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Der aufgeweckte Binsenpfote und seine taube beste Freundin Heidejunges haben es nicht gerade leicht. Heidejunges sollte Heilerin werden, aber davon gab es im Clan schon zwei, weshalb sie sich als Kriegerschülerin versucht, und Binsenpfote konnte sich nie richtig im Clan einleben. Als plötzlich eine seltsame Kätzin auftaucht und vorgibt seine und die Mutter seiner zwei älteren Brüder zu sein, wird auf einmal von ihm erwartet, dass er als Ausgewählter eine Gruppe von Katzen anführen soll. Dazu kommt noch, dass ein traumatisierter Schüler aus dem FlutenClan, der mehrere Persönlichkeiten zu haben scheint sowie sein halbblinder Wurfbruder Laubpfote, die schizophrene Kriegerin Echoträne, eine junge BrandClan-Königin namens Dunstnacht, die nun ältere Heidepfote und der frisch ernannte Binsenduft in einer mysteriösen Prophezeiung vorkommen. Anfangs scheint alles gut, doch die Lage wird für die sechs gefährlich ernst, als sie einige als böse betiteln und sie zu sechst flüchten müssen. Trotzdem gibt Binsenduft nicht auf und sucht einen Weg, dieses Chaos zu beenden, die Prophezeiung zu erfüllen und wieder Ordnung herzustellen. So wird der Sandfarbene wohl doch Anführer werden, das Überleben der Gruppe sichern und die Clans beschützen müssen, was in einem noch grösseren Durcheinander und einer unmöglich scheinenden Aufgabe endet. Doch kann Binsenduft es überhaupt schaffen, die Gruppe zu finden, ihr Anführer werden und die erste Prophezeiung erfüllen?

Hierarchie

DunstClan

Anführer

Stellvertreter

  • Schwefelrauch [w, 25] - graubraune Kätzin mit minzfarbenen Augen

Heiler

  • Mondrose [w, 19] - braun gefleckte Kätzin mit rosa schimmernden Sprenkeln und blassgrünen Augen; Mentorin von Finsterpfote
  • Finsterpfote [w, 9] - dunkelgraue Kätzin mit orangen Augen

Krieger

  • Nussfrost [w, 22] - haselnussbraune Kätzin mit hellerer Unterseite und eisblauen Augen; Mentorin von Finkenpfote
  • Tannenschein [m, 19] - schwarzer Kater mit leicht bräunlichen Streifen
  • Wipfeltanz [w, 18] - dunkelbraun gestreifte Kätzin mit blauen Augen
  • Sperlingstanz [w, 32] - braune Kätzin mit weissen Pfoten
  • Raureifnebel [m, 22] - schwarz-weisser Kater mit eisblauen Augen; Mentor von Spatzenpfote
  • Rankenflut [m, 32] - roter Kater mit dunkler Schweifspitze und Sprenkeln; Mentor von Binsenpfote
  • Sandflucht [m, 17] - sandfarbener Kater mit schwarzen Flecken
  • Haselstrauch [m, 17] - weiss-sandfarben gefleckter Kater
  • Mandelduft [w, 28] - hellbraune Kätzin; Mentorin von Kältepfote
  • Dämmerschein [m, 41] - dunkler, schwarz-grau gestromt Kater mit gelben Augen
  • Dunkelmorgen [m, 41] - dunkelgrauer Kater mit ozeanblauen Augen
  • Wildsprung [m, 47] - dunkelbrauner Kater mit roten Tupfen, besonders scharfe Krallen
  • Klettentraum [w, 28] - cremefarbene Kätzin mit grünen Augen
  • Rabenschnee [m, 47] - schwarz-weisser Kater mit eisblauen Augen
  • Amselfeder [w, 39] - winzige, hellbraun gesprenkelte Kätzin mit kupferfarbenen Augen

Schüler

  • Finkenpfote [w, 9] - braune Schildpattkätzin mit giftgrünen Augen
  • Spatzenpfote [w, 9] - dunkelbraun gefleckte Kätzin
  • Binsenpfote [m, 11] - sandfarben getigerter Kater mit hellblauen Augen
  • Kältepfote [m, 12] - grosser, heller, goldbraun getupfter Kater mit eisblauen Augen

Königinnen

  • Krähenflug [m, 19] - nachtschwarzer Kater mit eisblauen Augen; Ziehvater von Dornenjunges und Lichtjunges
  • Orchideenfall [w, 28] - winzige, weisse Kätzin mit gelben Augen und flauschigem, langen Fell; Mutter von Goldjunges, Glutjunges und Heidejunges

Junge

  • Dornenjunges [m, 3] - braun gestreifter Kater
  • Lichtjunges [w, 3] - cremefarben-orange gefleckte Kätzin
  • Goldjunges [m, 5] - goldener Kater mit weissem Gesicht
  • Glutjunges [m, 5] - orange gestreifter Kater mit grünen Augen
  • Heidejunges [w, 5] - weisse Kätzin mit goldener, gestreifter Oberseite und blassblauen Augen

Älteste

  • Heidelsprung [m, 78] - schwarz gestreifter Kater mit matten, dunkelblauen Augen
  • Tropfenbach [m, 78] - dunkelgrauer Kater mit heller, altersgrauer Schnauze und ozeanblauen Augen
  • Birkenfeder [w, 51] - cremefarbene Kätzin mit schwarzen Flecken und Streifen, grüne Augen
  • Federmeise [m, 56] - goldgelber Kater mit schwarzem Gesicht und blauen Augen

FlutenClan

Anführer

  • Sturmfalke [m, 62] - brauner Kater mit hellgrauem Kopf

Stellvertreter

  • Regenstaub [m, 42] - dunkelgrauer Kater mit helleren Sprenkeln und dunklen, blauen Augen; Mentor von Laubpfote

Heiler

  • Flussvogel [m, 39] - hellgrauer Kater mit wellenförmigen Mustern und Sprenkeln, blind

Krieger

  • Klirrwind [m, 38] - weiss-hellgrau gefleckter Kater; Mentor von Turmalinpfote
  • Schwalbenfrost [m, 38] - dunkelgrauer Kater mit hellblauen Augen; Mentor von Topaspfote
  • Lindenflug [w, 27] - sandfarben-feuerrot gestreifte Kätzin mit hellgrünen Augen
  • Ampferlied [w, 43] - schildplattfarbene Kätzin mit blauen Augen; Mentorin von Flügelpfote
  • Wirbelflug [w, 21] - grau-braun getupfte Kätzin mit grünen Augen; Mentorin von Adlerpfote
  • Goldmoor [m, 21] - golden getupfter Kater mit grünbraunen Augen

Schüler

  • Flügelpfote [m, 6] - grau gestreifter Kater, dunkelblaue Augen mit helleren Sprenkeln
  • Laubpfote [m, 6] - schwarz gestreifter Kater mit einem goldenen und einem blinden, weißen Auge
  • Adlerpfote [m, 9] - hellbrauner Kater mit dunkleren Flecken und hellblauen Augen
  • Turmalinpfote [m, 7] - roter Kater mit helleren Pfoten und gelben Augen
  • Topaspfote [w, 7] - rot gestreifte Kätzin mit weissem Gesicht

Königinnen

  • Kieselwasser [w, 38] - hellgraue Kätzin mit dunkleren Sprenkeln und hellblauen Augen

Junge

  • Seelenjunges [w, 4] - hellgraue Kätzin mit buschigem Schweif und orangen Augen
  • Tränenjunges [m, 4] - winziger, dunkelgrau-hellgrau gefleckter Kater mit blassblauen Augen

Älteste

BrandClan

Anführer

  • Kupferblüte [w, 47] - kupferfarbene Kätzin mit grauen Flecken und hellblauen Augen

Stellvertreter

  • Efeudorn [m, 37] - weisser Kater mit grau gestreiften Flecken und grünen Augen; vorübergehend Stellvertreter

Heiler

  • Sanddornschall [m, 53] - sandfarbener Kater; Mentor von Abendglut
  • Abendglut [m, 27] - dunkler, feuerroter Kater mit dunklen, mattgrünen Augen

Krieger

  • Lilienfall [w, 13] - cremefarben gestreifte Kätzin mit grünblauen Augen
  • Sonnentulpe [w, 34] - cremefarben gestreifte Kätzin mit orangen Augen; Mentorin von Honigpfote
  • Rotlachs [m, 36] - grau gestromter Kater mit auffällig roten Ballen und himmelblauen Augen
  • Staubfleck [m, 17] - brauner Kater mit helleren Flecken und blassgrünen Augen; Mentor von Aschenpfote
  • Echoträne [w, 17] - hellbraune Kätzin mit dunkleren Streifen und blassgrünen Augen
  • Dunstnacht [w, 13] - weiss bis schwarz getigerte Kätzin mit hellblauen Augen

Schüler

  • Honigpfote [m, 6] - goldener Kater mit dunkelblauen Augen
  • Aschenpfote [m, 6] - hellgrauer Kater mit dunkleren Tupfen und hellblauen Augen

Königinnen

  • Dämmerklang [w, 36] - rote Kätzin mit dunklen Flecken und grünen Augen; Mutter von Luchsjunges; eigentlich Stellvertreterin

Junge

  • Luchsjunges [w, 3] - hellbraune Kätzin mit dem Muster eines Luchses, hellblaue Augen

Älteste

  • Weisheitsglut [w, 80] - weisse Kätzin mit braunen Flecken, welche im Sonnenlicht rötlich schimmern, älteste Katze der Clans

Andere Charaktere

Streuner

  • Steinfalke [m, 36] - dunkelgrauer Kater mit dunkleren Tupfen und gräulich-orangen Augen
  • Sjirana [w, 27] - magere, schwarz-rote Wölfin mit Zweibeinergeschirr und Ohrschmuck

Gefallene der Vergangenheit

Führer

  • Konora [m, 27] - grosser, schwarz-roter Wolf mit einer markanten Narbe am Hals; Mentor von Tolu

Helfer

  • Andelu [w, 16] - winzige, schwarze Wölfin mit weissem Kopf, nur noch ein Ohr

Versorger

  • Yuto [m, 43] - schwarzer Wolf mit sandfarbenem Kopf und eisblauen Augen
  • Zakana [w, 25] - kleine, hellbraune Wölfin mit hellbraunen Streifen; Mentorin von Ruma
  • Fulnura [w, 42] - dunkelgrau gestreifte Kätzin mit grünen Augen und abgerissenem Schweif
  • Zorpu [m, 46] - weisser Kater mit hellgrauen Streifen

Schützer

  • Terris [w, 42] - kleine, grau gestreifte, von Narben überhäufte Kätzin mit grünen Augen
  • Samul [m, 16] - starker, breitschultriger Wolf mit grauem Fell und grünen Augen
  • Dolun [m, 21] - kleiner, weisser Kater mit grauen Streifen und einem zerfetzten Ohr

Kleine

  • Tolu [m, 7] - kleiner, schwarz-grauer Wolf mit einer Schädelkette
  • Ruma [w, 7] - kleine, schwarz-braune Wölfin mit besonders scharfen Krallen
  • Xerey [m, 12] - schwarzer Kater mit grauen Flecken und grünen Augen

Tragende

  • Noktr [w, 44] - weisse Wölfin mit grauen Läufen und einem Mondförmigen Merkmal auf der Wange; Mutter von Pelu, Gesai und Odultin

Neulinge

  • Pelu [m, 4] - sandfarbener Wolf mit schwarzen Streifen
  • Gesai [w, 4] - weisse Wölfin mit dunkelgrauen Streifen
  • Odultin [m, 4] - grauer Wolf mit schwarzer Musterung

Gediente

SternenClan

  • Ampferklang [w, 32/37] - Schildpattkätzin mit creme als Grundfarbe sowie orangen und grauen Flecken und hellblauen Augen
  • Weidenschein [m, 17/32] - cremefarbener Kater mit dunkleren Streifen

Wald der Finsternis

  • Fleckenschnee [w, 24/56] - weiss-schwarz gefleckte Kätzin mit gelben Augen
  • Knospenschlag [m, 31/56] - schwarzer Kater mit weissen Pfoten

Prolog - Wenn die Hoffnung versiegt

»Konora... du musst den Auser-«, der sandfarben gefleckte Kater hustete keuchend und spuckte etwas Blut aus, »Auserwählten... Sohn finden...« Der Anführer atmete noch ein paar Mal rasselnd ein und aus, bis ein letzter Schwall Blut aus seinem Rachen floss, sein Körper noch einmal zuckte und er schliesslich regungslos liegen blieb. Der Wolf, welcher den Toten zwischen seinen Pfoten hielt, stimmte ein trauriges Geheul an. Die anderen Mitglieder seiner Gruppe stimmten voller Trauer mit ein: »Hoch wandere der Anführer, jage er Seite an Seite mit den Katzen des SternenClans! Für immer ihm die Ehre gebühre, für ewig er in Erinnerungen weile, darauf, dass er in unseren Träumen wandle und uns die versprochene Zukunft weise.«

»Hallo... Hallo, Tulyp... Ich wollte nur sagen, dass- Es tut mir so leid!«, weinte eine kleine, grau gestreifte Kätzin. Ihr Fell schimmerte im Mondlicht, als wäre es flüssiges Silber und ihre leuchtenden, giftgrünen Augen stachen in den Schatten wie die Augen der Monster in nächtlicher Dunkelheit hervor. Ihr von Narben übersähter Körper drückte sich zitternd, verzweifelt schluchzend auf den eiskalten Steinboden und ihre Schnauze war tief im Fell ihres Gefährten vergraben. »Ich wollte dich beschützen... Aber den Letzten hat niemand kommen sehen, und es war schon zu spät, mein Liebling. Es tut mir so leid! Ich habe alles getan, doch es war nicht genug... Jetzt bist du tot, und alles ist meine Schuld. Hätte ich ihn damals getötet, wärst du noch am Leben«, hauchte die Kätzin gegen den kalten Pelz des Toten. Der nächtliche Himmel erstrahlte klar über ihnen, die Sterne und der Mond leuchteten mehr denn je. Keine einzige Wolke war zu sehen, und der warme Wind prophezeite einen guten, nahrhaften Sommer voller saftigem Gras und fetter Beute. Die Wassertropfen auf dem Stein neben der Quelle glitzerten selbst in der nächtlichen Stille und der kleine Wasserstrom, welcher die Tropfen versprizte, plätscherte beruhigend vor sich hin. Nachtigallen sangen den Mond an, in der Ferne hallten die Rufe einer Eule wider. Dieses wunderschöne Bild der ruhigen, sanften Natur wurde nur durch das einsame Schluchzen der Kätzin durchbrochen, und durch das leise Schnurren ihrer Schwester. Ihr dunkler Pelz glänzte im Licht der Sterne wie die Oberfläche des Wassers in der Sonne, ihre immerzu ausgefahrenen Krallen blitzten schneeweiss auf. »Es wird alles gut werden«, hauchte die dunklere der beiden Kätzinnen sanft und leckte der anderen beruhigend über's Ohr, »Du wirst schon sehen.« Die schluchzende schüttelte den Kopf kaum merklich und krallte sich in das Fell ihres toten Gefährten. Es war schon tränennass und verwuschelt, doch das störte die Trauernde nicht. »Nichts wird gut, solange er nicht hier ist«, miaute die Hellgraue, nachdem sie ihren Kopf hob und tief in die Augen ihrer Schwester blickte.

Spät in dieser Nacht, Mondoch war schon längst vorbei, brachte ein schwarzer Wolf mit roter Unterseite den toten Kater in den Wald. Er hatte ihn auf seinen Rücken genommen und ihm folgten die zwei grauen Schwestern, eine braun gestreifte Wölfin, ein junger, schwarz-grauer Wolf und eine schwarze Wölfin mit weissem Gesicht. Sie alle trugen in ihrem Maul eine sorgsam getrocknete Blüte, alle in der Farbe des Himmels. Doch so gleich die Blüten auch waren, so hatten sie verschiedene Formen und Grössen, wie die Welt Wunder birgt. Sie hatten eine gleiche Farbe, wie die Mitglieder der Gruppe gleiche Herzen hatten, aber waren gleichzeitig so anders, wie jeder einzigartig war. Bald schon kam die kleine Gruppe an einem schmalen Bach an. Es gab wenige Stellen von frischer Erde, auf jeder stand ein Ast mit einer braunen und einer schwarzen Feder. Im Boden steckten auch andere Zweige mit dem gleichen Schmuck, alle waren fein säuberlich mit zwei Wolfslängen Abstand in einer geraden Reihe aufgestellt worden. Dies waren die Gräber der Gruppe, und es war wieder an der Zeit, ein neues Grab zu schaufeln und es mit dem Schmuck eines anderen zu kennzeichnen. Der schwarze Wolf, welcher den toten Kater getragen hatte, liess ihn sanft von seinem Rücken gleiten. Die zwei Wölfinnen hatten schon angefangen ein Loch zu graben, der kleinere Rüde begann ihnen zu helfen. Geduldig standen die anderen drei daneben und warteten, bis sie fertig waren. Sobald das Grab genug tief war, schob der Schwarze den Toten sorgfältig hinein und machte seine Position zurecht. Der leblose Körper lag zusammengerollt da, als würde er schlafen. Trauernd legten alle ihre Blüten auf das sandfarbene Fell des Katers. War jede der einzelnen Blüten aus den Schnauzen der Umstehenden verschwunden, begannen sie alle, das Grab mit Erde zu schliessen. Zuletzt drückte die dunkle Kätzin noch etwas Erde fest und positionierte einen der geschmückten Äste, welche sie von einem der älteren, schon längst verwachsenen Gräber holte. Ihre Schwester blieb als Letzte zurück, nur der schwarze Wolf wartete auf sie. »Du musst ihn gehen lassen«, flüsterte er und lächelte betrübt, »Er würde nicht wollen, dass du so schnell aufgibst, stimmt's?« »Aber wie kann ich weiterhin leben, wenn meine Welt gestorben ist?«, stellte sie leise weinend eine Gegenfrage und blinzelte ihren viel grösseren Freund verzweifelt an. »Indem du deine Welt endlich fallen lässt und dir eine neu aufbaust«, hauchte dieser nur und stand auf.

»Gefallene der Vergangenheit, sammelt euch zu einem Treffen aller, denn der SternenClan wünscht es so!«, rief der schwarze Wolf mit erhobenem Kopf und sprang sogleich auf den Felsen inmitten der Höhle, sodass das Licht der Sonne seinen Pelz weisslich schimmern liess. Die Katzen und Wölfe trudelten langsam ein. Die dunklere der beiden Schwester hatte der anderen ihren Schweif auf die Schulter gelegt und zog sie aus ihrem Bau. Diese murrte nur irgendetwas unverständliches, lief ihr aber hastig nach und setzte sich in die Nähe des Felsens. Dort starrte sie betrübt ein Loch in das Gestein vor ihrer Nase und seufzte. Wäre es doch nur einfacher, wärst du doch noch bei mir..., spann sie ihre Gedanken und bemerkte gar nicht, wie die anderen erwartungsvoll auf das Wort ihres neuen Führers warteten. »Wie ihr alle wisst sind wir heute hier, weil ich heute, einen Mond nach meiner Ernennung, nun endlich einen neuen Helfer wählen darf. Mein Sohn ist zu jung, also habe ich jemand anderen gewählt«, der schwarze Wolf machte eine lange Pause, in welcher nichts als das Atmen zu hören war und man die Anspannung nur zu gut fühlen konnte. Sie spannte sich förmlich zwischen den Wölfen und Katzen, als wäre sie ein unsichtbares Spinnengewebe. Samul starrte seinen früheren Mentor, welcher jetzt oben auf dem Felsen stand, mit leuchtenden Augen an. Seine Schwester Andelu funkelte ihn mit wütenden Augen an, die anderen warteten regungslos und ohne ihre Miene zu zeigen. »Andelu wird die neue Helferin sein!«, jaulte er und die anderen Mitglieder der Gruppe verbeugten sich vor der frisch ernannten Helferin. Nur ihr Bruder blickte sie mit wütend und gleichzeitig enttäuscht funkelnden Augen und zusammengebissenen Zähnen an, als er von unten zu ihr aufschaute. Sie jedoch grinste ihn nur voller Schadenfreude an: Hab ich's doch gewusst! Die hellgraue Kätzin hingegen war so in Gedanken versunken, dass sie die Ernennung erst mitbekam, als ihre Schwester sie hastig umdrehte und auf den Boden drückte. Sie schüttelte kurz den Kopf, um ihre Gedanken zu verscheuchen und verbeugte sich dann ehrfürchtig vor der nun Ranghöheren. »Terris! Ich möchte dich noch sprechen«, erklärte der Führer und blickte die Kätzin an. Diese schnippte mit dem Schweif als eindeutiges ›ja‹ und der schwarze Wolf nickte als Zeichen, dass die Versammlung beendet war. »Konora, was ist nun?«, murmelte Terris fragend, als er seinen schweren Schweif auf ihre Schultern legte und sie aus der Höhle hinaus begleitete. »Schau, ich verstehe deine Sorgen und deine Trauer. Trotzdem ist Tulyp jetzt tot und wir können nichts machen. Du musst es akzeptieren, Terris, es ist nicht deine Schuld, aber du musst es akzeptieren. Es ist schon fast einen ganzen Mond her, dass er gestorben ist, und das weisst du auch. Jetzt lass ihn gehen. Bitte, ich brauche dich in meiner Gruppe, du bist einer der wichtigsten Bestandteile«, seufzte der grosse Wolf und überblickte die Steinwüste voller kleinen, einsamen Nadelwäldchen. »Stell dich nicht so an, wir beide wissen, wie schwer das ist. Warst du nicht der Traurige und Verzweifelte, als du von deiner Familie getrennt wurdest? Bist nicht du derjenige, der noch Zukunften danach einfach darüber weint und sich nach ihr sehnt? Versteh meinen Schmerz doch einfach, wie ich deinen verstehe, Konora!«, fauchte die Kätzin verzweifelt und drehte sich zu dem Wolf um, warf seinen Schweif von ihren Schultern, »Und dass ich es dir nun auch einmal gesagt habe: Diese Gruppe kümmert mich einen Fuchsdreck, solange sie es nicht schafft, diesen dummen Auserwählten zu finden und endlich eine gute Zukunft schafft.« Rasend vor Wut und knurrend sprang Terris die Steine hinab und kroch in eine der vielen Felsspalten im Gesteinsmeer um sie herum. »Warte doch! Terris, du musst den Auserwählten finden. Nur wir kennen ihn, und denkst du etwa, ich kann unsere Gruppe einfach so aufgeben? Niemals. Du nimmst Samul und gehst ihn suchen. Mach, dass du bei Sonnenaufgang aus dem Territorium bist, ich kann dich so nicht mehr sehen«, knurrte Konora nur und stürzte zurück in die Höhle, aus welcher ein aufgebrachter Samul stolperte und fast den Steinhaufen zu Terris runterstürzte. Schliesslich sprang er hastig hinunter und legte sich auf den Stein über der Kätzin. »Was hat er diesmal gemacht?«, fragte der graue Wolf mit grasgrünen Augen, welche im Licht der untergehenden Sonne wie zwei Edelsteine glitzerten, mit zusammengebissenen Zähnen. »Sieht nicht ein, wie starrköpfig er ist. Nur er darf trauern«, miaute Terris mit einem zornigen Unterton und seufzte, »Ich bin doch nicht blöd, ich weiss, dass er sich nur Sorgen macht. So hilft er aber gar nicht...« »Er hat nie geholfen, nicht einmal seinem eigenen Schüler«, murrte Samul, die Ohren betrübt anlegend. »Wir müssen los, den Auserwählten suchen. Komm!«, Terris schloss ihre Augen und öffnete sie wieder, rappelte sich auf, »Und los, darauf, dass wir als Helden gefeiert werden.«

1 - Kampftricks einer Nutzlosen

»Rankenflut, kann ich nach dem Training mit Heidejunges spielen? Sie ist schon so eifrig, sie wird sicher die beste Kriegerin! Ich muss ihr unbedingt meinen neusten Kampftrick zeigen. Oh, und ich wollte noch Sandflucht erzählen, wie ich gestern die riesige Maus gefangen habe! Er wird sicher stolz sein. Können-«, erzählte Binsenpfote seinem Mentor Rankenflut mit leuchtenden Augen. Dieser lächelte ihn an, doch musste ihn leider unterbrechen. »Natürlich kannst du nach dem Trainig mit Heidejunges spielen und Sandflucht von deinem Fang erzählen. Doch jetzt üben wir erstmal den Trick von Gestern«, erklärte der ältere Kater liebevoll und schnippte mit seinem Schweif. Binsenpfote trat ein paar Schritte zurück, starrte auf ein Blatt am Boden, komplett abgelenkt. Rankenflut spannte schon seine Muskeln an, aber sein Schüler flitzte unter seinem Bauch hindurch, trommelte auf sein Fell, drehte sich und sprang. Der ältere der beiden Kater schlug geschickt mit seinen Hinterpfoten aus und stiess Binsenpfote zurück, welcher jedoch erneut vorschnellte und auf den Rücken seines Mentors sprang. Dieser liess sich plumpsen und begrub den Kleineren unter sich, welcher mit seinen Pfoten zappelte. »Schon viel besser! Man sieht gar nicht, dass du dich in Wahrheit auf mich konzentrierst«, lobte Rankenflut und stand auf. Er schüttelte sein Fell und blickte seinen Schüler an: »Noch einmal, dann sind wir für heute fertig.«  Binsenpfote nickte aufgeregt: »Ja, dann kann ich nachher zu Heidejunges und Sandflucht! Und Haselstrauch ist sicher auch stolz, wenn ich ihm sage, wie gut ich heute war. Also los.«  Wieder starrte Binsenpfote ein Blatt auf dem Boden an und Rankenflut spannte seine Muskeln. Dieses Mal sprang er aber wirklich. Der Schüler jedoch tauchte unter ihm hindurch und streifte ihn mit seinen Pfoten. Er wendete und rutschte über den Boden an Rankenflut vorbei, auf seinen Bauch zielend, um sofort auf ihn zu springen und den verwirrten Kater am Boden festzunageln. Binsenpfote attackierte die empfindliche Unterseite seines Mentors geschickt, dieser drehte die zwei aber um. Dies endete darin, dass die zwei als eine Kugel aus Fell und Pfoten über den Sandfleck rollten und schliesslich in einen Busch krachten. Binsenpfote jaulte triumphierend auf und grinste seinen Mentor unter ihm an. »Ha, ich hab's geschafft! Ich hab dich geschlagen, und du hast mich nicht absichtlich gewinnen lassen. Haselstrauch wird stolz sein, da bin ich mir sicher. Oh, ich muss mit Heidejunges unbedingt den Trick mit dem Vorbeirutschen üben, das kam mir grade so in den Sinn und war richtig gut, oder? Sandflucht wird sicher davon begeistert sein, wie gut ich geworden bin!«, quasselte er vor sich hin und spannte immer mehr Gedanken. »Genug jetzt«, miaute Rankenflut grinsend, »Geh und zeig Heidejunges und Sandflucht den Trick. Mach Haselstrauch für mich schön stolz, ja?« Doch Binsenpfote hörte die Worte seines Mentors nicht mehr, er war schon bei ›Genug jetzt‹ in Richtung Lager gerast und konnte es nicht mehr erwarten, seiner besten Freundin von seinem Sieg zu erzählen. Rankenflut schüttelte seinen Pelz und grinste seinem aufgeregten Schüler hinterher. Er war ein SternenClan-Krieger von einer Katze, immer freundlich und da, um die anderen aufzumuntern. Vielleicht war er etwas laut und schwafelte einiges, doch er hatte ein reines Herz und war stets gut gelaunt und optimistisch, was auch passierte.

Im Lager rannte Binsenpfote fast in Federmeise hinein. »Pass doch auf! Schüler von heute, tz«, grummelte der alte Kater und trottete über die Lichtung zum Frischbeutehaufen. »He Heidejunges!«, miaute der sandfarben getigerte Schüler aufgeregt und schnippte mit dem Schweif. Seine beste Freundin hatte ihn schon erwartet und nickte ihm freudig zu, versuchte ein ›Hallo‹ zu miauen. Da sie es aber selbst nicht hören konnte, hörte es sich eher nach einem ›Hhlo‹ an, was den Kater aber nicht störte, da er sie auch so verstand und lächelte als Antwort. »Du machst schon Fortschritte! Wirklich. Ich wollte dir heute meinen neusten Kampftrick zeigen, okay?« Heidejunges nickte und setzte sich gespannt vor ihren älteren Freund. Dieser holte Anlauf, liess sich auf den Boden fallen und schlug auf sie ein, während er über den Boden rutschte. So konnte er alle vier Pfoten nutzen und mehr Schaden anrichten. Heidejunges Augen glänzten. »Daf ih auh mah?«, fragte sie zögerlich und blickte Binsenpfote erwartungsvoll an. Dieser nickte und setzte sich brav hin. Heidejunges raste auf ihn zu und warf sich geschickt auf den Boden. Da sie den richtigen Winkel erwischte schlitterte sie wie ein kleiner Blitz über den Grasboden und schlug flink mit ihren Pfötchen auf den Schüler ein. Sobald sie an ihm vorbeigerutscht war, sprang sie auf und blieb mit ausgestreckten Vorderbeinen stehen. Birkenfeder, welche ihren Kopf aus dem Ältestenbau streckte, öffnete ihren Mund, nur um ihn wieder zu schliessen und erneut zu öffnen. »Das war ja fantastisch!«, keuchte sie überwältigt und tauchte den Kopf zurück in ihren Bau. Nach etwas Gebrummel aus dem Flechtenvorhang stolperte Heidelsprung, dicht gefolgt von Birkenfeder, hervor und richtete seinen Blick erwartungsvoll auf das anscheinend begabte Junge. Binsenpfote nickte ihr aufmunternd zu, Heidejunges begab sich auf ihre Startposition. Sie raste auf Binsenpfote zu und liess sich mit unglaublicher Präzision fallen, sodass sie keinerlei Geschwindigkeit verlor. Auf dem Boden schlug sie geschickt auf Binsenpfotes Seite ein und sprang sofort auf, als sie an ihm vorbei war. Keuchend und mit leuchtenden Augen blinzelte sie den Ältesten an. »Hat sie geübt? Woher ist der Trick überhaupt? Das ist ja Perfektion in einer Katze!«, lobte Heidelsprung sie fasziniert. »Der Trick ist von mir«, erklärte Binsenpfote eifrig, »Und geübt hat Heidejunges nicht. Den Trick hat sie vorher einmal ausprobiert und woah, war das ja mal die Klaue!«

»Das war doch nichts!«, lachte Kältepfote herablassend und kletterte die alte Buche kopfvoran abwärts. Unten angekommen umrundete er die zwei Ältesten und schob sie sanft beiseite, lächelte dann kalt und musterte Binsenpfote. Dieser hatte sich mit gebleckten Zähnen vor seine beste Freundin gestellt und seine Augen zugekniffen, bereit sie zu verteidigen. »Weg da«, schnurrte der ältere Schüler lieblich und lächelte breiter, »Du stehst mir etwas in der Bahn, und ich möchte dir ja nicht wehtun.« Birkenfeder schluckte und winkte Binsenpfote mit dem Schweif zu sich, welcher knurrend zurücktrat. Heidelsprung rollte mit den Augen und stieg leise in das Knurren des jüngeren Schülers ein. Die anderen Katzen auf der Lichtung waren alle wie erstarrt, schon längst zurückgewichen, einige murmelten anderen etwas zu. Die meisten versuchten, das Geschehen auszublenden, schauten schliesslich aber zu, doch trauten sich nicht, einzugreifen. Sie formten einen Kreis in dessen Mitte sich die zwei Jungkatzen befanden. Der goldbraune Kater umrundete Heidejunges und strich mit seinem Schweif über ihre Flanke. Sie stand nur regungslos da und zeigte keine Miene. Während Kältepfote grössere Kreise um sie herum zog und die Krallen langsam ausfuhr, fing er an zu sprechen: »Wen haben wir denn da? Ah ja, unsere kleine Kämpferin. Wohl doch nicht mehr so nutzlos, hm? So ganz ohne funktionierende Ohren, ohne Jagdkünste.« Kältepfote verzog seine Miene und tat, als täte es im leid, fuhr mit brüchiger Stimme fort: »Es tut mir ja so leid, dass du so nutzlos und eine Schande für den ganzen Clan bist! Könnte ich dir nur irgendwie helfen, sag mir doch wie. Oder kannst du mich nicht hören? Ach stimmt, du bist der wertlose Schandfleck aller Clans, mit Ohren, die nicht funktionieren!« Bei seinem letzten Satz fing der Schüler hämisch an zu lachen und begann sein Fell zu sträuben. »Wieso Ohren haben, wenn man sie eh nicht braucht?«, flüsterte er lieblich nah an Heidejunges Kopf und bewegte sich einen Schritt zurück. Plötzlich holte er aus und zerschlug die Stelle, auf welcher das rechte Ohr des Jungen angewachsen war. Heidejunges stand regungslos da und starrte ohne zu blinzeln oder ein sonstiges Lebenszeichen von sich zu geben in die eisblauen, kalten Augen des Schülers. Mit einem Mal fing sie an mit dem Schweif zu zittern und plusterte ihn auf. Noch immer stand sie regunslos da. Nach einigen Augenblicken sprang sie rasend schnell auf Kältepfote zu und warf ihn mit ihrer Sprungkraft um. Die Kätzin nagelte ihn laut knurrend am Boden fest, ihr Kiefer schnellte zu seinem entblössten Hals. »Heidejunges, nein!«, jaulte Binsenpfote und wollte sie von dem anderen Schüler reissen, doch Heidelsprung raunte etwas in sein Ohr und der junge Schüler blieb am Rande des Geschehens. Heidejunges hatte ihren Kopf schon längst erhoben und grinste den erschrockenen Kater unter ihr kalt an, wie er es immer tut. »Beseh als ehwatet«, knurrte sie spöttisch und liess von Kältepfote ab. Dem Jungen lief Blut über sein Auge, was seine Sicht trübte. Trotzdem stolzierte es mit tief gehaltenem Schweif über die Lichtung und begann die alte Buche hinauf zu klettern. »Zwei Monde Schülerarbeit«, meinte Wüstenhoppler ausdruckslos und musterte Kältepfote kalt, welcher nun wieder auf den Beinen war und zornig der hochkletternden Heidejunges hinterherblickte. »Was?«, rief Orchideenfall, »Nur? Er hat gerade meiner Tochter ein ganzes Ohr abgerissen!« »Genau! Dabei hat ihm Heidejunges nie etwas angetan. Kältepfote ist einfach einer ignoranter Arroganzhaufen«, stimmte Binsenpfote ein und erntete einen Todesblick des älteren Schülers. »Ein Ohr? Das ist nichts wichtiges. Federmeise lebt auch schon lange nur noch mit einem und hört noch super«, erwiderte Wüstenhoppler, »Und ausserdem werden Mandelduft, Rabenschnee und Amselfeder ihm schon noch Manieren beibringen!« Rankenflut nickte: »Er hat recht, Heidejunges ist nichts passiert. Sie blutet nur ein bisschen.« »Da liegt ein ganzes Ohr am Boden!«, kreischte Mondrose, »Nicht ein bisschen Blut!« Wildsprung erhob seine Stimme als letzter der Diskussion: »Regt euch doch mal ab! Es ist nichts weiteres passiert, es geht allen gut. Orchideenfall, du gehst Heidejunges beruhigen und ich werde Rabenschnee, sobald er von der Jagdpatroullie zurückkehrt, auftragen, seinem Sohn Manieren beizubringen. Jede Katze rastet einmal aus, und sie hat das Recht auf eine zweite Chance, auch wenn sie dabei jemanden verletzt. Erinnert ihr euch nicht mehr an die Geschichte, als Dämmerschein und Dunkelmorgen als Junge abgehaut sind, weil mein Bruder Rabenschnee und ich sie zu sehr nervten? Damals wurden sie von einem Dachs gefunden und Federmeise hat auch sein Ohr eingebüsst, als er sie mit Birkenfeder und ein paar anderen verteidigte. Die anderen waren auch nicht auf die zwei wütend, obwohl sie praktisch schon Schüler waren und sich zu benehmen wussten.«

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