich war gestern bei ihr!", erwiderte ich. ,,Doch...Wind hat gesehen wie ihre Hausleute sie vergraben haben!", maunzte sie. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. ,,Ich..ich muss gehen", miaute ich und rannte davon. Mein Herz war schwer. Wieso? Ich wollte nicht zurück ins Lager ich brauchte erstmal Zeit für mich. Ich beschloss zu jagen, dass würde mich sicherlich ablenken... Die Tage vergingen und die Blattfrische hatte begonnen. Ich lief neben Flammenherz durch den Wald. Schnurrend drückte ich mich an ihn: ,,Wo gehen wir hin?", fragte ich neugierig. ,,Das siehst du gleich", antwortete er. Unruhig schlug ich mit dem Schweif. Wir liefen Richtung Wasserfall. Gespannt sah ich mich um. Flammenherz war heute morgen zu mir gekommen und hatte gesagt er wolle wiedermal ein Tag nur mit mir verbringen. Ich war natürlich sofort aufgesprungen. Seitdem führte er mich hier herum. ,,Da ist es!", rief er. Ich sah an ihm vorbei. Vor uns war der Eingang einer Höhle zu sehen. Ich folgte meinem Gefährten ins innere: ,,Es ist wunderschön", hauchte ich. Wir ließen uns im inneren nieder. Ich drückte meine Nase an seine und wie immer fing mein Pelz an zu kribbeln. Den ganzen Tag verbrachten wir dort. Es war wunderbar endlich mal wieder so viel Zeit mit ihm zu verbringen. Wir blieben bis zum nächsten morgen. Als ich die Augen öffnete saß Flammenherz bereits vor dem Eingang und genoss die ersten Strahlen der Sonne. Ich streckte mich und setzte mich zu ihm: ,,Du bist wach", schnurrte er und begrüßte mich liebevoll. ,,Es war wunderbar", sagte ich. Er schnurrte: ,,Wir sollten langsam zurückgehen nicht das wir vermisst werden!" ,,Du hast recht", sagte ich und gemeinsam jagten wir durch den Wald zurück ins Lager... ,,Du machst das gut!", miaute ich meiner Schwester zu. Ein kleines nasses Bündel glitt ins Gras. ,,Noch zwei", miaute Saphirschweif. Ich leckte Frosthauch über die Ohren, dann schrie sie wieder auf vor Schmerz und das nächste Junge war geboren. Ich schnurrte zufrieden. Wir warteten auf das letzte Junge, doch es tat sich nichts. ,,Das letzte Junge steckt fest", miaute Saphirschweif besorgt. Ich sah zu meiner Schwester. Nein SternenClan bitte nimm mir nicht auch noch meine Schwester!  ,,Du schaffst das", hauchte ich ihr zu. Sie sah mich schwach an: ,,Ist schon gut." Saphirschweif ließ den Kopf sinken: ,,Jetzt kann nur noch der SternenClan helfen!". ,,Bitte bleib bei mir!", flehte ich. ,,Pass gut auf meine Jungen auf!", miaute Frosthauch nur, dann schloss sie die Augen. ,,Nein! Nein bitte nicht! Wach auf Frosthauch!", schrie ich sie an. Saphirschweif schüttelte mit dem Kopf. Ich sah sie an mit Tränen in den Augen: ,,Mach etwas! Hilf ihr!" ,,Es ist zu spät", sagte sie. Ich schüttelte den Kopf. Ich wollte es nicht wahr haben.  Pass gut auf meine Jungen auf! Hallte ihre bitte in mir nach. Panik packte mich: ,,Wer säugt denn jetzt die Jungen? Ich...ich bin noch nicht soweit", sagte ich. Seit ein paar Tagen wusste ich das ich Junge erwartete, aber ich hatte noch lange keine Milch und säugende Königinnen gab es auch nicht. Smaragd!  ,,Ich weiß wohin", sagte ich. ,,Ich bin bald wieder bei dir", flüsterte ich meiner Schwester zärtlich zu. Es viel mir schwer sie zu verlassen, aber ihre Jungen würden leben, dass schwor ich mir! Ich nahm die zwei Jungen. Das eine, eine Kätzin, sah genauso aus wie Frosthauch und das andere ein Kater war weiß-silbern getigert, wie Sturmfeuer. Die Nacht war eisig und ich rannte so schnell ich konnte, doch ich merkte das die Jungen auskühlten. Ich lief um die Ecke und auf den Strauch zu, wo Smaragd mit Licht saß. Tränen rannen über meine Wangen. Oh Frosthauch! Lass deine Jungen noch leben! Ohne umschweife erzählte ich Smaragd was passiert war: ,,Kannst du bitte die Jungen säugen. Frosthauch sie..sie ist bei...bei der Geburt gestor...gestorben", schluchzte ich. Smaragd sah mich geschockt an und nickte. Ich legte die Jungen an ihren Bauch. Das gestreifte begann sofort zu trinken, doch das braun-weiß getupfte regte sich nicht. ,,Nein", hauchte ich. Ich leckte sie und stupste sie an doch sie wollte sich nicht bewegen.  Ich ließ mich fallen. SternenClan warum tust du mir das an?  Frosthauch bitte vergieb mir! Ich sah auf den kleinen Kater. Ich werde ihn mit meinem Leben beschützen! Ich sah zu dem Jungen: ,,Frosthauch, sie wünschte sich immer das ihr Junges Zedernjunges heißt." Smaragd schnurrte: ,,Ein wunderbarer Name. Ich werde ihn beschützen." Ich nickte: ,,Ich auch mit meinem Leben! Ich komme wieder so schnell ich kann, aber ich will erstmal zu Frosthauch. Ich trottete durch den Wald. Alles war so furchtbar schnell gegangen, Frosthauch tot und der tot ihrer Jungen, bis auf das eine. Gedankenverloren steuerte ich auf das Lager zu. In der mitte hatten sich bereits alle versammelt und verabschiedeten sich von meiner Schwester. Ich sah zu den Sternen. Jetzt hast du mir meine ganze Familie genommen! Ich drückte mich an meinen Clankameraden vorbei. Frosthauch lag auf der Seite und duftete nach Kräutern. Nur eine winzige Spur ihres duftes hing in der Luft. Schwach ließ ich mich neben ihr fallen und vergrub mein Gesicht in ihrem Pelz. Ich merkte nicht wie der Mond unterging und die Sonne wieder am Himmel stand. Erst als Morgenröte, die jetzt Älteste war, mich antippte hob ich wieder den Kopf. Sie sah mich mit großen Augen an. Sie wollten sie holen. Ich setzte mich und beobachtete wie der Pelz meiner Schwester im Torbogen verschwand. Nachdem unsere Eltern gstorben waren hatte ich nicht mehr die Kraft bei Beerdigungen zuzusehen. Schwach ließ ich mich fallen und jaulte. Warum?...
Ich lief träge umher. Einen viertel Mond war jetzt bereits vergangen, seit Frosthauch gestorben war. Zedernjunges besuchte ich jeden Tag, aber sonst sprach ich eigentlich kaum, außer mit Flammenherz. Mein Bauch schwoll stetig an und Saphirschweif meinte, dass die Jungen jetzt jeden Moment kommen könnten. Das war das einzige was mich jetzt noch aufmunterte. Obwohl es gerade erst Blattfrische war, war es unerträglich heiß. Ich lag in der Kinderstube, wo es dennoch kühl war. Es war fast Nacht und Flammenherz hatte versprochen nicht von meiner Seite zu weichen. Ich war kurz vorm einschlafen, als ich plötzlich heftige Bauchschmerzen bekam. Ich stupste Flammenherz an: ,,Kannst du bitte Saphirschweif holen? Es ist soweit!" Er sah mich an und machte sich sofort auf den Weg. Ich blendete alles um mich herum aus, doch dann stupste Flammenherz mich an, der mit Saphirschweif zurück gekehrt war: ,,Frischbeere schnell! Im Lager tobt ein Feuer!" Wieder durchzog mich Schmerz, doch ich kämpfte mich auf die Pfoten. Oh SternenClan warum tust du das? Flammenherz stützte mich von der einen Saphirschweif von der anderen Seite, Gemeinsam schleppten wir uns durch`s Lager. Flammen schlugen uns entgegen und Katzen kreischten verzweifelt. Ich ebenfalls als wieder Schmerz durch mich zog. ,,Schneller", presste Saphirschweif hervor. Wir eielten durch den Wald und ließen die Schreie und Flammen hinter uns. Ich schleppte mich mühsam vorwärst doch ich spürte wie meine Kräfte wichen. Endlich erreichten wir die Höhle in der Flammenherz und ich damals die Nacht verbracht hatten. Ich sackte zusammen und Saphirschweif wies meinen Gefährten an, irgendwelche Kräuter zu holen. Er machte sich auf den Weg, als mich erneut eine Schmerzwelle überrollte. ,,Alles ist gut", sagte Saphirschweif beruhigend. Schmerz zog durch meinen ganzen Körper und ich kreischte auf. ,,Das erste ist da", hauchte Saphirschweif, ,,eine Kätzin. Ich bemühte mich zu schnurren doch es verebbte, als ich erneut Schmerz spürte. Der Mond leuchtete hell auf: ,,Das nächste, ein Kater", sagte Saphirschweif. Dann schob sich eine Wolke vor den Mond. ,,Nein! Ich brauche Licht!", fauchte Saphirschweif und schleppte mich gemeinsam mit Flammenherz hinaus. Erneut überkam mich Schmerz, doch es tat sich nichts. Panik stieg in mir auf und ich begann zu zappeln. ,,Es ist alles in Ordnung", versicherte Saphirschweif. Ich wollte antworten, doch meine Worte endeten in einem Schrei. ,,Noch eine Kätzin", rief die Heilerin. Die Wolken verzogen sich und der Mond war wieder zu sehen. ,,Noch eins", sagte sie. Ich schrie erneut auf als das letzte Junge, ebenfalls ein Kater geboren wurde. Flammenherz und Saphirschweif lekten sie ab und legten sie an meinen Bauch. Ich schnurrte stolz doch ich spürte wie schwach ich mich fühlte. Flammenherz trat zu mir: ,,Sie sind wunderschön", flüsterte er. Ich nickte. ,,Hast du schon Namen?", fragte ich. Er sah auf seine Jungen: ,,Ich würde das erste Salbeijunges nennen, weil wir keine anderen Kräuter zur verfügung hatten. Und das zweite Lichtjunges, weil der Mond so hell gestrahlt hat, als er geboren wurde. Und Schattenjunges für das dritte, weil sich bei ihrer Geburt eine Wolke vor den Mond geschoben hatte und alles verdunkelt hat." Er dachte kurz nach, ,,als wir die letzte Nacht hier verbracht haben habe ich eine Habicht schreien gehört, er geht mir nicht mehr aus dem Kopf, wie wäre es, wenn wir ihn Habichtjunges nennen?" Ich nickte: ,,Das sind sehr schöne Namen", schnurrte ich und rollte mich fester um meine Jungen. ,,Ich liebe dich!", hauchte ich bevor ich die Augen schloss... Am nächsten Tag weckte mich Saphirschweif: ,,Frischbeere! Ich muss mit dir reden! Es geht um das Feuer!" Ich fuhr herum und sah direkt in ihre und Flammenherz Augen. ,,Ist etwas passiert? Geht es allen gut?", fragte ich. Auf einmal maunzten meine Jungen. Das hatte ich ganz vergessen! Ich legte mich wieder hin und leckte ihnen den Kopf. Saphirschweif trat zu mir und auch Flammenherz wirkte nervös. ,,Ich...ich habe geträumt", sagte sie, ,,von einem Strauch mit...mit Beeren und um ihn ein Kreis aus...aus Flammen", stotterte sie. Verwirrt starrte ich die Heilerin an: ,,Was hat das zu bedeuten?" In dem Moment stürzte Donnerwind aus dem Gebüsch: ,,Hier seit ihr!", sagte er, ,,Es ist schrecklich, das Feuer, es hat so viele Leben gekostet! Der halbe Clan wurde ausgelöscht, selbst Blitzstern und Sprenkelschweif sind unauffindbar!" Mein Herz krampfte sich zusammen und mir stockte der Atem. Saphirschweif sprach erneut: ,,Ich denke deswegen der Traum! Ein Strauch mit Beeren umgeben von den Flammen. Frischbeere ich glaube der SternenClan will das du unsere neue Anführerin wirst und Flammenherz dein Stellvertreter!" Ich sah zwischen ihnen hin und her und schaute mich ungläubig um. Ich? Anführerin? ... Gemeinsam trugen wir die Jungen in das Lager, oder das was davon übrig war. Saphirschweif erzählte den anderen von ihrem Traum und alle waren der gleichen Meinung. Ich sollte die neue Anführerin werden. Was wenn ich das nicht kann? Ich machte mir Sorgen, der Clan musste komplett neu aufgebaut werden, die hälfte war im Feuer umgekommen und ich war mir nicht sicher ob ich dem wirklich gewachsen war. Jedes mal wenn ich einen Blick auf das leere Lager warf wurde mein Herz schwer. So viele hatten ihr Leben lassen müssen.  Flammenherz war nun offiziell neuer zweiter Anführer und ich die Anführerin. Heute sollte ich meine neun Leben erhalten. Saphirschweif lief neben mir, sie hatte gesagt, dass sie nicht mit mir zum SternenClan kommen wolle, weil sie sicher war das alles gut gehen würde, schließlich hatten sie ihr den Traum geschickt. Ich hatte nur genickt. Der Wind wehte durch die Bäume es roch immer noch leicht verbrannt. Endlich erreichten wir den Eingang der Kristallhöhle. Ich ging vor. Nach einer weile in der Dunkelheit sah ich den See der leuchtete und davor der Große Kristall. ,,Bis nachher", flüsterte Saphirschweif. Ich ließ mich nieder und hielt meine Nase an den Kristall. Augenblicklich wachte ich auf einer großen Lichtung auf. Sie war umgeben von einer Kuppel aus Regenbogenfarbenen Wasser. Ich selbst saß auf einem Großen schimmerden Kristall. Plötzlich regten sich Katzen um mich. Viele Katzen. Ich erkannte jedemenge Pelze wieder. Ich wollte schreien, als ich meine Eltern und meine Schwester erblickte, doch es kam kein Laut aus meinem Mund. Eine schneeweiße Kätzin trat aus der Menge und sprang zu mir hinauf: ,,Frischbeere. Schön das du gekommen bist. Ich werde die Zeremonie leiten", miaute sie sanft. ,,Frischbeere du hast es dir verdient die neue Anführerin des KristallClan`s zu sein. Du hast alle Eigenschaften, die man dafür braucht, deswegen gebe ich dir jetzt deinen Anführernamen. Frischbeere von nun an wirst du Frischstern heißen, leite deinen Clan gut und sei immer treu, dann werden wir dir auch immer treu sein. Nun ist der Moment gekommen dir deine Leben zu geben. Sprenkelschweif", sagte sie. Ich beobachtete wie sich eine Katze, unsere ehemalige zweite Anführerin, aus der Menge erhob. ,,Sprenkelschweif es.." Doch ich wurde von der weißen Kätzin neben mir mit einem Schwanzwedeln unterbrochen. Sprenkelschweif neigte den Kopf vor mir: ,,Ich gebe dir ein Leben für die Treue. Sie soll dich stets begleiten und dir die Kraft geben um alle Schwierigkeiten zu besiegen", sagte sie, dann berüherte sie mich an der Nase. Auf einmal sprürte ich einen heftigen Schmerz im Herzen und sackte zusammen. Ich bemühte mich wieder auf die Pfoten. Dann kam Blitzstern auf mich zu: ,,Ich gebe dir ein Leben für die Kraft. Du wirst sie brauchen.", miaute er kurz. Ich machte mich darauf gefasst wieder zusammen zu sinken und genauso geschah es, als auch sein Leben in mich fuhr. Als nächstes kam Frostfell aus der Menge: ,,Ich gebe dir ein Leben für das Leben. Es ist sehr kostbar man kann es leicht verlieren, gehe niemals leichtsinnig mit deinem und vorallendingen mit den Leben anderer um", sagte sie. Als auch ihr Leben in mich fuhr spürte ich wärme, keinen Schmerz. Als nächstes kam Rehbrise: ,,Ich gebe dir ein Leben für Wissen. Nutze es, das Wissen erlischt nie. Wissen ist stärker, als jede Kralle", wieder durchzog mich Schmerz und ich war bemüht mich auf den Beinen zu halten, doch ich merkte wie meine Kräfte allmählich schwanden. ,,Ich gebe dir ein Leben für Schutz. Nicht nur dein Clan braucht ihn", hörte ich Morgenröte liebevoll sagen, so wie sie es auch schon zu Lebzeiten immer getan hatte. Dieses Leben ließ mich wärme verspüren und gab mir neue Kraft. Nun kam meine Schwester zu mir hinter ihr hüpften zwei Junge: ,,Ich gebe dir ein Leben für die Vernunft. Lass dich nicht täuschen Frischstern und mache nichts unüberlegtes", ich genoss ihre Berührung, auch wenn wieder Schmerz durch mich fuhr, war es doch wundervoll. Dann kam Wildpfote fröhlich auf mich zu: ,,Ich gebe dir ein Leben für Mut", sagte er kurz und wieder schmerzte es, als das Leben in mich fuhr. Als nächstes war Habichtpelz an der Reihe, ich wollte ihm so gerne sagen was ich alles fühlte und was in mir vorging, doch es kam kein Wort aus meinem Mund. ,,Meine Tochter ich gebe dir ein Leben für Mitgefühl. Lasse deine Gefühle immer zum Vorschein, tröste den, der zu trösten ist und lach mit ihm auch, wenn dir nicht danach ist. Es tut mir so leid, dass du kaum mitgefühl kennengelernt hast, aber du kannst es geben, das ist viel mehr Wert", er berüherte mich an der Nase und ich wusste nicht ob mein Herz von dem Leben, was ich bekam, so wehtat oder ob es war, weil ich meinen Vater so sehr vermisste. Zu guter letzt kam Eiswasser: ,,Mein Junges, du bist nun Anführerin und Erwachsen. Es ist mir eine Ehre dir dein letztes Leben geben zu dürfen. Ich gebe dir ein Leben für die Liebe. Das ist das wertvollste Geschenk was du jemanden geben kannst. Liebe deinen Clan so wie deine Jungen", dann berüherte sie mich und der Schmerz traf mich mit voller Wucht. In meinen Augen zogen die Bilder von ihrem und Habichtpelz`s Leichnam vorbei, dann der von Frosthauch und Morgenröte...tränen rannen mir über die Wangen. Alle Katzen riefen nun: ,,Frischstern! Frischstern!" Dann kam die weiße Kätzin nochmal auf mich zu: ,,Gute Heimreise. Vielleicht sehen wir uns wieder", sagte sie geheimnisvoll... Ich blinzelte. ,,Du darfst niemandem etwas über die Zeremonie erzählen", sagte Saphirschweif augenblicklich. Ich nickte nur, zu schwach um etwas zu sagen. Ich bin nun Anführerin! Auf einmal hörte ich alle Katzen von denen ich ein Leben bekommen hatte: ,,Frischstern, die Anführerin des KristallClans"... (Fortsetzung folgt...)

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