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»Hör auf dein Herz und blicke in die Zukunft,
egal was kommt«


Eiches Bestimmung
Oak's destiny
Allgemeines
Autor: Eichenstern
Covergestaltung: Eichenstern
Details
Erstveröffentlichung: 24.11.2014
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Der junge Kater Eiche lebt zusammen mit seiner Familie in einem Beuterreichen Territorium. Alles ist perfekt. Doch in einer dunklen Nacht wird er von fremden Katzen der Sterne aufgesucht, die ihm eine große Bestimmung voraussagen. Kann er ihnen trauen? Nach all den Rückschlägen in seinem Leben glaubt er nicht mehr, das er eine glorreiche Zukunft vor sich hat...

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=====>Covergalerie

=====>Orte

Rechtschreibfehler dürft ihr korrigieren

HILFE!

Ach du Scheiße! Diese Seite ist so groß, dass sie einfach an meinem Laptop langsamer lädt, als ich beim Sprinten laufe! Mein Laptop ist eh nicht so der schnellste, der das übertrifft jetzt echt alles!
Deswegen kann ich nichts mehr hochladen, weil ein Kapitel hier rein zu kopieren einfach länger dauern würde, als meine zwei Stunden Internet-Zeit hergeben würden.
Ich könnte die Kapitel zwar auf dem großen PC schreiben, wie diesen Text hier, aber ich komm mit diesem iMac einfach nicht klar, und sonst haben wir keinen Computer!
Hat jemand eine Idee, wie ich das ändern kann, ohne für jedes Kapitel eine eigene Seite zu erstellen, oder mir einen neuen Laptop zu kaufen?

Ich bitte um Mithilfe!

Danke für eure Aufmerksamkeit.


Hauptcharaktere

- Eichenstern/Eiche


Bildergalerie zur Geschichte


Prolog

Alter Prolog>

DAS HELLE LICHT DES MONDES spiegelte sich auf der Oberfläche des Sees.
Es herrschte stille im Sternenclan Territorium, kein Laut war zu vernehmen. Eine blaugraue Kätzin trat an den See, um zu trinken.
Eine mit zerzaustem, grauen Fell trat neben sie. "Blaustern, ich habe Häherfeder, Löwenglut und Taubenpfote beim trainieren beobachtet.", hob sie an, "mir kamen Zweifel hoch, ob sie es schaffen."
Blaustern miaute: "Natürlich schaffen sie es, Gelbzahn!"
Ohne auf Blausterns Wiederspruch zu achten sagte Gelbzahn: "Sie sind nur zu dritt." Als sie das sagte, sah sie Blaustern tief in die Augen.
"Wir haben ihnen die Mächte des Sternenclans verliehen", miaute Blaustern und wunderte sich, warum Gelbzahn so ängstlich klang.
Gelbzahn fuhr fort: "Die Clans müssen überleben, sie müssen gegen die Katzen aus dem Wald der Finsternis kämpfen, ihre stärksten Gegner, ihre größten Feinde. Immer mehr Clankatzen schließen sich ihnen an. Das sie es schaffen, ist nicht sicher. Wir haben alles, was in unserer Macht steht, getan, um ihnen das Überleben zu sichern, doch für das Überleben gibt es keine Garantie.", sie atmete tief ein, um weiter zu sprechen. "Es muss einen sechsten Clan geben, von dem der Wald der Finsternis nichts weiß, der - falls die Clans untergehen - neue aufbauen und das Überleben sichern kann."
Blaustern sah zum Mond auf, sie schien über Gelbzahns Worte nachzudenken.
Dann miaute sie entschlossen: "Ich bin mir zwar sicher, das die drei es schaffen, aber das Risiko, das die Clans untergehen, können wir nicht eingehen."
Gelbzahn schien jedes ihrer Worte in sich aufsaugen zu wollen, als Blaustern weitersprach: "Ein Sechster Clan ist eine Überlebenssicherung."
"Also stimmst du mir zu?", fragte Gelbzahn.
Blaustern dachte kurz nach, dann miaute sie: "Ja Gelbzahn. Ich habe auch schon eine Katze, die den sechsten Clan anführen kann."

1.Kapitel

1111EcZ

IM GESTRÜPP raschelte etwas. Eine dicke Maus saß auf einem Stein und knabberte an einem Samenkorn.
Eiche spitzte die Ohren, duckte sich und schlich sich an. Seine Muskeln waren angespannt, er war bereit, jeden Moment abzuspringen. Eiche konzentrierte sich nur auf die Maus, die nur noch eine Schwanzlänge vor ihm war.
Seine Pfoten kribbelten. Er machte einen riesigen Satz und landete direkt neben der Maus, die sofort versuchte, in das Mauseloch zu schlüpfen, aber Eiche hielt es mit der Pfote zu. Dumme Maus, dachte er und tötete sie mit einem Biss. Er nahm die Maus in sein Maul und schlüpfte unter einer Wurzel durch.
Ein großer Kater trat auf ihn zu. Eiche warf die fette Maus vor seine Pfoten.
"Gut gemacht!" miaute er entschlossen und beschnupperte die Maus. Eine zweite Katze schlüpfte unter einem Strauch hervor. Es war Schnee, Eiches Mutter.
Hinter ihr trottete eine kleinere Katze mit zerzaustem Fell. Im Maul trug sie ein Eichhörnchen, dessen Pelz blutverklebt war.
Als sie den rot getigerten Kater sah, machte sie einen Satz und rannte auf ihn zu.
"Fuchs, schau!" rief sie und zeigte ihm stolz das Eichhörnchen. Fuchs begutachtete es und miaute: "Guter Fang, Blume." Er deutete mit dem Schwanz auf die Maus.
"Nimm sie und lass uns zurück zum Bau gehen!", maunzte er scharf. Eiche starrte ihn enttäuscht an. Seine Schwester hatte einfach einen besseren Fang gemacht.
"Ich kann auch noch mehr fangen. Das reicht doch nie!", verteidigte er sich.
Schnee wandte sich ihm zu: "Doch, dein Vater hat recht." Sie drehte sich um und ging hinter Fuchs und Blume her.
Eiche blieb nichts anderes übrig. Er nahm seine Maus und rannte hinter Schnee her.

Eiche lies sich in sein Nest fallen. Das Moos unter seinen Pfoten fühlte sich kühl und weich an.
Sein Kopf sank hinein und er schloss sine Augen. "Iss doch was!" Schnee stieß ihn an und ließ die Maus vor seinen Pfoten fallen, die er bei der Jagd um Sonnenhoch erlegt hatte.
Eiche zögerte. Doch als er den frischen Duft der Maus vernahm, biss er herzhaft hinein. Das Fleisch schmeckte warm und lecker.
Gierig schlang er die Maus herunter. Er blickte hinüber zu Fuchs und Blume, die sich Blumes Eichhörnchen teilten.
Eiches Blick schweifte von der Laubwand des Baues zum Eingang.
Die ersten Sterne leuchteten schon am Silberflies. Er sah genauer hin, und einen Herzschlag lang glaubte Eiche, eine Katze zwischen den Sternen laufen zu sehen.
Doch im nächsten Moment war sie wieder verschwunden. Er schüttelte sich die Gedanken aus dem Kopf, legte sich hin und schlief sofort ein.

2.Kapitel

ALS DIE KLEINE Patrouille bei Sonnenhoch zur Trainingskuhle marschierte, prüfte Schnee die ganze Zeit die Luft, was Eiche wunderte, denn er roch nur nasses Moos, verrottendes Holz, und den modrigen Geruch des Waldes.
Aber schon bevor sie den Schatten der Bäume betreten hatten, verhielt sich Schnee komisch: sie prüfte öfter als sonst die Luft und schaute sich wachsam um.
Was ist blos los mit ihr? Eiche rümpfte die Nase. Da war doch noch was anderes! Plötzlich raschelte etwas im Gebüsch. Eine Maus? Er ging in ein Jagdkauern über und starrte geradeaus.
Das rascheln kam näher und Eiche glaubte leise Pfotenschritte zu hören, die durch das Laub huschten. Einen Herzschlag lang schien Eiche den gleichen Gedanken wie Blume zu verfolgen, die ängstlich in die Sträucher starrte: "Was ist bloß, wenn es uns angreift? Es ist bestimmt größer als wir. Wir werden es im Kampf niemals besiegen können, und alle...",
Bei diesem Gedanken lief es Eiche eiskalt den Rücken hinunter, doch er machte sich Mut: "Es ist allein und wir sind zu viert! Außerdem würden Fuchs und Schnee niemals zulassen, dass uns etwas zustößt!", dabei wurde Eiche warm ums Herz, doch das hielt nicht lange an, als auf einmal ein riesiger grauer Kater aus dem Gebüsch trat.
Blume zuckte heftig zusammen und Eiche schrie innerlich laut auf als der Kater sie mit wütend funkelnden Augen anstarrte.
Alle verharrten regungslos, niemand sagte etwas. Alle starrten sich nur feindselig an.
Eiche spürte, wie seine Muskeln sich entspannten.
Plötzlich knurrte Fuchs: "Verschwinde aus unserem Territorium!" Seine Stimme klang wie Donnergrollen.
Der Kater blickte ihn entgeistert an. "Niemals!", fauchte er und machte einen Satz auf sie zu.
Blume zuckte angsterfüllt zusammen, als der Kater mit seinen riesigen Pranken nach Fuchs schlug.
Schnee, die sich bisher aus der Sache fein herausgehalten hatte, fuhr Fuchs mit der Schwanzspitze über den Rücken.
Fuchs, der sofort aufhörte zu fauchen, wusste genau was seine Gefährtin sagen wollte, und Eiche wusste es auch: Hör sofort auf damit, du bringst unsere Jungen in Gefahr. Überlass ihm das Stück Territorium, wir holen es uns in einem gelegeneren Zeitpunkt zurück. Fuchs seufzte und maunzte: "Gut, du kannst das Stück bis zum kleinen Felsen haben. Aber das war nicht unsere letzte Begegnung!" Hastig drehte sich Fuchs um und stolzierte davon.
Sein Kopf war hocherhoben und sein Schwanz stand pfeilgerade in der Luft. Doch merkte Eiche in seinem Blick, dass er es dem Kater gerne gezeigt hätte.
Eine Zeit lag sprach niemand, bis Blume fragte: "Wer war das?" Schlagartig blieben alle stehen.
Fuchs murmelte etwas unverständliches, aber Schnee antwortete: "Er heißt Kralle", hob sie an, "ich habe ihn schon oft durch unser Territorium streifen sehen. Er hat unsere Beute gefangen." Ihre Stimme klang zittrig.
Eiche schaute zu Fuchs, der wie erstarrt dastand. "Warum hast du ihn nicht gestellt?" Fuchs Stimme klang eher erstaunt als wütend.
Schnee knetete nervös etwas Erde zwischen den Pfoten doch sie sprach langsam weiter: "Ich habe schon mal gegen ihn kämpfen müssen. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie stark er ist!" sie holte tief Luft. "Seht ihr diese Narben?" sie deutete auf die langen Narben in ihrer Flanke, die Eiche schon lange zuvor aufgefallen waren.
Schnee sprach murmelnd weiter: "Das war er! Damals, als ich noch ein Junges war, hatte meine Schwester Grünen Husten. Sie fraß nichts mehr, und meine Eltern beauftragten mich, Katzenminze zu holen. Was ich auch tat, doch dann griff er mich an." Bei Schnees traurigen Worten schnürrte es Eiche die Kehle zu.
"Es war ein langer, mühseliger Kampf. Doch er gewann.
Ich nahm die Minze und rannte davon. Aber als ich wieder beim Bau war..." Schnee musste heftig schlucken, "... war es zu spät." Fuchs legte ihr mitfühlend seinen Schwanz auf die Pfoten.
"Lasst uns weitergehen!", miaute er hastig, um weitere unangenehme Fragen zu Vermeiden.
Eiche stolperte hinter ihnen her.
Die Geschichte hatte ihn sehr getroffen, obwohl er Glanz nicht gekannt hatte. Niedergeschlagen folgte er den anderen Richtung Trainingskuhle.

Ein stechender Schmerz durchzuckte Eiches Körper. "Achte mehr auf deine Haltung, Eiche!" miaute Fuchs verärgert.
Bei der nächsten Attacke war er noch unbeholfener. Als Blume ihn anstieß, verlor er das Gleichgewicht und fiel um.
Plötzlich kam ihm die zwei Fuchslängen lange Trainingskuhle unendlich lang vor.
Ihm wurde heiß und kalt. Er fühlte sich wie ein totes Kaninchen, mit dem ein kleines Junges spielte.
Eiche rappelte sich auf, aber er sah alles verschwommen: Die Bäume, die Büsche... alles! Mühsam hob er seine Pfote und schlug nach Blume.
Sein Schlag war so schwach, das Blume ihm leicht ausweichen konnte. Ach was! dachte er und wandte sich ab. Fuchs stellte sich ihm in den Weg. "Ist etwas?", miaute er. Sein Gesichtsausdruck verriet Sorge. Aber Eiche miaute schnell: "Nee! Mir geht es gut." er wusste, dass das nicht stimmte.
Fuchs strich ihm mitfühlend mit dem Schwanz über den Rücken.
Er zuckte zusammen. "O, Eiche! Du hast ja Fieber!" Eiche senkte den Kopf; Sein Körper fühlte sich glühend heiß an.
Schnee lief zu ihnen und schleckte ihrem Sohn übers Gesicht. "Lasst uns zum Bau gehen", miaute sie und sah Eiche mitfühlend an. "Dort wirst du versorgt."
Fuchs leckte ihm tröstend über den Kopf und stützte ihn beim Weg zurück zum Bau. Seine Glieder schmerzten.
Als sie ankamen, fiel er in sein Nest und schlief sofort ein, so dass er gar nicht merkte, dass Schnee im Mohnsamen neben die Pfote legte.

3.Kapitel

ALS EICHE wieder erwachte, war er nicht mehr in seinem Nest. Er war auf einer kleinen, grünen Lichtung.
Um ihn herum standen die Bäume so hoch, dass er das Mondlicht hinter den dichten Blättern kaum erkennen konnte.
Dennoch war der Wald von Licht erfüllt, und es roch überall nach Beute. Obwohl er diesen Ort nicht kannte, beschlich ihn das Gefühl, das der Wald ungefährlich war.
Sein Drang, den Wald zu erkunden, siegte. Vorsichtig geduckt schlich er über den laubbedeckten, feuchten Boden.
Nach einiger Zeit verlor er seine Angst und preschte durch hohes Gras, dichtes Gestrüpp und feuchtes Moos.
Ehe er sich versah, war er am anderen Ende des Waldes. Vor ihm erstreckte sich ein kleiner See, auf dessen Oberfläche zahllose Sterne leuchteten.
In die drei Fuchslängen breite Wasserwiese mündelte ein schmaler Bach, der an einem kleinen Wasserfall mit dem See verschmolz.
Eine halbe Ewigkeit starrte Eiche in das Meer aus Strahlenden Sternen, bis er plötzlich Stimmen hörte: "Ich spüre, dass er da ist. Folge mir einfach, Gelbzahn!", miaute die erste Katze.
Die zweite Katze, die vermutlich Gelbzahn war, krächzte: "Blaustern, bist du sicher, dass er es ist?"
"Ja, ganz sicher!", miaute diese. Eiche duckte sich hinter einem kleinen Felsen und starrte wie gebannt in die Richtung, aus der er die Stimmen vernommen hatte.
Auf einmal teilte sich der Farn auf der anderen Seite des Sees und eine blaue Kätzin trat hervor.
Eine zweite Katze trat an ihre Seite. Sie hatte struppiges graues Fell und krächzte mürrisch: "Blaustern, hier ist niemand! Ich habe es dir doch gesagt!" Blaustern blickte in Eiches Richtung.
Sie maunzte: "Doch, er ist hier. Ich kann ihn riechen!" Mit anmutigen Schritten ging sie langsam um den See herum.
Eiche duckte sich tiefer hinter den Felsen, doch da hatte Blaustern ihn schon entdeckt.
Einen Herzschlag lang dachte Eiche, dass Blaustern ihn Angreifen würde, doch sie strich mit dem Schwanz über seine Pfoten und miaute: "Willkommen beim Sternenclan, Kleiner!"
Eiche war so baff, dass er nur "Ähh...Ähm" herausbrachte.
Die struppige Graue trat an ihre Seite. "Oh, Ähm...mein Geruchssinn ist eben mal nicht mehr so gut", versuchte sie sich zu verteidigen.
Blaustern ignorierte sie. "Wie heißt du?", fragte sie "ich bin Blaustern und das ist Gelbzahn!" Mit ihrem Schwanz deutete sie auf die Struppige Graue. Gelbzahn. "Ich...bin Eiche", sagte Eiche so leise, dass er dachte, niemand hätte es gehört. Doch er irrte sich.
Blaustern und Gelbzahn standen wie versteinert da.
Dann hauchte Gelbzahn so etwas wie: "Das ist er! Du hattest Recht, Blaustern!" Sicher war sich Eiche aber nicht.
Dann fragte er, weil er nichts besseres zu sagen hatte: "Wer oder was ist der Sternenclan?" Blaustern und Gelbzahn schauten sich entschlossen an.
"Wenn gute Katzen sterben, dann kommen sie zum Sternenclan", hob Gelbzahn an. Blaustern fuhr fort: "Und du stehst hier in unserem Territorium." Gerade wollte Eiche etwas erwidern, da raschelte hinter ihm etwas im Farn. Schnell wirbelte er herum. Überall traten Katzen hervor.
Er sah genauer hin. Da waren Stock und Silver, Fuchs´ Eltern, und Fuchs´ Schwester Fluss, die bei einem Kampf getötet worden war.
In der Menge war auch Glanz, Schnees Schwester.
Eiche erinnerte sich noch genau an die Geschichte über ihren Tod, die Schnee erzählt hatte.
Bei dem Gedanken zog sich ihm der Magen zusammen. Er schaute nach Gelbzahn und Blaustern, aber sie waren verschwunden! Wo sind sie bloß hin?, fragte sich Eiche.
Als er wieder zu der Katzenmenge sah, merkte er, das sich die Katzen in Luft auflösten. Panisch rannte er zu Stock und Silver.
Silver sprach beruhigend auf ihn ein: "Hab keine Angst Eiche!", miaute sie "Wir werden immer für dich da sein." Mit Schaudern musste Eiche zusehen, wie Stock, Silver, Fluss und Glanz von der Dunkelheit der Nacht verschluckt wurden.

Ein heller Blitz flammte am Himmel auf. Eiche zuckte zusammen.
Einen Moment lang musste er sich von dem Schock erholen. Als er wieder bei Sinnen war, war er von dichtem Schneegestöber umgeben, sodass er kaum eine Schwanzlänge in die Ferne schauen konnte. Schneeflocken wirbelten ihm um die Ohren. Der Schnee reichte ihm bis zu den Knien.
Mühsam stapfte er durch den Schnee, als er glaubte, roten Pelz in den Schneemassen sehen zu können. Fuchs? Ja, Fuchs! Und da waren auch Blume und Schnee!
Eiche wollte auf sie zulaufen, doch er kam nicht voran, es schien, als ob er am Boden festgewachsen war.
Er zog und zog. Eiche versuchte alles, um vom Boden wegzukommen, doch vergeblich. Fuchs, Schnee und Blume drehten sich um.
"Nein! Geht nicht! Bleibt hier!" Er schrie aus vollem Halse: "Neiiiiiiiiiin!"
Plötzlich merkte er, wie er ins Rutschen kam. Er wurde in die Tiefe gerissen und konnte nichts dagegen tun! Eiche platschte in Eiskaltes Wasser.
Die Fluten trafen über ihm zusammen. Panikerfüllt schnappte er nach Luft. "Fuchs!", rief er. "Schnee, Blume! Wo seid ihr? Verlasst mich nicht! Neiiiiiin."
Noch nie hatte sich Eiche einsamer, verängstigter, und verlorener gefühlt.
Da hörte er eine Stimme.
Er wusste nicht, woher sie kam, er konnte sie nicht orten, er glaubte, dass es Blausterns Stimme war: "Hab keine Angst, Eiche, die wird nichts geschehen", miaute sie, "du hast eine große Bestimmung vor dir!" Aber wie soll ich herausfinden, was sie ist?, fragte sich Eiche.
Und als hätte Blaustern Eiches Gedanken gelesen, miaute sie: "Hör auf dein Herz und blicke in die Zukunft, egal was kommt!"

4.Kapitel

"HÖR AUF DEIN HERZ und blicke in die Zukunft, egal was kommt!" Blausterns Worte gingen Eiche nicht mehr aus dem Kopf.
Was war seine Bestimmung? Wie würde er herausfinden, was sie bedeutete? Er hätte Blaustern noch so viele Fragen stellen können. Er schüttelte den Kopf. "Ist etwas, Eiche?" Schnees Stimme lies ihn zusammenzucken.
"Ich dachte, Mohnsamen und Lavendel wirken Wunder." Sie legte den Kopf schief. "Oder die Kraft des Sternenclans", murmelte Eiche. "Was?", fragte Schnee. Eiche antwortete: "Ich hatte nur einen Traum." Er wiegte den Kopf hin und her. "An Träumen ist manchmal etwas Wahres dran", miaute Fuchs.
Eiche überlegte. Lag vor ihm wirklich eine große Bestimmung? Eine glorreiche Zukunft? War es so, wie Blaustern es ihm prophezeit hatte? Vielleicht...Nein! Eiche versuchte, den Traum so schnell wie möglich aus seinem Gedächtnis zu verbannen. Stattdessen fragte er: "Wir wollten klettern?" Hoffnungsvoll schaute er Fuchs an.
"Gut", miaute Fuchs. "Wer´s da rauf schafft!" Er deutete mit dem Schwanz auf eine hohe Buche.
Sie war beeindruckend groß und überall schauten Äste hervor. "Is´ doch einfach!", maunzte Blume und sprang auf den ersten Ast. Sie rutschte ab und fiel herunter.
Da es letzte Nacht geregnet hatte, war der Ast nass und rutschig geworden.
Eiche bohrte seine Krallen in die feuchte Rinde und zog sich zum ersten Ast hoch. Mit wackeligen Beinen hüpfte er auf den zweiten, und auf den dritten.
"Hey das ist unfair, du hattest Vorsprung!", miaute Blume und kletterte neben ihm hoch.
Eiche jedoch kümmerte sich nicht mehr um die Wette, er wollte einfach hoch. Er schlug seine Krallen in die Rinde und versuchte nicht abzurutschen.
Höher und höher kletterte er, und anstatt mit jedem Zug schwächer zu werden, wurde er mit jedem kräftiger. Unter ihm klagte Blume über schmerzende Pfoten. Eiche konnte schon fast die Wolken sehen. Der letzte Hieb, der letzte Tritt, und schon war er im obersten Wipfel des Baumes.
Vor ihm erstreckte sich der unendlich lange Wald. Grüne, rote und gelbe Baumwipfel wiegten sich unter ihm im Wind. Da entdeckte er eine Lücke zwischen dem Blättermeer. Die Lichtung! Eiche streckte seine Nase in die Höhe und prüfte die Luft.
Es roch nicht nach dem Waldboden, nicht nach feuchtem Moos, nassem Laub und morschem Holz. Es roch nach...Freiheit.
Er atmete tief durch. Es war ein tolles Gefühl. Nie hatte er sich freier gefühlt. Er hatte das Gefühl, als wäre er die einzige Katze auf der Welt. Unter ihm raschelte es. Blume. Sie hievte sich am nassen Stamm hoch, wobei sie immer wieder abrutschte, und eine Schwanzlänge in die Tiefe rutschte.
"Stell deine Hinterbeine auf den Ast da!", rief Eiche ihr zu. Blume tat das und schlüpfte neben Eiche hervor.
"Wow." Blume starrte verzaubert auf den Wald.
"Kommt wieder runter!" Fuchs Stimme riss Eiche aus seinen Gedanken. Blume seufzte und begann den Stamm herunterzurutschen, doch Eiche wagte nicht, sich zu bewegen. Vor ihm ging es 1 1/2 Baumlängen in die Tiefe. Doch dann erinnerte er sich an Blausterns Worte.
Dir wird nichts geschehen, Eiche. Er fasste sich ein Herz und rutschte den Stamm herunter.
"Das war unglaublich!", miaute Eiche, als er unten war.
Fuchs schaute ihn belustigt an, dann seufzte er: "Hättest du Lust, auch mal auf Felsen zu klettern?" Freude flammte in Eiches Augen auf. Wenn sie auf Felsen kletterten, musste das bedeuten, das sie zu den Schluchten gehen.
Diese hatte er noch nie gesehen, obwohl sie in ihrem Territorium lagen. Schnee hatte ihnen erzählt, das es dort oft Steinrutsche gab, und es zu gefährlich wäre, sich als Junges dort aufzuhalten. Doch nun waren sie älter.
Endlich konnte Eiche sie sehen. Eiches Schwanzspitze zuckte vor Aufregung. In seinen Augen lag tiefe Entschlossenheit, sodass er auf Fuchs Frage nicht mehr antworten musste.
"Dann lasst uns aufbrechen!", sagte Schnee und schritt voran. Fuchs, Eiche und Blume folgten ihr.

5. Kapitel

DEN GANZEN WEG LANG kribbelte es in Eiches Pelz. Was würde ihn erwarten? Die Landschaft veränderte sich. Die Bäume verschwanden. Nun liefen sie auf blankem Stein, und irgendwann glaubte Eiche, den Abgrund erkennen zu können.
Dann waren sie da. Vor ihm erstreckte sich eine riesige Schlucht. Eine Baumlänge breit und zwei Baumhöhen hoch.
Eine sanfte Brise blies durch Eiches Pelz. "Wollen wir runtergehen?", fragte Fuchs. Aber Wie?, wollte Eiche schon fragen.
Aber da merkte er, wie ein paar Fuchslängen von ihm entfernt die Felsen Schlagartig kleiner wurden, und mit dem flachen Grasland verschmolzen. Übermütig rannte er los. Der Wind pfiff durch sein Fell.
Drei Schwanzlängen, bevor die Felsen verschwanden, blieb er stehen. Aus dieser Position hatte er einen ganz anderen Blick auf die Schlucht. Die Sonne warf lange Schatten auf den Boden und die Abenddämmerung lies seinen Pelz rötlich braun erleuchten.
Ein Satz, und er stand in der Schlucht.
Die Felsen türmten sich links und rechts von ihm auf. An einer Felswand sah er Fuchs, Schnees und Blumes Schatten, die sich langsam auf ihn zubewegten.
"Nicht so schnell!", prustete Blume "Du bist abgedüst wie ein Adler im Sturzflug!" Schnee und Fuchs tauchten neben ihr auf und sahen sich um. "Nichts hat sich verändert.", sagte Schnee sanft.
Sie leckte Fuchs über die Ohren. Eiche zog eine Grimasse und Blume warf ihm belustigte Blicke zu. "Wir wollten klettern?", miaute Eiche, um die Aufmerksamkeit auf etwas Anderes zu lenken.
Fuchs sah sich in der Schlucht um. "Da!", miaute er und deutete mit dem Schwanz auf einen Teil der Felswand, in der viele Vertiefungen und Plateaus waren.
Eiche wollte nicht länger warten. Er rannte auf die Felswand zu, ortete den ersten Vorsprung und setzte zum Sprung an.
Der Vorsprung war so hoch, dass er ihn nur mit den Vorderpfoten fassen konnte.
Doch Eiche hatte nicht die Kraft, sich am Plateau hochzuziehen. Er rutschte ab und landete auf dem steinigen Boden.
Blume versuchte, sich an den glatten Wänden hochzuziehen, doch auch sie fiel herunter. Auf Bäume klettern ist viel einfacher!, dachte Eiche und verzog missmutig das Gesicht.
Doch es hellte sich gleich wieder auf. "Blume, stell dich auf meine Schultern und spring von da auf den Vorsprung. Dann kannst du mich hochziehen", rief er Blume zu, die sofort auf seine Schultern sprang.
Von da aus war es ein Leichtes, auf dem Vorsprung zu kommen. Als Blume sicher auf dem Plateau stand, nahm Eiche Anlauf und wurde von Blume darauf gezogen.
Keuchend sprang er auf den Nächsten, der leicht zu erreichen war. Blume machte einen Satz und landete neben ihm.
Die nächsten Vorsprünge waren leicht zu erreichen, bis Eiche stehen blieb. Über ihm war der Rand der Schlucht.
Nur noch ein Sprung, aber dass war das Problem. Um da hochzukommen müsste er eine Fuchslänge hoch springen, dass schaffte er niemals.
Er blickte nach unten. Blume baumelte an einem Vorsprung unter ihm, und Fuchs und Schnee waren nur noch Silhouetten am Boden. Die heiße Abendsonne brannte ihm auf den Pelz. Wind zerzauste sein Fell.
Da entdeckte er ein paar Rillen im Stein. Gerade so breit, das er sich mit den Pfoten festhallten konnte. Du schaffst das! Eiche machte sich Mut.
Er stellte eine Hinterpfote in die erste Rille.
Da polterte über ihm etwas und kleine Kiesel fielen neben ihm auf das Plateau. Staub rieselte in seinen Pelz.
Eiche hatte ein grummelndes Gefühl im Bauch. Er duckte sich auf den Vorsprung.
Da hörte er Schnee panisch rufen: "Kommt sofort runter da! Ein Steinrutsch! Eiche..."
Mehr konnte Eiche nicht verstehen, als plötzlich ein kopfgroßer Stein neben ihm aufkam.
Er wich in letzter Sekunde aus. Geblendet vom Licht der Sonne, hangelte sich Eiche auf den Vorsprung neben ihm.
Gerade noch rechtzeitig, bevor eine Steinlawine das Plateau unter sich begrub.
Eiche sah angsterfüllt nach unten.
Blume hatte sich bereits in Sicherheit gebracht. Ein Stein, der so groß war wie er, fiel von oben herunter und wirbelte Staub auf. Eiche schloss die Augen. Der Stein knallte auf einen Vorsprung.
Der Lärm verhallte in der Schlucht. Dann herrschte Stille.
Totenstille.

6. Kapitel

DER KNALL VERHALLTE IN DER SCHLUCHT. Eiche zuckte mit den Ohren, wagte es aber nicht, die Augen zu öffnen.
Er hatte das Gefühl, sein Blut war erstarrt. Die Abendsonne knallte heiß auf seinen Pelz.
Vorsichtig öffnete er die Augen. Direkt vor ihm stand Blaustern, aber neben ihr stand nicht Gelbzahn, sondern eine schiltpattfarbene Kätzin.
"Hallo Eiche!", miaute Blaustern. Eiche grüßte mit einem Blinzeln seiner Augen.
"Das ist Tüpfelblatt, sie war vor Gelbzahn die Heilerin des Donnerclans." Eiche sah sie scheu an.
Dann erhob Tüpfelblatt das Wort: "Komm, ich möchte dir etwas zeigen. Folge mir!" Sie sprang zum Rand der Schlucht und drehte sich noch einmal zu Eiche um. "Komm Eiche!", miaute sie, "du wirst es nicht bereuen."
Vorsichtig hüpfte Eiche ihr hinterher.
Er hatte keine Ahnung, wo sie ihn hinführte.
Kurz prüfte er die Luft. Schlagartig blieb er stehen.
Tüpfelblatt drehte sich zu ihm um. "Was ist denn?", fragte sie sanft. "Warum kommst du nicht?" "Wir haben die Grenze übertreten!", hauchte Eiche. "Fuchs hat mir und Blume gesagt, dass wir, egal was wir tun, niemals die Grenze übertreten sollen."
Tüpfelblatt sah ihn verständnisvoll an. Dann miaute sie: "Keine Angst Kleiner, bei mir bist du sicher." Eiche schluckte und folgte ihr.
Sie gingen über eine kleine Wiese, bis zu einem Laubwald. Irre ich mich nur, oder riecht es hier nach Katzen?, fragte sich Eiche.
Ihm war das alles nicht geheuer, doch von der Neugier erfasst, folgte er Tüpfelblatt durch den Wald. Plötzlich blieb sie vor einer Dornenbarriere stehen, und sagte: "Pass auf, dass du dich nicht an den Dornen stichst." Dann verschwand sie im Gestrüpp.
Aus Angst sie zu verlieren, zwängte sich auch Eiche durch den Dornentunnel.
Doch das hatte sich gelohnt. Vor ihm erstreckte sich eine große Lichtung, auf der sich unzählige Katzen befanden.Eiche schritt zusammen mit Tüpfelblatt darüber.
Gerade sprach ein dunkelbraun getigerter Kater mit einer Gruppe von Katzen: "Achtet besonders auf die Schattenclangrenze!", sagte er. "Eichhornschweif hat letztens Schattenclan auf unserer Seite gerochen!"
Eiche schaute sich weiter um.
Da wurde er fast von zwei spielenden Jungen umgerannt. Sie waren so schnell, dass Eiche nur einen sandfarbenen und einen dunkelroten Blitz erkennen konnte. Da stubste Tüpfelblatt ihn an.
"Das ist der Donnerclan", miaute sie. "Er ist einer von vier Clans, die weit von deinem Zuhause entfernt an einem großen See leben."
"Das da drüben ist Häherfeder", miaute sie und deutete auf einen grau getigerten Kater, der ein Bündel Kräuter im Maul hatte.
"Er ist der Heiler des Clans und kümmert sich um kranke Katzen. Er ist aber auch, zusammen mit dem Anführer, der Einzige im Clan, der mit dem Sternenclan kommunizieren kann." Eiche blickte dem Heiler nach, der schließlich in einem Ginsterstrauch verschwand.
Da lenkte Tüpfelblatt seine Aufmerksamkeit auf einen dunkelbraun getigerten Kater.
"Das ist Brombeerkralle, der zweite Anführer des Clans. Seine Aufgabe ist es, Patroullien einzuteilen und zusammen mit dem Anführer den Clan zu überwachen." Eiche stuzte. War das nicht der Kater, der den anderen Katzen aufgetragen hatte, auf die Schattenclangrenze zu achten?
Tüpfenblatt nickte, als hätte sie seine Gedanken gelesen.
Sie gingen weiter. Da blieb Tüpfelblatt auf einmal vor einem großen Felsen stehen. Darunter saß ein schöner feuerfarbener Kater. "Und das, Eiche," sagte sie, "das ist Feuerstern, der Anführer des Donnerclans."
Ehrfürchtig blickte Eiche auf den Kater, der mit stolz erhobenem Schwanz auf seinen Clan blickte.
Tüpfelblatt holte Luft, dann hob sie an: "Eines Tages, Eiche..."
Blötzlich verschwammen sie und das Lager und alles wurde dunkel.

7. Kapiel

"Eiche!" Stimmen drangen an Eiches Ohr. Eiche schlug die Augen auf. Er wollte nach Luft schnappen, aber er schmeckte nur matschiges Wasser.
Er ruderte mit den Beinen. Er war gefangen.
Seine Schultern schmerzten. Er merkte, dass ihn eine Katze unter Wasser drückte. "Du wirst die Clans niemals retten!" Die Stimme klang, obwohl er wegen dem plätscherndem Wasser kaum etwas hören konnte, klar und hatte einen leicht aggressiven Unterton.
Eiche bekam kaum noch Luft. Er versuchte, sich aus dem festen Griff der Katze zu befreien.
Dann war alles still. Eine innere Ruhe überwältigte Eiche und er sank nach unten. "Gut gemacht! Wir gehen", sagte die Stimme.
Ich muss sterben! Die Lage ist aussichtslos.
Im letzten Moment spürte Eich einen festen Griff an seinem Genick und mit einem Ruck wurde er nach oben gezogen.
Er schnappte nach Luft und sah, dass die Kätzin, die ihn gerettet hatte, silberweiß getigert war.
Sie sah so aus, als ob sie sich selbst sehr anstrengte, nicht unterzugehen. Ihre Schwimmzüge waren sehr unsicher. Als sie das Ufer erreicht hatte, blieb sie, wie Eiche selbst, keuchend liegen.
Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, bis Eiche aufstand und die Kätzin anstupste.
Sie sprang auf und wirbelte herum. Als sie Eiche sah, atmete sie erleichtert auf.
"Du bist's nur.Wie heißt du denn?", fragte sie.
"Ich heiße Eiche, aber wie heißt du?" Er schaute sie mit großen Augen an.
"Ich bin Efeupfote vom Donnerclan." Schon wieder diese Clans! "Wo sind wir hier? Sind wir beim Sternenclan?" Eiche sah um sich. Die Fichten waren so hoch und dicht, dass man die Sterne gar nicht erkennen konnte. Der Boden war matschig und Fichtennadeln stachen ihm in die Ballen.
Der Fluss war braun und sein Strom reißend schnell.
Wenn das der Sternenclan ist, dann möchte ich nach meinem Tod nicht hierher kommen. "Das ist nicht der Sternenclan", miaute Efeupfote. "Das ist der Wald der Finsternis!"
Eiche schauderte. Schon der Name klang recht finster.
Aber der Wald erst... Eiche traute sich zuerst nicht, doch dann fragte er: "Was ist der Wald der Finsternis?"
Efeupfote fuhr wütend die Krallen aus. "Hier kommen die Katzen nach dem Tod hin, die böse waren", erklärte sie grimmig.
Eine siegend heiße Vermutung stieg in Eiche auf.
"Warum bist du hier?", fragte er mit zitternder Stimme. "Bist du etwa..."
"Nein! Niemals!", schrie Efeupfote. "Ich werde mich ihnen nie anschließen. Sie haben mich hierher geholt! Verstehst du? Der Wald der Finsternis will aus mir eine tötende Kriegerin machen, die für sie kämpft!"
Sie drehte sich um und rannte in den Wald. Alles was er von ihr in diesem Moment gehört hatte, überforderte Eiche.
Holt der Wald der Finsternis sich Katzen, die er für eine Schlacht ausbildet? Für welche Schlacht? Gegen wen? Gegen die Clans?
Er sah nur eine Möglichkeit, das herauszufinden: Er musste Efeupfote folgen.
Eiche Prüfte die Luft. Als er ihre Spur entdeckt hatte, preschte er los. Sein Schwanz fegte über den Boden. Er rannte immer weiter. Immer tiefer in den unheimlichen, dunklen Wald hinein. Immer hinter Efeupfotes Geruch her.
Sein Herz hämmerte und seine Muskeln bebten. Er grub seine Krallen immer fester in den Boden und stieß sich immer stärker ab. Er wusste instinktiv, wo Efeupfote war.
Sein Herz machte einen Satz, als er glaubte, Stimmen zu hören.
Abrupt blieb er stehen. "Wir müssen wachsam bleiben und unsere Krieger besser ausbilden. Jeder Tod ist wichtig!", knurrte eine Stimme.
Eiche sah genauer hin. Der Kater war braun und groß. Seine Augen blitzten vor Wut.
Er saß auf einem Felsen. Unter dem Felsen saßen etliche Katzen.
Eiche hatte noch nie so viele Katzen auf einmal gesehen. Der Braune sprach weiter.
"Viele Katzen haben sich beim Training gestern Nacht bewiesen. Besonders du, Felsenkralle! Der SchattenClan hat so einen starken und disziplinierten Kater nicht verdient! Du bist nun ein echtes Mitglied des Waldes der Finsternis ."
Die Katzenmenge jubelte. "Felsenkralle! Felsenkralle!" Der junge Kater setzte sich auf. "Ich werde den SternenClan auf ewig hassen, Braunstern."
Eiche spähte zwischen den Zweigen hindurch. Da erkannte er Efeupfote. Sie saß etwas abseits der Anderen und wirkte nicht so begeistert.
Das war Eiche auch nicht.
Ich mag den Sternenclan. Und ich glaube, dass diese Katzen hier einen großen Fehler begehen. Das gefällt mir gar nicht!

8. Kapitel

DIE LANDSCHAFT WAR WUNDERSCHÖN. Sie war überzogen von einer weißen Schicht Schnee.
In den Tannen schienen Tonnen von Schnee zu hängen. Selbst der kleine Teich, der direkt neben den dem Bau war, war fast zugefroren.
Eine leichte Böe blies Eiche durch den Pelz. Er dachte nicht mal an den Traum in der Letzten Nacht.
Auch Blumes Augen glänzten bei dem wundervollen Anblick, der sich ihr bot. So etwas Schönes wie das hatten sie noch nie gesehen. Traumhaft.
„Die Schönheit täuscht!“ Eiche wirbelte herum.
Hinter ihm saß Fuchs, der mit einer Pfote im Schnee scharrte. „Fuchs hat Recht.“, miaute Schnee, die sich neben ihren Gefährten setzte, „In der Blattleere gibt es oft Schneeverwehungen und Schneestürme.“
Eiche beachtete die Warnung von Schnee nicht. „Können wir jagen gehen?“, fragte er. Er war sich sicher, das Jagen im Schnee eine echte Herausforderung war, denn er roch –wegen des Schnees- überhauptkeine Beute.
Gab es in der Blattleere etwa keine Beute? Bei diesem Gedanken spürte Eiche ein Kribbeln im Bauch.
„Wenn du willst können wir sofort gehen.“, miaute Schnee.
Sie waren erst seit kurzer Zeit auf der Jagd, da glaubte Eiche, etwas auf einem Schneehügel sehen zu können.
Er gab Schnee, Fuchs und Blume ein Schwanzzeichen und ließ sich in ein Jagdkauern fallen.
Alle seine Muskeln waren zum Zerreißen gespannt. Dann erkannte er was da saß.
Eine Maus! Sie knabberte an einem Kiefernzapfen. Geradezu unaufmerksam hockte sie da.
Eiche schlich mit sicheren Pfoten näher. Da bemerkte er, dass der Wind aus seiner Richtung kam.
Angst blitzte in ihm auf. Würde die Maus ihn bemerken?
Ja. Sie tat es. Aber zu spät. Eiche machte einen entschlossenen Satz nach vorne und tötete die Maus mit einem Bissen.
„Das hast du sehr gut gemacht!“, miaute Fuchs zufrieden.
Schnee erklärte schnurrend: „Achte beim nächsten Mal aber auf den Wind. Du hast flinke Pfoten, aber die Maus hätte entkommen können. Du hast sie aber doch erwischt. Ich bin sehr stolz auf dich mein Sohn!“
Blume schnaubte verächtlich: „Pah! Alter Angeber! Ich hätte das geschafft, bevor du nur miau sagen kannst.“
Schnee glitt zu ihr und strich ihr mit dem Schwanz über das Gesicht.
„Freu dich doch für deinen Bruder!“, miaute sie.
Ihr Pelz war leicht gesträubt, aber ihre Stimme klang sanft.
Blume war sauer.
Das sah Eiche sofort. Ihre Schwanzspitze zuckte. „Machen wir doch einfach weiter.“, wand Fuchs skeptisch ein.
Blume nickte; offensichtlich hatte sie sich wieder eingekriegt.
An Eiche gewandt miaute sie: „Guter Fang.“ Schnee nickte ihnen zu, dann gingen sie weiter.
Zischend fügte Blume hinzu: „Warts blos ab, ich fang was größeres.“ Zu Eiches Erstaunen hörte sich ihre Stimme nicht verächtlich an, sondern freundlich!
Während Eiche weiter ging, merkte er, wie die Kälte sich langsam einen Weg durch seinen Pelz bahnte.
Er schüttelte sich und beschleunigte seine Schritte.
Als er bei Schnee angekommen war, tippte er sie mit Dem Schwanz an. „Wo wollen wir eigentlich hin? Dauert es denn noch lange?“, nuschelte er, weil er mit der Maus im Maul nicht so gut reden konnte.
Sie antwortete: „Wir gehen zur großen Buche. Dort gibt es selbst in der Blattleere einige Eichhörnchen.
Vielleicht fängt Blume ja eines, dachte Eiche, das gönne ich ihr.
Blume blickte immer noch etwas missmutig drein. Sie murmelte etwas Unverständliches.
Schon waren sie da. Erneut. Eiche prüfte die Luft. Tatsächlich roch er einen Hauch von Eichhörnchen.
Der Geruch war frisch, gut für Blume. Sie  hatte eine gute Nase.
Wenn es jemanden gibt, der dieses Eichhörnchen findet, dann ist es Blume.
Eiche sah zu ihr. Sie hatte den Geruch offenbar schon wahrgenommen, denn
sie beschnupperte jeden Zweig.
Einige Herzschläge vergingen. Da hörte Eiche es auch. Über ihnen huschte ein flinkes Eichhörnchen von Ast zu Ast, sodass der Schnee auf sie herabrieselte.
Blume spannte die Muskeln an. Keiner bewegte sich. Sie schlich zum Baum.
Aber sie brauchte einige versuche um an der glatten, harten Rinde halt zu finden. Dann ging alles sehr schnell.
Blume preschte den Stamm nach oben. Der Baum wackelte so sehr, dass eine ganze Ladung Schnee auf Eiche herabstürzte.
Er konnte noch gerade Rechtzeitig zur Seite springen, bevor ein riesiger Schneehaufen neben ihm auf den Boden stürzte.
Blume war auf einen Ast gesprungen. Natürlich hatte das Eichhörnchen sie schon längst bemerkt, doch Blume wollte es.
Sie machte einen riesen Satz in die Luft und schlug das Eichhörnchen von dem Ast über ihr. Aber sie konnte es nicht richtig packen.
Es flutschte durch ihre Pfoten und stürzte in die Tiefe, direkt auf Fuchs zu. Er fischte es aus der Luft und tötete es mit einem Biss.
Eiche drehte sich Fuchs zu. Blume kletterte den Baum hinunter. „Das.. Das war das unglaublichste, was ich je gesehen habe!“, schnurrte Schnee und sah bewundernd zu Blume auf.
Blumes Augen glänzten vor Stolz. „Das war doch gar nichts!“, antwortete sie und scharrte verlegen mit den Pfoten im Schnee.
Eiche spürte einen Stich der Eifersucht auf dem Herzen.
„Lass und zum Bau gehen und die Beute lagern.“, schlug er vor, „mein Fell ist eiskalt.“ Eiche leckte die Pfote und schüttelte sich.
„Gut, lass uns aufbrechen.“

Sie hatten die Beute zum Bau gebracht und waren wieder auf Jagd. Eiche stapfte durch den Schnee.
Es hatte angefangen zu schneien. Federleichte Schneeflocken flogen ihm um die Nase und blieben an seinem Pelz hängen.
Noch mehr Schnee!
Eiche war nicht sehr glücklich, denn der Schnee reichte ihm bis zum Bauch. Durch die Nässe klebte sein Fell an den Beinen.
Auch Blume zitterte, aber die Neugier in ihren Augen verriet Eiche, dass sie genauso wenig wieder zurückgehen wollte wie der Rest der Familie.
Eiche schüttelte sich, um die Kälte aus seinem Fell zu vertreiben.
Eine Woge der Erleichterung überkam Eiche, als sie wieder in der Nähe der großen Buche waren. Ihr Wipfel ragte über den Anderen Baumkronen hervor.
Obwohl sich Eiche danach sehnte, wieder dort zu jagen, schlugen sie einen anderen Weg ein. Sie näherten sich der Grenze. Eiche hielt den Atem an. Sie gingen zu der Stelle, wo sie damals ein Stück ihres Territoriums an Kralle abgetreten haben.
„Wir müssen es tun.“, hörte Eiche Schnee murmeln. „Ihr seid nun Bereit.“
Eiche schauderte. Fuchs Schnurrhaare begannen kampflustig zu zucken.
Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit als sie auf Kralle warteten.
Eiche überlegte.
Ist es denn überhaupt gerecht einen Einzelnen Kater zu viert anzugreifen?
Doch als er Schnee fragen wollte raschelte es im Gebüsch.
Fauchend sprangen Schnee und Fuchs auf die Pfoten. Schneepuder wirbelte auf. Zwei Herzschläge später stürzte ein rotbrauner Kater aus dem Gestrüpp und stürzte sich auf Schnee die sofort Kreischens auf den Boden stürzte.
Eine tiefe Stimme brummte: "So sieht man sich wieder!"
Kralle sprang aus den Büschen und wollte auf Blume springen. Aber Fuchs stieß sie Weg und mit einem dumpfen knall krachte Kralle auf Fuchs. Kralle war größer als er, aber Fuchs nutzte sein Ganzes können.
Eiche wollte ihm zur Hilfe kommen, doch da wurde er von einer grauen Kätzin zur Seite gestoßen.
Er versuchte sie abzuschütteln, aber sie war zu schwer.
Eiche begann, mit seinen Pfoten den Bauch der Kätzin zu bearbeiten. Blut spritzte auf den weißen Schnee.
Eiche hörte einen Schrei. Er kam von Blume.
Sie hatte Schnee geholfen, nachdem der rotbraune Kater sie angegriffen hatte.
Eiche wollte ihr helfen, aber er war mit dich selbst beschäftigt.
Die blaue Kätzin schlug mit der Pfote auf Eiches Ohren. Er lies einen schmerzerfüllten Schrei los und spannte seine Kräfte an.
Als die blaue für einen Augenblick abgelenkt war, presste Eiche mit einem Ruck seine Hinterbeine in ihren Bauch.
Sie verlor das Gleichgewicht kippte zur Seite. Eiche wirbelte herum und schlitzte ihr die Flanke auf.
Sie schrie und sprang auf sie Pfoten. In ihren Augen loderte ein Feuer der Wut.
Hasserfüllt schleuderte sie Eiche gegen einen Baum, wo er reglos liegenblieb.

9.Kapitel

"UND WIE ER DIE BLAUE KÄTZIN dann angegriffen hat! Das war einfach unglaublich!", miaute Blume.
Eiche leckte sich verlegen die Schnurrhaare.
Blume schilderte gerade Schnee, wie Eiche gegen die Kätzin gesiegt hatte.
"Sich Tod stellen. Da wär ich im Leben nie drauf gekommen!", sagte Blume.
"Eiche hat das besser gemacht, als ich es je tun könnte!", mischte sich Fuchs ein.
Schnee erhob das Wort: "seit wann hat Kralle eigentlich Anhänger? Diese Rose und diesen Rost."
Fuchs schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht. Vielleicht vom Ort der Zweibeiner, die beiden sehen aus wie Hauskätzchen."
Eiche nickte, sagte aber nichts. Stattdessen humpelte er zur Erdkule.
In der Erdkule lagerten sie alle Kräuter.
Eiche schob das Moos weg, was die Erdkule am Rand des Baues verbarg und steckte seine gesunde Pfote hinein.
Die Andere hatte er sich geprellt, als Rose ihn gegen den Baum gestoßen hatte.
Von seinem Geruch und seinem Instinkt getrieben, kramte er nach den Mohnsamen. Sie waren in Efeublättern verpackt.
Er pulte die schwarzen Samen aus Ihrer Verpackung und zerdrückte eine zwischen den Pfoten. Behutsam leckte er diese auf.
Es war sehr unüberlegt von ihm gewesen, seinen Schmerz zu ignorieren, während er gegen Rose kämpfte. Dadurch hatte sich der Schmerz nur verschlimmert.
Er tastete sich in der Erdkule weiter, auf der suche nach etwas, womit er seine Pfote schienen konnte.
Da drang etwas bröckeliges an seine Pfote. Er zog sie heraus.
Oh Nein, die Sauerampferblätter!
Schnee kam zu ihm gelaufen.
"Ist etwas?" Eiche deutete auf die Überreste der Blätter.
"Oje! Das waren die letzten die ich während des Blattfalls finden konnte." ,sie knetete nervös mit den Pfoten das Moos, "Wir finden nur mit viel Glück neue.", miaute sie und schüttelte den Kopf.
"Wir müssen die Grenzen markieren!" Blume kam aufgeregt zu ihnen herübergehüpft.
An ihrer rechten Flanke erkannte man noch deutlich sie spuren des Kampfes. Eine Lange Kruste glänzte im dumpfen Sonnenlicht, das durch die Blätter des Baues fiel.
Zuerst blickte er missmutig auf seine Pfote, doch dann nickte er.
Auch Schnee schien das Kräuterdesaster vergessen zu haben und setzte sich begeistert auf.
Fuchs deutete stumm mit dem Schwanz auf den Baueingang, dann machte sich die kleine Patrouille auf den Weg.
Dank dem Schnee schmerzte Eiches Pfote kaum. Immer wenn er einen Schritt tat, sank der Boden unter der Pfote und federte den Schmerz ab.
Eiche hatte das Gefühl, als würde er eine ganze Schwanzlänge über dem Boden laufen, so hoch lag der Schnee, und es schneite immer noch!
Wo soll das blos enden? Es fehlt nur noch, dass wir im Bau eingeschneit werden!
Der Wind fegte über die Schneelandschaft und wirbelte Schneepulver vom Boden auf.
Es war leicht nebelig, wodurch die Landschaft etwas unheimlich wirkte.
"Seht! Dort drüben haben wir gekämpft!", hörte Eiche Fuchs rufen.
An der Kampfstelle glaubte Eiche immer noch rot zwischen dem Frischen Schnee erkennen zu können.
Voller Abscheu sah er zu dem Großen Baum auf, gegen den er von Rose geschleudert wurde.
"Hier können wir wohl erstmal das Jagen vergessen", miaute Schnee mit leichtem Missmut. Sie schritt anmutig zu einem Strauch und markierte die Grenze. "Im Winter müssen die Grenzen ausgiebiger markieren!", erklärte Fuchs, "der Schnee überdeckt sie immer." An seinem Blick erkannte Eiche, das ihn das sehr beunruhigte.
Inzwischen war das Schneegestöber heftiger geworden. Eiskaltes Wasser sickerte in seinen Pelz. Um sich aufzuwärmen hatte er sein Fell gesträubt.
Er sah zu Blume, die eine Schwanzlänge vor ihm lief. Ihr Schwanz war inzwischen so durchnässt, dass er schlaff über den Schnee schleifte.
Eiches Magen grummelte. Er hatte das Eichhörnchen und die Maus Blume, Fuchs und Schnee überlassen.
Eiche gähnte und rieb sich an einem Baum, um die Grenze zu einem anderen Territorium zu markieren.
Direkt neben der Grenze floss der Silberbach, der zu einem reißendem , kalten Strom geworden war.
Er roch die andere Markierung schal, als ob sie einige Tage alt war.
Aber Instinktiv wusste Eiche, dass sie erst vor kurzem Gesetzt worden war, der Schnee hatte sie nur überdeckt. Zum ersten mal war Eiche froh, dass er mit Schnee die Grenzen ganz genau studiert hatte.
Ihn überraschte die Einsicht der Kätzin, die offenbar mit ihm auf diesen Tag hingearbeitet hatte.
Eiche sah zu Blume. Sie war weitergelaufen und durch den Schneesturm erkannte Eiche nur noch ihre Umrisse.
Aus Angst sie zu verlieren, sprintete Eiche los, aber er konnte im tiefen Schnee nicht rennen.
Kaum war er einen schritt gegangen, sackte der Boden unter ihm ein und deine linke Hinterpfote steckte in einem Rattenloch fest.
Panisch rief er: "Blume! Hilfe! Ich stecke fest!" Der Wind pfiff Eiche um die Ohren und das plätschern des Silberbaches verschluckten Eiches Worte.
Einen Moment glaubte er diesen Moment Schon mal erlebt zu haben, doch er schob die Erinnerung bei Seite.
Statt dessen versuchte er sich aus dem Rattenloch zu befreien. Er schaffte es.
Mit einem Ruck knallte er nach vorne. Er taumelte, und ehe er sich versah, rutschte er einen Abhang hinunter, woraufhin ihn die reißende Flut des Silberbaches verschluckte.
Er versuchte sich nach oben zu ziehen.
Als er nach Luft schnappte blubberte er:
"Blume...ich...ertrinke...Schnee...Fuchs...Hilfe!"

10. Kapitel

EICHE ERWACHTE. Seine Glieder waren steif. Er konnte sich kaum bewegen, ohne dass sein Ganzer Körper schmerzte.
Er sah sich um und erstarrte. Er war in einem riesigen, weißen Raum. An den Wänden standen Kästen, in denen sich unzählige, bunte Dinge befanden. Es war warm und trocken.
Da erkannte Eiche es; er lag in so einem Ding, was die Zweibeinerkatzen Körbchen nannten. Mit erstaunen stellte Eiche fest, dass dieses Körbchen sehr bequem war.
Aber diese Erkenntnis lenkte ihn nicht von einer handfesten Tatsache ab: Er war gefangen in einem Zweibeinernest.
Plötzlich öffnete sich eine Luke in einer wand des Raumes und herein trat ein riesiger Zweibeiner.
Er hatte eine kleine Schale in seiner Pfote. Den Inhalt erkannte Eiche nicht.
Der Zweibeiner kniete sich auf den Boden. Er schien zu versuchen, mit Eiche zu reden. Aber Eiche verstand nur Worte wie:
Gerettet...Felix...Fluss...fast...ertrunken...Unterkühlung...Felix...Futter!
Eiche verstand langsam. Der Zweibeiner hatte ihn aus dem Silberbach, oder Fluss gerettet.
Aber Felix? War das der Name den der Zweibeiner ihm gegeben hatte? Wenn ja, dann gefiel er ihm.
Eiche schnurrte. Der Zweibeiner blickte ihn liebevoll an und begann, Eiche hinter den Ohren zu kraulen.
Eiche schnurrte lauter. Der Zweibeiner stellte die Schale vor ihm ab. Eiche sah hinein.
In der Schale lag ein merkwürdiger, ein wenig ekelhaft aussehender, brauner Matsch, der zu Eiches erstaunen aber eigentlich recht gut schmeckte.
Selbst gefangenes ist mir zwar lieber, aber das hier geht auch.
Eiche aß alles auf. Der Zweibeiner erhob sich und ging durch den Raum.
Es Polterte, und Dämmerungslicht drang an Eiches Augen. Der Zweibeiner hatte eine Graue Verdeckung verschoben, die eine kleine Lucke verborgen hatte. Der Zweibeiner verlies den Raum durch sie Große Luke, und verschloss diese sorgfältig, sodass Eiche nicht entkommen konnte.
Zum mindesten nicht durch diese Luke.
Eiche sprang aus dem Körbchen und sprintete los, obwohl der Hauskätzchenbrei ihm immer noch schwer im Magen lag. Er machte einen gewaltigen Satz und sprang auf einen Vorsprung vor der Luke. Dort blieb er wie erstarrt stehen.
Vor Ihm erstreckte sich ein Riesiger Fluss.
Er war so riesig, dass Eiche sich nie vorstellen könnte, diesen Fluss zu überqueren. Er dachte daran, dass er seine Familie wohl nie wieder sehen würde.
Er hockte sich auf die Fensterbank und sah nach draußen. Die Schneeflocken wirbelten über die Schneebedeckte Landschaft.
Eiche stellte sich vor, wie kalt es dort draußen seien musste.
Inzwischen war es schon dunkel, aber das Licht des Zweibeinerortes erhellte die Nacht. Der Mond schimmerte auf der Oberfläche des Flusses.
Plötzlich knarzte es. Das unangenehme Geräusch kam aus der Richtung der Großen Öffnung.
Ein Zweibeiner sah durch die Öffnung. Eich wollte schon aufspringen und herausrennen, doch der Zweibeiner verschloss die Luke sofort wieder.
Eiche lehnte seinen Kopf auf die Pfoten und sah sich das Wirre Schneetreiben an. Und ehe er sich versah, war er eingeschlafen.

Er hatte von seiner Familie geträumt. Seine Glieder Schmerzten, als er sich rekelte.
Er sah aus der Luke. Der Schneesturm hatte in der Nacht den Zweibeinerort in eine gefühlte Schwanzhöhe Schnee getaucht. Nur noch einige vereinzelte Schneeflocken rieselten vom Himmel herab.
Eiche sah traurig aus der Luke. Er hatte seine hoffnungsvollen Gedanken und seine erleichternden Gefühle zusammen mit seiner Familie verloren. Er hatte alles verloren. Das einzige was er fühlte war Angst und Trauer.
Immer würde er es dem Zweibeiner verdanken, dass er ihn aus den Fluten des Flusses gerettet hatte, aber er wusste, das er gehen musste, um seine Familie zu finden, und die Prophezeiung zu erfüllen.
Am besten tat er es noch heute. Am besten sofort.
Aus Eiches Angst wurde Zorn, und aus seinem Zorn wurde Feste Entschlossenheit. Eifrig sah er sich nach einer Fluchtmöglichkeit um.
Aber da waren nur die Luken. Eiche stemmte sich mit seiner ganzen Kraft gegen die kleine Luke.
Es dauerte nicht lange, bis eiche Bewusst wurde, dass er keine Chance hatte durch diese Luke zu kommen.
Er blickte zur großen Luke. Wenn der Zweibeiner kam konnte Eiche mühelos hindurchschlüpfen. Er sprang vom Fenstersims und schlich zur Luke.
Vorsichtig hockte er sich an die Seite, wo sich die Luke immer öffnete.
Immer bereit loszurennen, hockte er mit angespannten Muskeln da.
Die Stunden verstrichen. Eiches Muskeln schmerzten, dennoch wusste er, dass er jeder Zeit bereit seien musste.
Gerade als er doch aufgeben wollte, hörte er Schritte. Eiches Herz raste. Der Zweibeiner kam doch!
Eiche Atmete tief durch und bohrte seine Krallen in den Boden, immer bereit zum Sprung. Holz streifte Eiches Schnurrhaare, als die Luke sich öffnete.
Dann preschte er los. Er hörte den Zweibeiner aufjaulen, doch das kümmerte ihn nicht.
Er kam in einen Großen Raum, an dem viele, große Luken angrenzten.
Eine von Ihnen stand offen. Eiche kniff die Augen zusammen und glitt durch die schmale Spalte.
Ein grelles Licht blendete Eiche, als er in diesen Raum kam. Eine Zweibeinersonne stand auf einer Erhöhung, neben der ein anderer Zweibeiner saß.
Eiche bremste schlagartig ab, als der Zweibeiner aufsprang und sich Eiche in den Weg stellte.
Panisch drehte sich Eiche einmal um seine eigene Achse, dann entdeckte er eine kleine Luke. Sie war offen!
Mein Weg in die Freiheit!
Er kniff die Augen zusammen und Atmete tief durch. Hinter sich hörte er das Gejaule des Großen Zweibeiners. Der andere griff mit seinen Großen Pfoten nach ihm. Eiche spannte seine Muskeln an. Er wusste, dass die se Luke die Einzige Möglichkeit zur Freiheit war.
Er sprang so hoch wie er konnte und entkam den Pfoten des Zweibeiners.
Fest entschlossen, den Blick auf die Luke gerichtet, machte er eine Satz auf einen Vorsprung vor der Luke. Er sprang mühelos heraus. Die Kälte fuhr wie eine Woge der Freiheit durch seinen Pelz.
Und der Schreck!
Denn er landete nicht sofort im Schnee, sondern stellte mit erschrecken fest, dass er drei Fuchslängen vom Boden entfernt war.
Aber ehe er sich versah, landete er auf allen vieren und sprintete weiter.
Ich muss hier weg!
Mit schmerzenden Gliedern lies er sich, als er das Jaulen der Zweibeiner nicht mehr hören konnte, an der Wand eines Zweibeinernestes nieder.
Die Mauerwerke ragten bedrohlich über Eiche hinweg. Wie war er blos hierher Gekommen? Und wie kam er wieder hier heraus?

11.Kapitel

EICHES MAGEN KNURRTE. Seitdem er aus dem Zweibeinernest geflohen war hatte er nichts richtiges mehr gegessen - und das war bestimmt schon 3 Wochen her.
Ein mal hatte er ein geschwächtes Eichhörnchen und eine magere Amsel gefangen, doch mehr hatte er zwischen den grauen und scheinbar verlassenen Mauern des Zweibeinerortes nicht auftreiben können. Vielleicht lag es ja daran, dass er immer nur am Rande eines kleinen Donnerweges entlang ging, oder es war einfach zu kalt, damit sich die Beute aus ihren warmen und geschützten Bauen wagte.
Er wollte den Zweibeinerort auf dem Schnellsten Weg verlassen.
Eiche hielt in dem Laufen inne und spitzte seine Ohren. Doch er konnte nur den leisen Wind und das Anrauschen eines Ungeheuers der Landschaft entnehmen.
Schnell sprang er zur Seite, und das Ungeheuer rauschte schnell wie der Wind an Ihm vorbei.
Ich muss etwas zu Essen finden!, dachte er und verließ den Donnerweg auf eine - von Schnee überdeckte - Wiese.
Er öffnete nun seine Sinne für alles, was es in dieser Einöde zu finden gab...der Wind...Ungeheuer...das Knarzten einer Luke...Stimmen der Zweibeiner...Schritte eines Zweibeiners...ein leises Fiepen!
Eine Maus! Eiche versuchte die Richtung des Geräusches zu definieren. Als er sie hatte, duckte er sich und schlich auf sanften Pfoten dort hin.
Sobald er die Maus entdeckt hatte versuchte er, kein einziges Geräusch zu machen. Seine Augen steif auf das Ziel gerichtet, schlängelte er sich immer weiter voran.
Der Wind blies auf ihn zu und die Maus hatte sich von ihm weggewandt. es waren perfekte Jagdbedingungen, und die Maus und ihn trennten nur noch wenige Pfotenlängen.
Mit einem Satz sprang er auf die Maus und tötete sie mit einem Bissen.
Er nahm den Leichnam auf und verschlang ihm unter einem Strauch. Er war zwar nicht satt, aber dankbar. Hatte der SternenClan ihm die Maus geschickt, damit er nicht verhungerte?
Auch, wenn es noch nicht mal Sonnenhoch war verbrachte er mindestens eine Stunde damit, unter dem Strauch zu sitzen und sich über die Welt Gedanken zu machen.
Eiche wurde von einem knacken geweckt. Er hatte geschlafen.Eiche prüfte die Luft und entdeckte einen merkwürdigen, fremdartigen Geruch.
Seltsamerweise dachte er, dass er diesen Geruch schon mal irgendwo gerochen hatte.
Eiche shüttelte den Gedanken fort und setzte sich auf. Er hatte eh schon viel zu viel Zeit mit dem Nachdenken verbracht, denn er merkte erneut das Hungergefühl.
Er prüfte die Luft, in der hoffnung, einen Hauch von Beute zu vernehmen, und tatsächlich enteckte er einen Hauch von Eichhörnchen.Er prüfte woher der köstliche Duft kam, und erstarrte. Der Eichhörnchengeruch kam aus der nähe eines Zweibeinernestes, das wie alle Zweibeinerbauten mit einem Holzwall umgeben war.
Eiche dachte nach. Er würde verhungern, wenn er das Eichhörnchen nicht erlegte und fraß, aber dazu musste er in das Territorium eines Zweibeiners. Doch Eiche hatte keine Wahl.
Er nahm Anlauf, srang ab und ... knallte mit dem kopf an den Holzwall. Eiche hoffte, dass das Eichhörnchen durch den dumpfen klang nicht verscheucht wurde.
Erneut nahm Eiche Anlauf und schaffte den Sprung diesmal. Auf der anderen Seite sprang er lautlos herab. Eiche endeckte das magere Eichhörnchen, das in einem blattlosen gebüsch hockte und ahnungslos ean einer Nuss knabberte.
Auf leisen Ppoten schlich sich Eiche an es heran, doch gerade als er den finalen Sprung machen wollte, wurde er von der Seite gerammt.
Er warf sich herum und sah einen Braunen kater, der sich auf ihn geworfen hatte, und mit den Krallen seine Flanke bearbeitete. Wüthend schlug Eiche mit den Pfoten nach dem Kopf des Katers, der, als Eiches Pfote ihn mitten auf die Nase getroffen hatte, taumelnd von Eiche zurückwich.
Jetzt erst erkannte Eiche, dass der braune Kater ein Halzband trug. Er war ein Hauskätzchen.
Das Hauskätzchen griff Eiche erneut an, doch Eiches versuch, den Angriff abzuwehren, war zu schwach. Eiche hatte keine Chance, den Kapf zu gewinnen, obwohl der Kater ein Haushätzchen war.
Eiche war zu sehr vom Hunger und der Kälte geshwächt worden.
Doch da hatte er eine Idee. Ihm war von Fuchs das Kämpfen gelehrt worden. Der Kater hatte wahrscheinlich noch nie Kampftraining gehabt.
Das war Eiches Chance. Er war zwar nicht stark genug, um es mit dem Kater aufzunehmen, aber schlau und trainiert genug allemal.
Als der Kater auf ihn zusprang, lies sich Eiche zur Seite fallen und zog die Pfoten weg. Der Kater knallte in den Schnee. Eiche machte eine Rolle, stand auf, sprang auf den Kater und zerfetzte ihm den Rücken.
Dieser schrie vor Schmerz. Doch er konnte Eiche abschütteln und rannte ein Stückchen weg und fauchte ihn an.
Nun rannte er abermals auf Eiche zu, doch dieses mal war Eiche schneller. Als der Kater sprang, schlüpfte Eiche unter seinem Bauch durch und schleuderte den Kater von hinten mit seinen Hinterbeinen gegen einen Baum, wo der Kater aufschrie und zuerst mal ruhig liegen blieb.
Dann rappelte er sich auf und der Kater ergriff die Flucht.
Eiche seufzte. Vom Kampf war er noch hungriger geworden, und das Eichhörnchen war wahrscheinlich schon über alle Berge.
E kletterte plump über den Holz wall und landete auf der anderen Seite im Puderschnee.
Auf einmal hörte er hinter sich eine Stimme: "Hey, du! Warte mal!"
Eiche drehte sich um und sah eine Silber getigerte Kätzin auf sich zu laufen.

12.Kapitel

"DU HAST GUT GEKÄMPFT!", miaute die Kätzin die rasch auf ihn zu rannte.
Instinktiv spannte Eiche seine Muskeln an, falls er erneut kämpfen musste. Doch von der Kätzin schien keine Gefahr auszugehen.
Im Gegenteil. Ihr grau getigerter Pelz war unversehrt und glatt angelegt. Sie war dicklich und hatte - wie der braune Kater - ein Halsband.
"Reg dich ab, du brauchst nicht gleich so zu knurren.", sagte die Kätzin und sofort wurde Eiche vor Verlegenheit warm unterm Fell.
"Tut mir leid,", sagte Eiche, "ich habe bisher noch keine si guten Erfahrungen mit fremden Katzen gemacht."
"Ich bin Mimi." "Eiche." Mimi musterte ihn mit argwöhnischem Blick. Diesen blich, meinte Eiche, hatte er vorher schon bei Gelbzahn bemerkt. Diese Erinnerung schmerzte ihn. er vermisste die Sternenclankatzen. Besonders Blaustern.
"Bist du eine Wildkatze? Du sieht hungrig aus.", riss Mimi ihn aus seinen Gedanken.
"Ja.", sagte Eiche, "Ich komme von weit her."
Er dachte nach. Er wusste nicht wie weit Fuchs Bau von diesem Zweibeinerort entfernt war.
"Hast du eine Ahnung, wo man hier Beute fangen kann?", fragte Eiche schließlich Mimi, die sofort überlegte. "Nein.", gestand sie, "Aber wenn du Hunger hast, weiß ich, wo du Essen kannst."
Eiche dachte sofort an das Kaninchenköttel-Schlabber-Futter der Hauskätzchen.
"Im Zweibeinernest?",fragte Eiche.
Mimi sah ihn verständnislos an.
"In sowas." ,miaute Eiche und deutete mit dem Schwanz auf eines der Zweibeinernester.
"Ja! Du kannst bei meinen Hausleuten Essen. Sie geben mir immer viel zu viel. Das reicht sicher für uns zwei. Natürlich nur wenn du willst. Ich habe gehört, dass Wildkatzen unser Essen und uns hassen."
Eiche überlegte. Natürlich würde er ein selbst gefangenes Eichhörnchen oder eine Maus dem Fraß der Hauskätzchen vorziehen, doch wenn ihm jemand sein Essen aus freien stücken anbot und er nichts anderes hatte, dann wollte er nicht nein sagen.
Also willigte er ein und folgte Mimi über den Donnerweg zu einem rötlichen Zweibeinerbau. Sie sprangen über einen weißen Holzwall und landeten in einem viereckig angelegtem Areal. Mimi führte ihn über das Areal zu einer Luke.
Vor der Öffnung in der Luke blieb Eiche stehen.
"Ich geh da nicht rein.", sagte Eiche, dem die Erinnerungen an die flucht aus dem Zweibeinerbau hochkamen. Er schauderte bei dem Gedanken.
Mimi neigte höflich den Kopf und verschwand im Zweibeinernest.
Ein wenig später kam sie mit einer Schale, die sie zwischen ihre zähne geklemmt hatte, zurück und stellte sie vor Eiche auf den Boden. In der Schale befand sich ein brauner Schleim mit Stückchen, doch Eiche wollte nicht unhöflich sein und nahm den ersten Bissen.
Er schob die Schale zu Mimi, und sagte: "Zuhause haben wir uns das Essen immer geteilt."
Mimi nickte. Sie fraß einen Bissen und schob die Schale zurück zu Eiche.
"Friss du,", miaute sie, "du brauchst es dringender als ich."
Das ließ sich Eiche nicht Zweimal sagen und schleckte alles sofort auf.
"Danke.", sagte er und richtete sich auf. Ich habe eine Frage."
"Schieß los."
"Kennst du den Kater, der mich angegriffen hat?"
"Ja.", sagte Mimi, "er heißt Browni."
"Und?"
"Man, du bist aber neugierig! Aber wenn du es unbedingt so genau wissen willst: Browni ist mein Halbbruder, und er mag es nicht, wenn andere in sein Revier eindringen, außer bei mir, da ist es ihm egal."
"Danke!"
Eine letzte frage hatte Eiche noch: "Kann ich heute hier schlafen, unter dem Busch da?"
Er deutete auf eine großen Weißdornbusch, der neben dem Holzwall stand.
"Natürlich. Mach es dir ...äh... gemütlich!"
Ohne ein weiteres Wort machte sie Kehrt und verschwand im Zweibeinernest.

13. Kapitel

ALS EICHE ERWACHTE, schmerzten ihm die Glieder. Er sah auf und bemerkte, dass die Sonne wohl gerade erst aufgegangen sein musste, denn überall auf der Wiese schimmerten kleine Eiskristalle in den Grashalmen, die aus dem Schnee herausschauten.
Der Frühling brach an. Das freute Eiche, da er jetzt endlich genug Frischbeute fangen konnte, um den Hauskätzchenfraß nicht mehr essen zu müssen. Da hörte er Mimis Stimme:
"Eiche? Bist du noch da?"
Eiche rekelte sich und antwortete: "Hier drüben!" Er schritt unter den Strauch hervor und begrüßte Mimi mit einem Schwanzschnippen. Sie grüßte auf die selbe Art zurück.
"Wie war die Nacht?", fragte sie und blickte skeptisch auf Eiches selbst errichtetes Nest. "Gut, aber du bist wahrscheinlich etwas besseres gewöhnt...", scherzte Eiche.
Mimi knuffte ihm spielerisch mit einer Pfote in die Seite.
"Hahaha. Sehr witzig.", antwortete sie belustigt.
Eine kurze Weile sahen sie sich an, dann sagte Mimi:
"Wenn du willst, dann stelle ich dir Browni vor. Dann könnt ihr alle Streitigkeiten beseitigen."
Eiche stutzte. Eigentlich war er gar nicht scharf darauf, Browni besser kennen zu lernen, alleine wenn er daran dachte, dass dieser Kater ihn beinahe zerfetzt hätte. Er hatte den Kampf nur gewonnen, da er einen kühlen Kopf bewahrt hatte.
Andererseits war es wahrscheinlich klüger, diesen Kater nicht länger zum Feind zu haben.
Also willigte er ein und folgte Mimi über den Holzwall und die Donnerwege zum Zweibeinernest von Browni.
Als sie ankamen, hockte Browni schon auf dem Holzwall, als ob er gewartet hätte. Er nickte Mimi freundlich zu, doch als er Eiche bemerkte, bemühte er sich um einen abschätzigen Blick. Eiches Schnurrhaare zuckten nervös. Wie sollte er sich denn mit Browni versöhnen, wenn dieser ihn so anschaute wie ein Häufchen Krähenfraß?
"Hallo Mimi!", begrüßte Browni sie mit lockerer Stimme. Er schien Eiche zu ignorieren.
Na, dass fängt ja schon mal großartig an, dachte Eiche und seufzte.
Mimi schien Eiches Seufzer bemerkt zu haben und begann sogleich mit Browni zu Reden:
"Das ist Eiche. Er kommt von Weit her und es tut ihm leid, dass er in dein Revier eingedrungen ist. Stimmt's, Eiche?", sie gab Eiche einen Stups in die Seite.
"Jaa, tut mir wirklich Ehrlich leid!"
Browni schien im Gegensatz zu Mimi Eiches Sarkasmus nicht gehört zu haben und nickte anerkennend Eiche zu. Er schnippte mit seinem Schwanz, was wohl bedeuten sollte, dass Eiche und Mimi näher kommen durften. Mit all seiner Kraft Sprang Eiche nach Mimi auf den Holzwall.
"Was wolltest du denn in meinem Revier?", fragte Browni.
"Ich war gerade auf der durchreise. Ich hatte Großen Hunger, weil ich seit vielen Tagen nichts zu Fressen Gefangen hatte. Und da kam mir das Eichhörnchen in deinem Revier gerade Recht. Ich hätte es fast gefangen, wenn du mich nicht im letzten Moment daran Gehindert hättest."
"Oh."
Browni schaute betroffen zu Boden.
"Mir war nicht klar, dass einige Katzen selbst für sich sorgen müssen. Kann ich mich irgendwie dafür Entschuldigen?", fragte Browni.
Eiche musterte Browni genauer. Es sah wirklich so aus, als ob Browni tatsächlich Reue empfand.
"Is schon okay, mir reicht es dass du dich entschuldigt hast." Mimi schaltete sich ein. "Schön, dass ihr eure Streitigkeiten so schnell beseitigt habt.", sie wandte sich an Eiche, "Wir sollten jetzt gehen. Es ist schon spät und wir wollen schließlich nicht das Sonnenuntergangs-Essen verpassen."
Sie verabschiedeten sich und traten den Rückweg an. Eiche war froh, dass zwischen ihm und Browni alles nun geklärt war, aber er dachte über sein leichtsinniges verhalten nach.
War es Tatsächlich so klug gewesen, sich so schnell mit Browni zu versöhnen? Wie konnte er so sicher sein, dass der Kater es ernst meinte und ihm nicht eines Nachts die Krallen über die Ohren zog?
Mimi drehte sich um. "Ist irgend etwas?", fragte sie voll Sorge.
"Naja, es ist nur wegen Browni.....er.....ich....äh..."
"Du weißt nicht, ob du ihm trauen kannst?"
"Äh...ja."
"So geht es mir manchmal auch. Aber keine Sorge. Selbst wenn er von außen so hart wie Stein wirkt...Er hat ein Gutes Herz."
Diese Worte Beruhigten Eiche ein wenig. Mimi war gut darin, beruhigende Worte von sich zu geben. Wie Blume...
Blume, Schnee....Fuchs. Wie kann ich euch je wieder sehen?
Als sie bei Mimis Zweibeinernest angekommen waren wollte Eiche sich hinlegen, doch Mimi stoppte ihn.
"Du bleibst hier! Ich merke schon die ganze Zeit, dass dir etwas am Herzen liegt, und es ist ganz sicher nicht Browni. Deshalb stelle ich dir jetzt eine Frage. Du musst sie nicht beantworten, doch ich fände es schön. Ich möchte dir damit jetzt nicht zu nahe treten...Warum bist du hier, und wie bist du hierher gekommen?"
Stille.
Mimi war eine Katze, der man alles anvertrauen konnte, aber auch das? Er brauchte eine Katze, der er sein Herz ausschütten konnte, und schließlich erzählte er Mimi alles.
Das Jagen gemeinsam mit der Familie, die Schlucht, wie er seine Familie verloren hatte, die Flucht aus dem Zweibeinernest und wie er hier her gekommen war.
Auch über den SternenClan.
Sie war eine sehr gute Zuhörerin und zweifelte, anders als er es erwartet hatte, nichts, absolut Garnichts an seiner Geschichte an.
Nicht einmal den SternenClan. Nichts.
Als eiche fertig war setzte sich Mimi auf und nickte. "Das war eine...schöne...Geschichte."
Dann verschwand sie im Zweibeinernest.

14.Kapitel

EICHE HATTE EINE SCHÖNE ZEIT bei den Hauskätzchen. Inzwischen waren 3 Monde vergangen und er hatte sich gut bei ihnen eingelebt. Aber ihn quälte der Gedanke, sie bald verlassen zu müssen.
Nie in diesen 3 Monden hatte er einen Traum vom SternenClan gehabt. Nie. Dies schien der falsche Weg zu sein. Seine Bestimmung lag wo anders.
er schritt über das weiche Gras. Die Blattfrische hatte endlich begonnen. Plötzlich hörte er ein Geräusch.
Mimi kam hinter dem Holzwall ihres Reviers hervor und trug mit stolz eine Maus im Maul. Eiche schnurrte. Sie machte Fortschritte.
Als sie ihn vor einem Mond gebeten hatte, dass er ihr das Jagen beibrachte hatte Eiche eingewilligt, da jede Katze das Recht hatte Jagen zu lernen.
"Die können wir uns teilen!", miaute sie und legte die fette Maus vor ihnen ab.
Beim Essen zusammen mit Mimi fiel es Eiche noch schwerer, an eine Abreise zu denken. Er hatte Mimi in all der Zeit sehr ins Herz geschlossen.
Browni auch, auch wenn der Kater launisch und mürrisch war.
Als sie mit den Essen fertig waren, brachen sie, wie jeden Tag auf um Browni zu besuchen. Diese Besuche waren fast immer sehr schön, da die drei meistens spazieren gingen oder Eiche den beiden Jagd und Kampftechniken zeigte.
Den ganzen weg über dachte Eiche darüber nach, wie er Mimi und Browni sahen sollte, dass er bald den Zweibeinerort verlassen würde, um seine Bestimmung zu finden.
Browni kam ihnen wie immer auf dem halben Weg entgegengelaufen und begrüßte sie stürmisch: "Hallo ihr zwei. Wie geht's?"
"Danke der Nachfrage. Uns geht es gut.", schnurrte Mimi.
"Was wollt ihr heute machen?", fragte Eiche.
"Kannst du uns heute den Seitsprung beibringen, von dem du uns immer erzählt hast?", miaue Browni voller Eifer.
Natürlich. Das war die Lieblings Taktik meiner Schwester!", schnurrte Eiche, obwohl ihm bei den Gedanken an Blume das Herz sank, "Gehen wir in Brownis Revier, da haben wir mehr Platz."
So gingen sie also in Brownis Revier und Eiche begann mit dem Training. Es kam ihm komisch vor, zwei ältere Katzen zu trainieren, doch alle waren mit so viel Eifer dabei, dass Eiche auch zwei Älteste trainieren hätte können, ohne dass es ihm etwas ausmachte.
"Spring erst im letzten Moment zur Seite. Mein Vater hat immer gesagt: Erst, wenn du den Atem deines Gegners auf deinem Pelz spüren kannst.", sagte Eiche an Browni gewandt, der sofort auf Eiches Worte hörte.
Er wich Mimis Angriff perfekt aus und sprang auf sie.
"Das war sehr gut.", lobte Eiche, "Jetzt du, Mimi."
Auch Mimi meisterte die Aufgabe, doch mit erkennbar mehr Geschick als Browni. Dieser sah mürrisch drein.
"Können wir jetzt Jagen üben?", fragte Browni. "Na gut, wenn du meinst. Aber dazu müssen wir auf die kleine Grünfläche." Sie gingen los und waren innerhalb von ein par Minuten da. Die drei gingen immer auf die kleine Grünfläche zum Jagen. Sie war Sehr groß und dort waren Bäume. Man konnte alle mögliche Beute fangen.
"Prüft die Luft und sagt mir, was ihr riecht.", forderte er Mimi und Browni auf.
Mimi hüpfte nach einer Minute aufgeregt hoch.
"Ich glaube, ich kann etwas riechen...Amsel, schätze ich. Der Geruch kommt aus der Richtung von der Buche da drüben!", sagte sie aufgeregt.
Eiche roch es auch. "Gut. Versucht die Amsel als Team zu fangen." Schon schlichen Mimi und Browni ins Unterholz. Eiche kroch hinterher. Immer darauf achtend, Mimi und Browni nicht beim Jagen zu stören setzte er vorsichtig eine Pfote vor die Andere.
Als sie die Amsel zu Gesicht bekamen, hockte diese ahnungslos auf einem niedrigen Ast und zwitscherte leise vor sich hin. Browni und Mimi schlichen sich an, wobei Mimi, die eine gute Kletterin war, auf den Baum kletterte.
Eiche verstand den Plan. Browni würde die Amsel aufschrecken. Diese würde versuchen, auf den Baum zu entkommen, doch dort würde Mimi warten und sie fangen.
Es war ein guter Plan.
So wie Eiche es erwartet hatte geschah es dann auch: Browni schreckte die Amsel auf, indem er auf einen Ast trat. Die Amsel flog nach oben und versuchte sich in der Baumkrone in Sicherheit zu bringen. Dort erwischte Mimi sie mit den Krallen und tötete sie mit einem Biss.
mit voll Stolz geschwellter Brust trat sie auf Eiche zu und zeigte ihm die fette Amsel.
"Das war sehr gut. Ihr seid ein gutes Team.", sagte Eiche, "ihr werdet in Zukunft auch ohne meine Hilfe Jagen können."
Glücklicherweise verstanden Mimi und Browni die Anspielung auf seine Abreise nicht, sondern sahen sich stolz an.
"Lasst und jetzt gehen, es wird schon dunkel!", miaute Browni und wandte sich zum gehen.
Eiche und Mimi folgten ihm.
Auf halbem Wege zu Mimis Zweibeinernest war es schon stockfinster. Eiche konnte fast seine Schnurrhaare vor Augen nicht sehe, doch die Monde der Zweibeiner spendeten zumindest auf den Donnerwegen Licht.
Sie überquerten einen Donnerweg, als Eiche mit der Pfote in irgendetwas stecken blieb. Erinnerungen kamen hoch. Schnell und mit voller Wucht. er sah sie vor seinem geistigen Auge...Hilfe! Schnee, Fuchs, Blume bleibt stehen. Ich stecke fest! Schmerz......Hilfe......Schnee.....Meine Pfote.....Fuchs, Blume......Neiiiiiiin!
Er zuckte zusammen und versuchte Ruhe zu bewahren. Er drehte seine Pfote in alle Richtungen, aber er bekam sie nicht heraus.
Auf einmal sah er Licht, und er hörte ein tiefes, bedrohliches rumpeln. Eiches Augen weiteten sich.
Ein Monster
Panisch rief er: "Mimi, Browni, helft mir."
Mimi hatte sich kaum Ungewandt, da rannte sie schon auf ihn zu. Das Monster kam immer näher. Das Monster und Mimi erreichten ihn fast zeitgleich. Mimi war aber schneller.
Für einen kurzen Moment sah er in ihre angsterfüllten Augen. Ihre schönen, blauen Augen.
Da hatte Mimi ihn erreicht und stieß ihn weg. Mit einem Ruck war seine Pfote befreit und er rollte auf die andere Seite des Donnerwegs.
Bei seinem Aufprall hörte er vom Lärm des Monsters einen erstickten Ruf: "Hilf...".
Er sah auf, und vor ihm sah er eine Schreckliche Szene: Mimi war vom Monster erfasst worden und wurde ca. 3 Fuchslängen weggeschleudert. Dann blieb sie reglos liegen.
Eiche sprang auf und rannte auf sie zu. Browni stand immer noch reglos am Donnerwegrand. Der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Mimis Atem war flach. Blut quoll aus etlichen wunden aus ihrem Körper. Ihre Augen waren nur einen Spalt geöffnet.
"Warum hast du mich gerettet?", fragte Eiche und kämpfte mit dem Drang, nicht vor Verzweiflung zu schreien.
Er hatte Mimi alles anvertraut. Sie war eine wahre Freundin gewesen. Ja, vielleicht sogar eine Gefährtin. Nun Lag sie im Sterben, und Eiche konnte nichts tun.
"Warum?", Eiche zitterte, "Du hättest das nicht tun müssen, du hättest mich sterben lassen können. Ich bin es nicht wert..."
Eiches Verzweiflung wurde unerträglich. Sie konnte nicht sterben. Sie durfte nicht sterben.
"Doch Eiche, du bist es wert...", keuchte sie mit aller Kraft.
"Warum glaubst du das?"
"Du hast eine Große Bestimmung vor dir. Du musst sie nur finden...Eiche...Hör auf dein Herz und blicke in die Zukunft...egal...was kommt."
Mit diesen Worten wurden ihre Augen leer.
Mimi war tot.

15. Kapitel

"MÖRDER!", Eiche schreckte aus seiner Trauer hoch. Browni hatte wieder zu sich gefunden. Beißender Schmerz brach auf seiner linken Schulter aus, als Browni ihm die Krallen, darüber zog.
"Du hast sie umgebracht! Du nichtsnutziges Flohgesicht, du hat sie ermordet!"
In Brownis Augen loderte ein Feuer der Wut.
"Sie...sie hat sich für mich...für mich geopfert!", stotterte Eiche hilflos.
Als Browni ihn erneut angriff, duckte Eiche sich weg. Browni landete in Mimis Blutlache. Eiche wurde wütend.
"Hast du schon mal etwas von Respekt vor den Toten gehört?", schrie Eiche halb wütend halb verzweifelt.
"Hau ab oder ich töte dich!"
"Das würde sie nicht wollen!"
"Wer?"
"Mimi!", schrie Eiche. Mimi war nicht gestorben, damit Browni und er sich jetzt gegenseitig töteten.
Er wandte sich zum gehen, aber konnte Mimis Leiche nicht hier alleine liegen lassen. Nicht mit ihm.
Browni griff erneut an, doch diesmal konnte Eiche sich verteidigen. Er musste sich verteidigen. Er konnte nicht wie ein feiges Kaninchen einfach weglaufen.
"Hau ab!", schrie Browni erneut. Es brach Eiche das Herz, aber es war das einzige verständliche, was er jetzt tun könnte. Er blickte ein letztes mal auf Mimis Leichnam, dann drehte er sich um und rannte weg. Im gehen rief er noch zurück: "Begrabe sie wenigstens, bitte, sie war eine wundervolle Katze, sie hat es verdient!"
Voll Verzweiflung rannte er den Donnerweg entlang und hoffte inständig, dass er keinem Monster begegnete.
Warum war er nur weggelaufen? Er war einfach ein Feigling, ein elender Feigling.
Es war dunkel, er war Müde. Er musste sich einen Ort zum schlafen suchen. Voller Wehmut lehnte er sich an einen Holzwall.
Er hoffte, dass er weit genug gerannt war, damit Browni ihn nicht aufspüren und finden konnte. Und ehe er sich versah, war er auch schon eingeschlafen.

Als er am nächsten morgen erwachte, wurde er sein schlechtes Gewissen nicht los. Vielleicht hatte Browni recht und er war wirklich schuld an Mimis Tod. Es war das schlechteste Gefühl, was er je hatte. Möglicherweise hätte er ihren Tod irgendwie verhindern können.
Er hätte nicht in Panik geraten sollen oder erst recht aufpassen sollen wo er hintrat. Er war so ein Feigling gewesen als er einfach weggerannt war. Ein elender Feigling.
Trotz all dieser Schuldgefühle dachte er immer wieder an Mimis letzte Worte. Sie hatte sich so seltsam angehört, als sie diese Worte sagte. Sie klang nicht wie sie selbst, sie klang eher wie eine andere Katze, doch er wusste nicht, welche es war.
Er wurde von seinen brummenden Magen aus den Gedanken gerissen. Eiche hatte großen Hunger, doch als er die Luft prüfte, roch er nichts als den Gestank des Donnerwegs und Krähenfraß.
Er rümpfte die Nase und erhob sich. Um ausreichend Futter zu finden, musste er den Zweibeinerort schnell hinter sich legen. Also ging er los und folgte fürs erste dem Donnerweg. Manchmal kamen Zweibeinerjunge und wollten ihn fangen, doch er war immer flink genug, um ihren rosa Pfoten auszuweichen.
Als er so gemächlich vor sich her ging schweiften seine Gedanken immer wieder zu Mimis Letzten Worten. Ihre stimme klang so beruhigend und doch so bestimmt. Diese Stimme erinnerte ihn an eine Katze. War es Schnee? Oder Blume?
Nein, sicher nicht. Es war eine Andere Kätzin.
Während er den ganzen Vormittag damit verbrachte, dem Donnerweg zu folgen, die Luft zu prüfen und an Mimi zu denken, konnte er die Stimme niemandem zuordnen. Immer, wenn er der Lösung zum Greifen nage war, entfiel sie ihm wieder. Es war zum verzweifeln.
Plötzlich fiel ihm etwas auf. Ein Geruch. Ein bekannter Geruch. Eiche prüfte aufgeregt die Luft. Da war er wieder. Ein schaler, vom Gestank des Donnerwegs überdeckter, aber doch existenter Geruch.
Wiese
Aufgeregt wie an dem Tag, als er zum ersten mal den Bau verlassen durfte folgte er dem Süßen Duft nach Blumen und Gras.
Er sprintete über Donnerwege und Holzwälle, fröhlich, endlich einen Weg aus dem Riesigen Zweibeinerort gefunden zu haben, bis er zu einer kleinen Gasse zwischen hohen Zweibeinernestern.(wer das liest, schreibt bitte ein #gelesen in die Kommentare :P)
Eiche betrat die Gasse, die sich zwischen den Zweibeinernestern hindurch wand. Plötzlich sah er am ende der Gasse eine freie Fläche. Grün wie Gras.
Es war auch Gras.
Er hätte Freudensprünge machen können, als er seine Pfote darauf setzte. Er freute sich, nicht mehr das Gefühl von beengenden Holzwällen und Zweibeinernestern um ich haben zu müssen.
Schließlich legte er sich hin und genoss einfach die frische Brise im Pelz und den Duft des feuchten Grases.
Gegen Sonnenuntergang merkte er allerdings, dass er jagen muss, denn sein Magen knurrte irgendwann ohne Pause. Beute zu finden dauerte auf der riesigen Wiese nicht lang.
Schon nach einer Minute entdeckte er ein unaufmerksames Kaninchen, dass an einer Blume knabberte. Er schlich sich von hinten an.
Doch von Fuchs hatte er gelernt, dass es beim fangen eines Kaninchens darauf ankam, dass man, wenn man nah genug dran war, losrannte und es so schnell wie möglich fing, bevor es in einen Kaninchenbau flitzen konnte.
Diese Ratschläge befolgte Eiche. Als er losrannte schreckte das Kaninchen auf, aber es hatte Eiche zu spät bemerkt, sodass Eiche es Packen und töten konnte.
Er schleppte das Kaninchen zu einem Strauch, wo er dankbar in das warme Fleisch biss. Es war vom Winter noch etwas zäh, aber das war in Ordnung.
Hauptsache hatte Eiche etwas zu fressen.
Er entschied sich, sein Nachtlager unter dem Strauch aufzuschlagen und Eiche errichtete aus Heidekraut und etwas Moos ein Nest.
Dann prüfte er nochmal die Gegend, doch zum Glück war alles okay. Kein Dachs, keine Füchse.
Langsam aber sicher verschwand die Sonne hinter den Bäumen am Horizont und tauchte die Wiese in ein warmes Licht. Ein Licht, dass Eiche so lange schon vermisste.
Er genoss es, wie es dunkler wurde und wie sich die ersten Sterne am Himmel zeigten.
Doch dann, wie aus dem nichts überrannte ihn die Erkenntnis, als er die Sterne ansah. Mimis letzte Worte.....er war sich sicher.
Blaustern

16.Kapitel

EICHE ÖFFNETE DIE AUGEN und befand sich in seinem Nest auf der Wiese. Es war noch dunkel und die Sterne schimmerten am Silberflies.
Eiche schloss wieder die Augen und versuchte einzuschlafen, doch es funktionierte nicht. Als er wieder die Augen öffnete, standen ihm vier Kätzinnen im Weg.
"Hallo, Eiche!", sagte die eine und Eiche erkannte, dass es Blaustern war.
"Oh, hallo Blaustern, Tüpfelblatt und Gelbzahn.", grüßte Eiche.
"Wir haben die jemanden mitgebracht, sie kam Gestern Abend zu uns."
Die drei SternenClan Kätzinnen traten auseinander und gaben die Sicht auf die vierte frei. Eiches Herz machte einen Satz. Er erkannte die weichen Gesichtszüge und den im Mondlicht schimmernden Pelz sofort.
"Mimi!", rief Eiche und sprang aus seinem Nest auf.
"Sei gegrüßt, Eiche!", miaute sie mit ihrer schönen Stimme, "Wie geht es dir?"
"Könnte besser sein, aber es ist in Ordnung. Ich fühle mich so schlecht, weil ich einfach weggelaufen bin. Das hätte ich nicht tun sollen. Entschuldigung."
"Es war das einzig vernünftige, was du hättest tun können.", entgegnete Mimi.
"Wie lassen euch mal alleine.", sagte Gelbzahn schroff und verschwand mit Blaustern und Tüpfelblatt in den Sternen.
"Du bist nicht sauer?"
"Nein, Eiche. Meine Zweibeiner haben den Leichnam gefunden und sie haben mich begraben."
"Vermisst du sie?"
"Wen?"
"Deine Zweibeiner."
"Ja schon ein bisschen.", gestand Mimi, "sie haben sich mein ganzes leben um mich gekümmert."
"Das kann ich gut verstehen.", sagte Eiche nach kurzem Zögern.
Mimi wandte sich von ihm ab und sah in die Sterne. Eiche setzte sich neben sie. Lange sahen sie gemeinsam den glänzenden Sternenhimmel an. Dann bemerkte Eiche, dass sich Mimi langsam in Luft auflöste.
"Mimi!", Eiche riss sie aus ihren Gedanken.
Sie sah Eiche mit einem Ernsten Blick an. Dann miaute sie: "Pass auf dich auf. Eine heiße Blattgrüne wird kommen. Du musst loslassen. Trauere nicht mehr um mich. Du weißt, mir geht es gut."
"Danke Mimi."
Dann verschwand sie.

Am frühen Morgen wurde Eiche von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Sein Nest war zwar bequem, aber er stand auf und fing sich eine kleine Maus zum Frühstück. Er wollte weiterziehen.
Eiche strich die Wiese entlang und spürte den kühlen Frühlingswind im Pelz. Er schloss die Augen und hörte den Gesang der Vögel, das Rascheln der Bäume und das Rauschen eines kleinen Baches.
Ein Bach? Vielleicht der Silberbach, dann kann ich zurück nach hause!
Eiche sprintete los und erreichte den Bach schließlich. Er trank einen Schluck des Eisigen Wassers. Das Wasser erfrischte ihn und er setzte sich. Er war an einen kleinen Abhang.
Oberhalb von ihm konnte er den Großen Fluss hören. Unterhalb entdeckte Eiche einen kleinen Nadelwald.
Trauer erfüllte Eiches Herz. Dies konnte nicht der Silberbach sein, denn der Silberbach müsste in den Fluss hineinfließen. Er würde sine Familie wohl doch nie wieder sehen.
Wahrscheinlich muss es so sein., dachte Eiche sich und lies die Schultern hängen.
Er entschloss sich, dem Bach auf seiner Reise zu folgen und setzte sich in Bewegung. Bei Sonnenhoch hatte er fast den Wald erreicht. Doch dann erblickte er etwas seltsames im Bach.
Er trat vorsichtig näher. Es waren Fette, braune Tiere mit platten schwänzen, die Eiche noch nie zuvor gesehen hatte. Sie trugen kleine Äste aber auch dicke Baumstämme heran und warfen sie in den Bach.
Zuerst wollte Eiche einen von ihnen fangen und erlegen, doch dann sah er die scharfen Zähne, die offenbar kräftig genug waren, um Bäume abzubeißen.
Im großen Bogen ging Eiche um sie herum und ging zum Waldrand.
Aus dem Wald heraus roch es nach Beute und Eiche zögerte nicht, den Wald zu betreten. Schon nach kurzer Zeit wurde er fündig. Eine dicke Maus huschte durch das Laub. Eiche duckte sich, schlich auf leisen Pfoten an die Maus heran und erlegte sie. Sofort verschlang er seine Beute.
Gestärkt schlenderte er zurück zum Bach und marschierte weiter.
Da sah er plötzlich einen Braunen Pelz aus den Büschen hervorstechen. Es war ein Braun schwarz gefleckter Kater. Offensichtlich hatte Eiche sein Territorium betreten.
Einerseits wollte Eiche dem Kater nicht in die Quere kommen, andererseits war der Kater der einzige in der Umgebung, der ihm helfen konnte.
Zum Kampf bereit, trat Eiche aus dem Unterholz.
"Hallo?", rief Eiche dem Gefleckten Kater zu.
Er drehte sich um und sah Eiche in die Augen.
"Brauchst du Hilfe?", fragte der Kater freundlich.
Eiche entspannte seine Muskeln. Der Kater schien freundlich zu sein. Eiche ging auf ihn zu und begrüßte ihn.
"Ich bin Eiche" "Ich heiße Fleck. Komm doch mit in meinen Bau, dort kannst du dich ausruhen. Du siehst sehr müde aus."
Eiche war von der Höflichkeit überrascht, also folgte er Fleck durch den Wald.
"Ich bin nur auf der Durchreise.", sagte Eiche.
"Wo willst du denn hin? Ich habe dich hier noch nie gesehen."
Eiche überlegte. Bisher hatte er eigentlich gar kein Ziel. Er suchte nach keinem Ort, er suchte nach seiner Bestimmung, danach, was der SternenClan wollte.
"Ich bin ein Streuner. Ich will die Welt entdecken.", sagte Eiche als Notlüge.
Er würde nicht jeder Katze etwas vom SternenClan oder seiner Familie erzählen. Mimi war eine Ausnahme Gewesen.
"Hier, das ist mein Bau!", sagte Fleck.
Eiche blinzelte ungläubig. Fleck deutete auf einen zerfallenen, von Ranken bedeckten Zweibeinerbau. War Fleck etwa ein Hauskätzchen? Er konnte kein Hauskätzchen sein. Fleck war kräftig und nicht so fett wie ein Hauskätzchen.
"Komm doch rein! Es ist sehr gemütlich."
Der Höflichkeit halber betrat Eiche zögerlich das Zweibeinernest, da er vom Geruch her erkennen konnte, dass hier keine Zweibeiner mehr lebten. Zu seinem Erstaunen schien es, als hätte die Natur den Bau wieder zurückerobert. Überall wuchsen Grashalme, kleine Sträucher und Moosbüschel aus Ritzen.
"Schön hier!", sagte Eiche.
"Wenn du möchtest, kannst du hier übernachten und wir können Jagen gehen.", sagte Fleck, "Es ist schön, Gesellschaft zu haben."
Eiche nickte. Gemeinsam verließen sie das Zweibeinernest und gingen in den Wald.

17. Kapitel

EICHE MACHTE EINEN GROßEN SPRUNG und landete auf der Amsel. Fleck trat aus dem Gebüsch und beäugte sie.
"Vielleicht noch einen Wühler, aber das reicht dann.", miaute Fleck.
"In Ordnung.", sagte Eiche, "ich habe da hinten einen gerochen."
Gemeinsam liefen sie zu der Stelle, wo Eiche beim Vorübergehen eine Maus gerochen hatte. Und der Geruch war tatsächlich noch da. Er und Fleck prüften die Luft, bis Eiche ein Rascheln im Laub vernahm. Er wirbelte herum und sah tatsächlich einen Wühler.
Mit einem Schwanzzucken machte er Fleck auf ihn aufmerksam. Die beiden gingen in die Jagdstellung Fleck flüsterte Eiche zu: "Geh du zu dem Strauch da hinten. Du hast flinkere Pfoten als ich. Wenn ich den Wühler verfehle, scheuche ich ihn zu dir und du fängst ihn dann."
"Gut, mach ich!"
Eiche war überrascht über die Jagdkenntnisse des alten Katers und kroch zu dem Strauch. Er positionierte sich unter einem tief hängenden Ast und gab Fleck ein Zeichen.
Fleck schlich sich an, verfehlte aber. Instinktiv sprang Eiche aus dem Gebüsch und stürzte sich auf die Maus. Diese glitschte ihm durch die Pfoten und verschwand im Unterholz.
"Mist.", miaute Eiche.
"Du darfst nicht zu früh dein versteck verlassen, sie hat dich zu schnell bemerkt."
"Jaa.", murmelte Eiche, "Tut mir leid."
"Ist ja halb so wild, dann teilen wir uns die Amsel."
Eiche holte die Amsel und Fleck führte ihn zurück zum Verlassenen Zweibeinernest.
Dort baute sich Eiche aus Moos und Gras ein Nest. Er achtete darauf, dass im Moos keine Dornen waren, denn er hatte sich mal, als er noch ein Junges war an einer Dorne geschnitten, die Blume ihm aus versehen in sein Nest gelegt hatte.
Fleck setzte sich zum Essen nieder.
"Komm Eiche, iss doch was."
Eiche Tappte auf Fleck zu und legte sich auf dem kalten Steinboden nieder. Er nahm den ersten Bissen und die Amsel schmeckte sehr gut.
"Wie bist du eigentlich hier her gekommen?", fragte Fleck schließlich, "ich meine, so ein Junger Kater hat doch bestimmt eine Familie. Die Geschichte mit dem Streuner kaufe ich dir nicht ab."
"Oh, nicht?"
Eiche stutzte.
"Nein, Eiche. Ich möchte deinen Stolz nicht verletzen, aber ich sehe, dass du deine Ausbildung noch nicht abgeschlossen hast."
"Naja...", stotterte Eiche, "..also ich...ich möchte das ehrlich gesagt nicht erzählen."
"Oh, dann tut mir diese Nachfrage leid, aber hat dich deine Familie verstoßen?", fragte Fleck vorsichtig.
"Verstoßen?" "Meine Familie hat mich verstoßen.", sagte Fleck, "ich war noch sehr klein und wurde von einem Fuchs angegriffen, er hat meine Pfote stark verletzt. Siehst du diese Narben?"
"Ja.", miaute Eiche. an Flecks rechter Pfote waren große Narben, die Pfote war ein bisschen kleiner als die Linke und sah verkrüppelt aus.
"Es schien nicht besser zu werden, trotz Heilkräutern. Ich konnte nicht mehr Jagen, nicht mehr kämpfen und nicht mal richtig laufen. Dann hat mein Vater gesagt, dass ich mitkommen sollte. Er führte mich zum Rand unseres Territoriums und hat gesagt, wenn ich geheilt werden will, muss ich drei Tage lang Richtung Norden Laufen und darf nie mehr zurück kommen. Ich war klein und dumm genug um ihm zu glauben. Aber wie durch ein Wunder schlug ich mich durch. Ich hatte meist nicht mal eine Ahnung, was ich tat."
Eiche sah Fleck bestürzt an. Wie konnten Eltern nur so herzlos sein um ihren eigenen Sohn zu verstoßen.
"Ich hatte sechs Geschwister, da macht es nichts aus, wenn ich weg bin."
Eiche konnte einfach nicht glauben, was er da hörte. Fleck hatte ein schlimmeres Schicksal erwischt als ihn. Seine Familie auf tragische Weise zu verlieren ist eine Sache, aber verstoßen werden.
"Ich hatte einfach nur Pech.", sagte Eiche, "Ich hab sie in einem Schneesturm verloren und bin von einem Zweibeiner gefangen worden. Den Weg zurück in ihr Territorium hab ich dann nicht mehr gefunden."
Sie aßen schweigend weiter. Als sie fertig waren brachte Fleck die Essensreste nach draußen. Eiche sah, dass die Sonne orangene Streifen auf den Waldboden warf.
Also kuschelte sich Eiche in sein Nest.
Am nächsten Tag führte Fleck Eiche durch den Wald. Eiche hatte sich dazu bereiterklärt Flecks Schüler zu werden, und bei ihm seine Ausbildung abzuschließen. Diese Tatsache machte Fleck sehr glücklich.
Fleck hatte gesagt, dass er Eiche zu einem Überraschungsort führen wolle, wo sie ihr Frühstück fangen wollten. Eiche hörte das Rauschen des Baches. Sie schritten durch das Unterholz ins freie.
"Da sind wir!", schnurrte Fleck fröhlich.
Eiche trat an den Bach. Es kam ihm vor, als ob der Bach ein wenig schmaler geworden war.
"Ich zeige dir, wie man Fische fängt.", schnurrte Fleck erneut.
"Man kann Fische essen?", fragte Eiche. Es war eine Dumme frage, denn Fuchs hatte Eiche erzählt, dass man eigentlich alles Essen kann, aber manches eben nur ein mal.
"Ja! Komm, ich zeige es dir."
Fleck setzte sich an den Rand des Baches und hielt seine Pfote knapp über der Wasseroberfläche. Eiche tat es ihm Gleich.
"Gut, jetzt musst du nur noch warten, bis ein Fisch vorbeischwimmt, dann musst du mit der Pfote ins Wasser schnellen und den Fisch herausschleudern."
Schon nach kurzer zeit kam Ein kleiner Fisch, der nah genug an der Wasseroberfläche schwamm, um ihn zu fangen.
Im richtigen Moment streckte Eiche die Pfote ins Wasser. Er berührte die glatte Haut des Fischs, aber er konnte ihn nicht richtig packen. Sofort war der Fisch in die Tiefe getaucht.
Von sich selbst enttäuscht lies Eiche die Schultern hängen.
"Du must die Krallen ganz ausfahren und am besten mit der Pfote von unten kommen, ich habe es auch nicht gleich beim ersten mal geschafft."
Eiche versuchte sein Glück nochmal. Dieses mal konnte er den Fisch packen, doch das an Land schleudern erwies sich als schwieriger, als er anfangs gedacht hatte. Der Fisch flog in die Luft, aber er landete wieder im Wasser, sodass er weg schwimmen konnte.
Auch Eiches nächsten Versuche misslangen. Der Letzte endete sogar damit, dass Eiche mit einem Lauten Platscher im Wasser landete.
Zum Glück war der Bach nicht so tief und Eiche stieg mit triefendem Fell aus dem Wasser.
"Du musst halt noch mehr üben. Schau mir zu, dann verstehst du es vielleicht.", sagte Fleck und streckte seine Pfote über das Wasser.
Fleck starrte aufs Wasser und fing geschickt den ersten Fisch, der vorbei schwamm.
"Du darfst zuerst probieren. Er schmeckt nicht sonderlich gut, aber er ist sehr erfrischend." Eiche schnupperte vorsichtig am Fisch. Es roch sehr seltsam. Dann biss er vorsichtig hinein. Eiche hatte schon besseres gegessen, aber dieser Fisch war nicht das schlechteste.
"Es ist ganz okay.", sagte Eiche mit vollen Mund.
Fleck nahm nun auch kleine Bissen und schweigend genossen sie ihr Mahl. "Ich finde, du hast das Zeug zum Mentor.", sagte Eiche.
Fleck schnurrte.
"Du bist auch kein schlechter Schüler. Wenn wir schon davon sprechen, was hast du denn von deinen Eltern alles gelernt?"
"Also, ziemlich viele Jagdtechniken. Mäuse, Kaninchen und Vögel fangen. Viele Kampftechniken. Auf Bäume Klettern. Auf Felsen klettern. Verletzungen heilen und Krankgeiten kurieren."
Fleck schien zu überlegen.
"Hast du schon gelernt, wie man sich gegen einen Dachs verteidigt?"
"Nein." "Gut, dann machen wir das Morgen. Heute können wir noch ein bisschen die Grenzen kontrollieren. Dann kann ich dir ja auch die Gegend zeigen."
Die beiden standen auf, und Fleck führte Eiche in den Wald hinein. Es war erstaunlich, was es alles zu erkunden gab.
Da war eine große Mulde, zu der Fleck sagte, dass er dort mit Eiche Kampftechniken trainieren wird. Mitten auf einer Lichtung stand ein Großer Baum. Sogar eine Kleine Höhle sahen sie sich an.
Sie erkundeten den ganzen Tag die Gegend. Als sie schließlich zurück beim verlassenen Zweibeinernest waren, war es gerade Sonnenhoch.
"Die Blattgrüne beginnt.", miaute Fleck und legte sich in die Sonne.
Eiche gesellte sich zu ihm.
"Wie lange willst du bleiben?", fragte Fleck schließlich.
"Was meinst du?" "Wenn deine Ausbildung abgeschlossen ist, willst du dann fort gehen?"
"Ich weiß nicht. Vielleicht schon."
Wenn der SternenClan das will., dachte Eiche.

18. Kapitel

DIE NÄCHSTEN TAGE vergingen wie im Flug. Eiches Neuer Mentor schien großes Gefallen an seiner neuen Aufgabe zu finden und gestaltete das Training sehr schön und interessant.
Die Dachsverteidigung war schwer zu erlernen, doch er machte große Fortschritte. Auch das Fische fangen gelang Eiche immer besser. Er hatte letztens einen sehr fetten Karpfen erwischt.
Doch Eiche entging nicht, dass sich Mimis Prophezeiung stetig erfüllte. Die Tage wurden immer wärmer und der Bach verkleinerte sich. Immer weniger Wasser floss dadurch und Eiche sorgte sich um die Wasserversorgung von Fleck und ihm.
Möglicherweise hatten ja diese seltsamen Tiere etwas damit zu tun. Oder dieser Wald der Finsternis. Er war immer öfter in Eiches Träumen vorgekommen.
Eiche schüttelte sich die Gedanken frei. Es half nichts, sich immer um etwas zu sorgen.
Fleck hatte ihn alleine jagen geschickt und Eiche musste etwas fangen, um sich vor Fleck zu beweisen. Er nahm sich vor, die Jagdtechniken zu benutzen, die Fleck ihm beigebracht hatte. So machte er eine gute Figur.
Er nahm sich vor, einen Vogel, oder ein Eichhörnchen zu fangen. Eiche prüfte die Luft und roch tatsächlich einen hauch von Eichhörnchen.
Er ging in die Richtung, aus der der Geruch kam, und stieß schon nach kurzer Zeit auf das kleine Wesen, dass nichts ahnend im Unterholz saß.
Eiche bemerkte besorgt, dass der wind ihm in den Rücken blies. So würde er das Eichhörnchen wohl kaum fangen, wenn es ihn zuerst roch. Schnell wie der Blitz schoss Eiche aus dem Unterholz hervor. Das war die einzige Möglichkeit, Eichhörnchen zu fangen.
Es wirbelte herum und sah mit angsterfüllten Augen zu Eiche. Dann rannte es in die Entgegengesetzte Richtung und flitzte auf einen Baum, bevor Eiche es fangen konnte.
Eiche aber spannte die Muskeln an, um dem Eichhörnchen zu folgen. Er konnte e nicht entkommen lassen. Er erinnerte sich kurz noch an den Tag, als er gemeinsam mit Blume die Große Buche erklommen hatte.
Diese Erinnerung spornte ihn zum Klettern an. Er preschte auf den Baum und konnte das Eichhörnchen schnell mit einer Pfote fassen. Allerdings verlor er dabei das Gleichgewicht und stürzte mit dem Eichhörnchen vom Baum.
Noch im fallen drehte er sich. Er landete auf allen vieren und erlegte das Eichhörnchen.
Was für ein Fang!, dachte sich Eiche stolz.
Wenn er zurück beim Zweibeinernest war, würde er sofort Fleck alles erzählen. Er stellte sich schon den Blick des Katers vor und schnurrte.
Er schüttelte sich Tannennadeln und Laub aus dem Pelz. Er hob das Eichhörnchen auf und stapfte zurück zum Zweibeinernest.
Auf dem Weg lauschte er den Geräuschen des Waldes. Er konnte den Wind hören, wie er durch die Baumwipfel pfiff, das rauschen des Baches und wenn er genau hinhörte, konnte er sogar leise Pfotentapser vernehmen.
In der ferne erkannte er schon das Zweibeinernest zwischen den Bäumen. Er lief schneller. Er wollte Fleck unbedingt von dem tollen Fang erzählen. Er ging zur großen Luke hinein, doch Fleck war nicht da.
"Fleck?", rief Eiche durch das Zweibeinernest.
"Ich bin hier hinten! Komm doch her!", rief Fleck.
Eiche ging in die Richtung, aus der die Stimme kam. Er ging durch eine weitere Luke und trat ins Freie. Fleck saß dort zwischen vielen Kräutern und musterte sie genau.
"Das ist mein Kräutergarten.", miaute Fleck, als er Eiche sah, "Die Zweibeiner haben hier viele verschiedene Heilkräuter gepflanzt."
Der Kräutergarten war von einem zerfallenen Holzwall umgeben, und es wuchsen tatsächlich überall die verschiedensten Kräuter.
"Ist das Katzenminze?", fragte Eiche und deutete auf einen riesigen Strauch am Rande des Kräutergartens.
"Ja. Und nicht zu wenig! Hier wächst immer etwas. Sieh dich nur um."
Eiche ging zu einem hohen Sauerampferstrauch und schnupperte vorsichtig daran. Noch nie hatte Eiche so viele Kräuter auf einem Fleck gesehen.
Er entdeckte Borretsch, Bärlauch, Malve, Salbei, Huflattich, Brombeeren, Kamille und noch viele andere Kräuter. Besonders interessierte ihn der riesige, süß duftende Strauch Lavendel.
"Hier hat man immer genug, wenn man Krank ist.", sagte Eiche und war ein bisschen Eifersüchtig, weil man in Fuchs' Territorium immer nach allen möglichen Kräutern überall suchen musste.
"Ich habe ein Eichhörnchen gefangen. Wenn du Hunger hast, dann komm rein und wir können es essen."
Fleck stand auf und folgte Eiche in den Raum mit ihren Nestern. Dort lag das Eichhörnchen auf dem Boden.
"Sehr gut!", lobte Fleck.
"Es war schwer zu fangen, doch am ende hab ich es doch noch erwischt!"
Fleck schnurrte zufrieden und die Beiden Katzen aßen gemeinsam schweigend das Eichhörnchen.
Mitten in der Nacht wurde Eiche von einem lauten Rumpeln geweckt. Als er die Augen öffnete, sah er Licht in das Zweibeinernest eindringen. Er stand auf und ging zu Fleck.
"Fleck, wach auf, da draußen ist etwas!"
Er öffnete die Augen und stand auf, als er das seltsame Licht sah.
"Lass uns nachsehen, was das ist."
Die Beiden Kater gingen zur großen Luke. Eiche konnte seinen Augen nicht trauen. Vor dem Zweibeinernest stand ein Großes Monster, dass sie mit hell erleuchteten Augen ansah.
Was ist hier blos los? Was machen die Zweibeiner da?
"Du hast doch gesagt, dass hier seit langem keine Zweibeiner mehr leben!", keuchte Eiche.
"Das habe ich auch gedacht! Komm rein. Wir müssen hinten raus."
Fleck und Eiche preschten durch das Zweibeinernest. Sie rannten zum Kräutergarten.
"Was ist los?", fragte Eiche besorgt. "Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Komm mit in den Wald, dort können sie uns nicht finden. Vielleicht sind sie Morgen ja wieder weg."
Seite an Seite gingen die beiden in den finsteren Wald. Zusammen waren sie stärker, falls es zum Kampf kam.
Fleck ging zu einem Strauch mit tief hängenden Ästen.
"Versteck dich, ich bin gleich wieder da!", sagte Fleck und preschte davon.
Fleck konnte doch nicht alleine gegen ein Monster und mehrere Zweibeiner Kämpfen. Das war zu riskant. Doch Eiche vertraute dem Kater und Versteckte sich unter dem Strauch.
Die Minuten verstrichen ohne ein einziges Lebenszeichen von Fleck. Gleichzeitig konnte Eiche seltsame Geräusche aus der Richtung des alten Zweibeinernestes. Laute Geräusche sowie leise.
Dann hörte Eiche einen Schrei. Er sprang auf und rannte ohne zu zögern zum Zweibeinernest. Der Schrei kam ganz sicher von Fleck.
Nein! Alles, nur nicht Fleck! Er darf nicht tot sein. Ich muss ihn retten!
Mit einem Satz überquerte er den Holzwall und preschte durch die große Luke ins Zweibeinernest hinein. Er witterte Flecks Geruch Im oberen Teil der Baus.
Vorsichtig schlich er die morsche Holztreppe hoch.
Plötzlich kam Fleck ihm entgegen.
"Eiche! Ich hab gesagt, dass du dich verstecken sollst!"
"Was ist denn los?"
"Oben ist ein Zweibeiner, der will uns fangen. Sie versperren nach und nach die Eingänge!"
Entsetzt flitzte Eiche die Treppe wieder herunter und sah, dass die Große Luke zum Kräutergarten versperrt worden war. Fleck gab ihm ein Zeichen, dass er ihm folgen sollte. Eiche ahnte, auf was er hinauswollte.
Die vordere Luke war nicht versperrt worden, aber ein Zweibeiner bewachte sie.
"Lauf vor! Überhol mich!", schrie Fleck und Eiche tat dies. ER rannte zwischen den Beinen des Zweibeiners hindurch. Das erinnerte ihn ein bisschen an seine erste Flucht aus einem Zweibeinernest.
Als er draußen war, kurvte er um das Monster herum und rannte in den Wald und kletterte am Bach, der kaum mehr ein Rinnsal war, einen Baum hoch.
Er drehte sich um und schaute, ob Fleck nachkam. Das tat er aber nicht. Eiche glitt den Baum wieder hinunter.
Er setzte sich hin und wartete, wenn nötig würde er die ganze Nacht warten.
Doch Fleck kam einfach nicht. Dann hörte Eiche das Monster. Es brummte laut und rumpelte über den Waldboden.
Eiche konnte es durch das dichte geäst kaum sehen, doch es schien auf ihn zu zukommen. Er kletterte den Stamm wieder Hoch, damit das Monster ihn nicht erwischen konnte.
Es ratterte unter Eiche vorbei. Er konnte kaum etwas sehen, doch hinten, wo im Monster eine Luke war, konnte Eiche einen Käfig sehen. Und in dem Käfig war ein Schwarz gefleckter Pelz zu erkennen.
Nein...Nein...Nein...Fleck, das kann nicht sein, er wurde von den Zweibeinern gefangen. Das ist unmöglich.

19. Kapitel

DAS ENTSETZEN STAND EICHE ins Gesicht geschrieben, als das Ungeheuer auf den alten Donnerweg fuhr. Eiche konnte es Unmöglich einholen.
Ich muss weiter. Fleck würde es wollen!
Eiche schluckte und rutschte vom Baum. Er spürte Tannennadeln an den Ballen. Er war verzweifelt. Was konnte er jetzt noch tun. Fleck würde er nicht retten können, und zurück zum kleinen Zweibeinerort konnte er auch nicht.
Wie konnte das Schicksal nur so Grausam sein. Er war alleine, verloren, ohne Hoffnung...
Eiche fasste kurzerhand den Entschluss, zum Bach zu gehen und sich Frühstück zu fangen. Er gähnte und trappte in Richtung Bach. Eiche konnte die Mulde des Baches schon erkennen, aber er sah noch kein Wasser.
Voll Entsetzen musste er feststellen, dass nicht das Kleinste Rinnsal durch den Bach floss.
Die Sonne stieg langsam am Himmel empor und Eiche setzte mit hängenden Schultern seinen Weg fort. Er konnte das alles einfach nicht glauben.
Mimi...und Fleck...seine Familie. Nichts war ihm geblieben.
Inzwischen war es Sonnenhoch und die Sonne knallte Eiche auf den Pelz. Auf freiem Gelände war die Hitze fast unerträglich, weshalb Eiche oft nicht direkt am Bach entlang ging.
Er wurde langsam immer durstiger, aber der Bach war ausgetrocknet. Eiche entschloss sich, in den Wald zu gehen, und zu hoffen, dass dort irgendwo eine kleine Pfütze von der Hitze verschont worden war.
Nach kurzer Zeit fand Eiche einen Teich, indem sich noch eine winzige Pfütze befand. Er genoss das Wasser, obwohl es warm und voller Fliegen war.
Er schleckte sich das Maul und ging weiter das Flussbett des Baches entlang. Neben ihm, am Waldrand, rieselten ausgetrockte Blätter auf den Boden.
Er sah in den Wolkenlosen Himmel. Regen war nicht in Sicht. Nicht in diesem Mond.
Eine sanfte Windböe zerzauste Eiches Haar und Eiche reckte die Schnauze in den kühlen Wind.
Als er noch ein Junges war, hatte er oft mit Blume vor dem Bau Blätterfangen gespielt. Sie hatten versucht, die vom Wind aufgewirbelten Blätter aus der Luft zu fischen.
Eiche vermisste sie mehr denn je. Er erinnerte sich dunkel, wie Fuchs Blume immer aus dem Hinterhalt erschreckt hatte und Blume dann immer zusammengezuckt hat, als hätte ein Bär sie überfallen.
Oder bei seiner allerersten Jagd, wo er gleich ein Kaninchen fangen wollte. Er hatte damals immer gedacht, dass er der beste und begabteste Jäger der Welt wäre.
Es war so schön, ein Jungs zu sein und sich die Beute von den Eltern bringen zu lassen...
Eiche straffte die Schultern. Er war aber nun kein Junges mehr. Die Zeit bei Fleck und den Hauskätzchen hatte ihn sehr geprägt. Er war nun ein Kater.
Ein Rascheln in den Blättern der Bäume lies ihn zusammenzucken. Er sah nach oben, doch es war nur der Wind gewesen. Trockene Blätter rieselten auf ihn herab, oder wurden von Wind davongetragen.
Eiche sah wieder auf den Bach und entdeckte wieder eine winzige Pfütze mit Mücken und Fliegen.
Gierig nach dem Wasser sprang er in den ausgetrockneten Bach und ging zu der Pfütze.
Sie war so klar, dass er sein Spiegelbild im Wasser betrachten konnte. Seine Kindlichen, jungenhaften Züge waren verschwunden.
Er schüttelte den Kopf und schleckte auch diese Pfütze auf.
Der Weg war lang. Der Weg war beschwerlich. Die heiße Mittagssonne prallte Eiche auf den Pelz und der Wassermangel schnürrte ihm die Kehle zu. So hatte er sich seine Bestimmung aber nicht vorgestellt! Er spürte einen Kloß im Hals, als er an die vergangenen Tage dachte. Die Erinnerungen fühlten sich an, als würde ihm jemand die Krallen über den Pelz ziehen. Es war wie in einem Traum. Eiche konnte seine Ballen nicht mehr spüren, und alles sah verschwommen aus, während ihm die Schlimmsten Erinnerungen seines Lebens wieder vor Augen hatte.
Es dauerte nicht lange, bis ihm klar wurde, dass es nichts brachte, in dieser prallen Hitze weiterzulaufen. Er würde sich einfach im Wald in das Kühle Moos legen, die Augen schließen und seinen Weg in der Abenddämmerung fortführen. Gedacht. Getan. Doch es dauerte lange, einen geeigneten Schlafplatz zu finden, daselbst das Moos ausgetrocknet war. Schließlich hatte er sich unter der Wurzel einer großen Eiche niedergelassen.
Er ließ seien Blick durch das dichte Wurzelgeflecht schweifen und traute seinen Augen kaum. Dort, zwischen den verwurzeltsten Wurzeln der Eiche schimmerte eine Pfütze aus Wasser. Eiche dachte nicht lange nach und trank so viel Wasser, bis es sich anfühlte, als würde sein Magen explodieren. Das tat er natürlich nicht, denn Eiche hatte außer einer abgemagerten Maus noch nichts gegessen.
Ich gehe heute Abend jagen. Dann kann ich vielleicht hier übernachten, bis es mir bessergeht. Es ist genug Wasser da um mich einen Mond damit zu versorgen!
Eiche nutzte die Ruhe des Waldes, um sich auszuruhen. Er schloss die Augen, und dachte darüber nach, was Blume, Schnee und Fuchs so machten. Hatten sie das Streunerproblem gelöst? Vermissten sie ihn? Sie vermissten ihn sicher! Eiche vermisste sie auch. Ehrlich gesagt gab es keinen Tag, an dem er nicht an sie dachte. Da kam ihm ein anderer Gedanke.
Blume war seine Wurfgefährtin, und deshalb genau so alt wie er. Aus Erfahrung wusste er, dass er schon fast das Kateralter erreicht hatte. Er hätte den Mutterbau verlassen müssen. Musste Blume das jetzt nicht auch? Wo würde sie hingehen? Würde sie nach ihm suchen? Finden würde sie ihn sicher nicht, das war sich Eiche Bewusst. Er selbst würde wohl kaum den Weg zurückfinden.
Eiche versuchte den Weg im Kopf durchzugehen. Er musste dem Bachlauf – auch wenn dieser vertrocknet war – flussaufwärts folgen. Dann würde er den großen Fluss erreichen. Diesen musste er entlanggehen, damit er zum Zweibeinerort zurückfinden könnte. Dann müsste er genau der richtigen Bachmündung, der Silberbachmündung, flussaufwärts folgen und erst dann könnte er das Territorium erreichen. Würde er es jemals tun? Nach Hause zurückkehren?
In Gedanken versunken betrachtete er die Wasserpfütze. Gut unter den Wurzeln der Eiche verborgen konnte sie nicht von der Sonne geholt werden, wie Eiche es schon bei andere Wasserstätten beobachten konnte. Er beobachtete schließlich aus seinem „Nest“ seine Umgebung genauer. An diesem Strauch kann ich sicherlich ein paar Wühler fangen, dachte er sich und bemerkte, dass schon orangene Sonnenstrahlen das verdorrte Blätterdach durchströmten.
Er erinnerte sich an seinen knurrenden Magen und streckte seine Glieder. Mit etwas Glück und seinen bei Fleck neu gelernten Jagdtechnicken konnte er sich sicher ein leckeres Abendessen fangen. Er erhob sich und erblickte schon von weitem eine kleine Waldmaus, die verborgen zwischen ein paar Grasbüscheln saß.
Es freute Eiche, dass er endlich mal wieder seinen Jagdinstinkt verspürte und ging in die richtige Haltung und schlich sich leise an.

20. Kapitel

DIE SONNE BRACH ZWISCHEN DEN ZWEIGRN EINES GROßEN BAUMES HERVOR, als Eiche drei Tage später seine Reise fortsetzte. Der Sommer war immer heißer geworden, sodass Eiche gezwungen war. Durch den Wald weiter zu gehen. Auf dem Weg fragte er sich immer wieder, ob er nicht das Revier einer anderen Katze betreten hatte, denn in manchen Sträuchern hing ein Hauch von Katzengeruch.
An seinem zweiten Tag nach der Abreise von der großen Eiche, war er nämlich aus versehen einem Dachsbau zu nahe gekommen. Er hatte die Dachsverteidigung noch nicht abgeschlossen, - obwohl er sich denken konnte wie der letzte Zug zu bewerkstelligen war – und er wollte es nicht darauf ankommen lassen. Er war um sein Leben gerannt und entkam dem Dachs schließlich.
Bei dieser Erinnerung musste er schnurren. Schnell Rennen war eine Sache in der Eiche immer seiner Schwester überlegen war. Eiche sah sich im dichten Gestrüpp um. Wie dicht war dieser Wald wohl besiedelt?
Fuchs hatte ihm erzählt, dass manche Wälder komplett in Territorien unterteilt waren, in anderen es dagegen nur ein oder zwei Streuner gab, die sich kaum über den Weg liefen. Eiche dachte nicht, dass es in diesem Wald viele Gruppen gab, denn die Gerüche gehörten eher zu einer einzelnen Katze.
Eine Territoriumsgrenze konnte man immer erkennen, wenn man kein Hauskätzchen war. Vielleicht gab es in diesem Wald eine große Zusammenkunft oder dergleichen.
Große Zusammenkünfte waren Gruppen aus zehn bis zwanzig Katzen, die einen Anführer hatten, aber keine sonderlich strukturierte Rangordnung. In so einer Gruppe sorgte zwar jeder für sich selbst, aber alle profitierten vom Schutz der Gruppe.
Eiche hatte sich immer gewünscht, dass, wenn er den Mutterbau verlassen würde, er sich einer großen Zusammenkunft anschließen könnte. An solchen Zusammenkünften gab es leider nur einen Haken: Wenn man verletzt wurde oder man sich aus irgendeinem anderen Grund nicht mehr selbst versorgen konnte, wurde man aus der Gruppe geschmissen. Es sei denn man hatte jemanden in der Gruppe, der sich um jemanden kümmerte.
Eiche wurde von einem Bellen aus seinen Gedanken gerissen.
Oh nein! Hunde!
Eiche konnte ihren Geruch wahrnehmen. Sie kamen von Flussabwärts. Panik stieg in Eiche auf, und er versuchte einen der krummen Bäume zu erklimmen. Er schaffte es nicht. Wieder vernahm er das laute Bellen der Hunde.
Okay, Eiche! Keine Panik. Versuch ihren Geruch auszumachen! Kommen sie auf dich zu, oder laufen sie von dir weg?
Er prüfte die Luft. Mit weit geöffnetem Maul konnte er den Geruch der Hunde deutlich wahrnehmen. Es schien, als ob sie weder vor ihm wegliefen, noch als ob sie auf ihn zukamen. Sie schienen mit etwas Anderem beschäftigt zu sein. Eiche fasste einen Entschluss.
Er entfernte sich etwas vom ausgetrockneten Bachbett und lief etwas weiter in den Wald hinein, dort sah er eine kleine Lichtung, auf der ein paar Holundersträucher wuchsen. Er zupfte einige Blätter ab und wälzte sich damit im Gras, um seinen Geruch ein wenig zu überdecken, dann startete er einen weiteren Versuch, auf einen Baum zu klettern. Diesmal gelang ihm es und er duckte sich im tiefen Blätterdach und prüfte noch einmal die Luft. Der Hundegeruch war nur noch schwer auszumachen. Offenbar hatten sich die Hunde weiter von ihm entfernt.
Er wollte gerade wieder erleichtert den Baum herunterklettern, als er ein Geräusch hörte. Und dann roch es. Es war Katzengeruch. Und er kam direkt auf ihn zu. Die Panik, die er jetzt verspürte, war nicht so schlimm wie die, als er den Hundegeruch vernommen hatte. Sie war schlimmer! Offenbar war er doch in ein fremdes Territorium geraten, und es gehörte wohl dem Kater, der jetzt auf ihn zugelaufen kam. Ja, es war ein Kater. Das hatte er sofort gerochen.
Er versuchte sich so gut es ging in der Baumkrone zu verstecken. Er bedankte sich beim SternenClan für seinen braunen Pelz, der ihm half, optisch mit dem Baumstamm zu verschmelzen. Wenn der Kater nicht genau hinschauen würde, dann würde Eiche nicht entdeckt werden.
Mit verräterisch klopfendem Herzen saß er nun da und wartete. Eigentlich musste er gar nicht warten, denn nur einen Herzschlag später vernahm Eiche einen dunkelgrau getigerten Pelz zwischen den Bäumen. Der dunkelgrau getigerte Kater hatte den Mund weit geöffnet. Er schien etwas zu suchen, und Eiche war sich sicher, dass der dunkelgraue seinen Geruch aufgenommen hatte.
Plötzlich rannte der Kater direkt auf ihn zu und machte einen kleinen Freudensprung. Er senkte sich und begann, Holunderblätter abzureißen. Für einen Moment war Eiche so erleichtert, dass der Kater ihn nicht entdeckte hatte, dass er seine Deckung vergaß. Und seinen Halt. Er rutschte zuerst langsam, und dann immer schneller von seinem Ast ab. Die Blätter des Baumes raschelten verhängnisvoll und Eiche gelang es gerade noch, sich mit den Krallen am Baum festzuhalten.
Gut, er hat dich bemerkt du dummer Fellball! Also bleibt nur noch eine Möglichkeit!
Eiche ließ den Ast los und fiel hinab. Er versuchte möglichst elegant auf dem Boden aufzukommen. Dies gelang ihm nicht wirklich, da er mitten in einem Holunderbusch landete. Eiche sprang aus dem Busch heraus, sträubte das Fell und fauchte den Kater an. Der Kater ließ seine Holunderblätter fallen und ging mit offenem Mund zwei Schritte zurück, während Eiche ihn immer noch anfauchte.
Der dunkelgraue starrte ihn an. Eiche stutzte. Offenbar hatte der Kater nicht die Absicht, ihn anzugreifen. Eiche glättete seinen Pelz.
„Das ist gar nicht dein Territorium, oder?“, stammelte Eiche verlegen.
Der Kater schnurrte ihn an. „Nein, ist es nicht."
„Oh.“, Eiche atmete geräuschvoll aus, „Ich dachte schon es wäre aus mit mir.“
Der Kater schnurrte noch lauter. „Es ist wohl auch nicht dein Territorium, so wie es sich anhört.“
„Nee! Ich bin auf der Durchreise. Ich bin Eiche, und du?“, fragte Eiche und ließ schließlich alle seine Furcht fallen.
“Kräuselschweif. Wo willst du denn hin, wenn du auf der Durchreise bist?“, fragte der Kater und blickte ihm neugierig in die Augen.
„Ich folge dem Bachlauf flussabwärts. Naja, flussabwärts kann man ja nicht sagen, es ist ja gar kein Wasser im Bach!“
„Lustig, wir folgen dem Bach flussaufwärts! Aber ich würde dir eins empfehlen: Wenn du Konflikten mit großen Katzengruppen aus dem Weg gehen willst, dann kehr lieber um!“
„Warum?“
„Ungefähr eineinhalb Tagesmärsche von hier entfernt gibt es vier riesige Territorien. Dort gibt es vier Katzengruppen. Und gegen ausgebildete Krieger hast du vermutlich nicht den Hauch einer Chance. Außerdem mündelt der Bachlauf in einen großen See, aus dem See mündelt wieder ein Fluss und dieser Fluss mündelt ins Wassernest der Sonne. Ich denke nicht, dass du dorthin willst.“
Eiche sah dem Kater in die Augen. Er hatte recht, er wollte Konflikten mit ausgebildeten Kriegern lieber aus dem Weg gehen und zum Wassernest der Sonne wollte er vermutlich auch nicht.
„Danke für die Auskunft.“, miaute Eiche und Kräuselschweif wandte sich zum Gehen. Da viel Eiche etwas ein.
„Wer sind ‘‘wir‘‘? Bist du in Begleitung auf einer Reise?“, rief Eiche ihm hinterher. Kräuselschweif drehte sich um.
Wir sind acht. Erfahrene Krieger.“

21. Kapitel

EICHE HATTE KEINE AHNUNG, ob Kräuselschweif ihm gedroht hatte. Es war nur eins klar: Das Wort Krieger kam ihm sehr bekannt vor. Er kam nur nicht drauf. Er war sich nicht sicher, ob er auf Kräuselschweifs Rat hören sollte.
Er blieb noch für einen Moment reglos stehen und beobachtete die untergehende Sonne. Eiche würde Kräuselschweif gerne folgen und herausfinden, ob es wirklich acht erfahrene Krieger gab. Konnte er einfach dem Geruch des Katers folgen? Nein. Zuerst musste er seinen Geruch überdecken. Eiche prüfte die Luft und entdeckte sofort einen starken Geruch, der ihm schon vorher aufgefallen war. Er hüpfte in den Wald davon und fand einen gefühlten Herzschlag später eine Wiese mit einem merkwürdigem Kaut, welches er nicht kannte.
Er wälzte sich so gut er konnte und überdeckte somit seinem Katzengeruch. Zumindest hoffte er das. Schließlich machte er sich zurück auf den Weg zur Lichtung mit dem Holunder und nahm Kräuselschweifs Geruch auf. Der Geruch führte Eiche wieder zurück Richtung Bach. Plötzlich hörte er Stimmen.
„Taubenpfote? Wo bist du?“, hörte Eiche eine Stimme rufen.
„Hier! Komm mal her, ich habe etwas gefunden!“, rief eine andere Stimme, offenbar Taubenpfote.
Eiche duckte sich hinter einem umgefallenen Baum als er zwischen den Bäumen einen hellgrauen Pelz entdeckte. Eine Kätzin, die ein bisschen jünger war als er, zerrte eine große Astgabel über den Waldboden.
„Hey! Super. Die können wir in unser Dach einbauen!“, rief ein goldener Kater, der auf Taubenpfote zu kam und ihr die Astgabel abnahm.
Die beiden Katzen traten wieder den Weg zum Bach an. Eiche folgte ihnen, bis sie an einem Geflecht aus Zweigen und Blättern stehen blieben. Dem Anschein nach hatten sie sich dort zwei Nester eingerichtet und diese mit einem Blätterdach überdacht. Der goldene schnurrte.
„Fertig!“, seufzte er.
„Hey, Löwenglut!“, rief ein anderer Kater.
Eiche konnte ihn sehen. Er kam geradewegs auf die beiden Katzen zumarschiert. Er hatte struppiges, dunkelbraunes Fell und einen höhnischen Gesichtsausdruck. Der goldene -der wohl Löwenglut hieß- drehte sich um und seine Nackenhaare sträubten sich, als er den dunkelbraunen erblickte.
„Pilzkralle! Was für eine Überraschung! Ist der Schattenclan mit dem Nesterbauen schon fertig?“, fragte er ironisch.
Wahrscheinlich waren Löwenglut und Pilzkralle keine Freunde. Vielleicht…Da viel es Eiche wie Schuppen von den Augen.
Schattenclan! Krieger! Diese Namen! Das sind echte Clankatzen!
Währe Eiche in einer anderen Situation gewesen, hätte er jetzt Freudensprünge gemacht. Stattdessen lauschte er dem Gespräch der drei Katzen. Pilzkralle schnaubte überheblich.
„Jaa! Aber mal ganz ehrlich. Hat der Donnerclan seinen Kriegern nicht beigebracht seine Nester richtig zu machen?“
Nun sträubte Löwenglut seinen ganzen Pelz. Da schaltete sich Taubenpfote ein: „Vielleicht baut der Donnerclan seine Nester anders als der Schattenclan! Wenn ja, dann wirst du dich dran gewöhnen müssen.“
Pilzkralle verdrehte die Augen und drehte sich um und ging. Eiche entschloss sich, ihm zu folgen und die Donnerclan Krieger alleine zu lassen. Pilzkralle ging an zwei anderen Katzen vorbei, die auch gerade ein Nest bauten. Eiches Herz machte einen kleinen Hüpfer. Dort war Kräuselschweif!
Eiche mochte den dunkelgrauen Kater, er schien sehr freundlich zu sein. Kräuselschweif half gerade einer grau-weißen Kätzin, ein paar Grashalme in ein Zweiggeflecht zu weben.
„Ich hoffe, dass der Holunder Grasbart mit seinen Schmerzen hilft.“, miaute die grau-weiße gedankenversunken.
„Blütenfell! Aua, hör auf zu träumen!“, rief Kräuselschweif.
Blütenfell war ihm auf die Pfoten getreten.
„Tut mir leid!“, miaute sie verlegen und wandte sich von Kräuselschweif ab.
Da bemerkte Eiche eine Bewegung hinter dem Astgeflecht. Ein hellbraun getigerter Kater schlich die Bachböschung auf die beiden Katzen zu.
„Hallo, Grasbart.“, sagte Kräuselschweif, „Wie geht’s deiner Schulter?“
„Besser.“, antwortete Grasbart und betrachtete die Nester von Blütenfell und Kräuselschweif.
„Schöner Bau. Aber es war so klar, dass ihr Flussclan Katzen euren Bau so nah wie möglich am Bach baut, auch wenn kein Wasser drin ist.“, schnurrte Grasbart und Blütenfell entgegnete: „Wo haben denn die werten Windclan Katzen ihre Nester gebaut?“ Grasbart schnurrte lauter.
„Auf einer Lichtung im Wald. Nahe genug am Bach, keine Sorge!“, entgegnete er. „Kannst du mir mal zeigen, wie man Kaninchen jagt?“, fragte Blütenfell verlegen.
„Na klar! Dir kann ich es auch zeigen, Kräuselschweif. Ich schulde dir ja noch was wegen dem Holunder.“
Einen Herzschlag lang sagte niemand etwas, dann erhob Blütenfell die Stimme: „Wenn man Pilzkralle nicht beachtet, dann funktioniert das Zusammenleben besser, als ich am Anfang gedacht hatte.“
„Da kann ich dir nur Zustimmen!“, flüsterte Grasbart, „Hellschweif sagt auch, dass ihr nett seid, und die Donnerclan Katzen auch. Mit Tigerherz klappt es auch, nur Pilzkralle tanzt noch ein wenig aus der Reihe.“
„Er wird sich an die Sitten der anderen Clans gewöhnen müssen. Und ich finde sowieso, dass es besser ist, in den anderen Clans Freunde zu haben, als Feinde.“, miaute Blütenfell.
Alle stimmten ihr mit einem Kopfnicken zu. Kräuselschweif wollte gerade etwas sahen als sie Löwenglut schreien hörten.
„Alle ins Bachbett kommen! Wir müssen etwas besprechen!“ Blütenfell, Kräuselschweif und Grasbart schlugen den Weg Richtung Bachbett ein und Eiche überlegte, ob er ihnen folgen sollte. Er würde zu gerne wissen, was sie zu besprechen hatten.
Doch Eiche schlug diese Idee sofort wieder in den Wind. Er konnte es nicht riskieren, entdeckt zu werden. Er schlich zurück an Löwenglut und Taubenpfote vorbei und machte sich auf den Weg zurück in den Wald.
An der Holunderlichtung vorbei schlich er zurück zu der Stelle mit dem Kraut, in dem er sich gewälzt hatte, um seinen Geruch zu überdecken. Hier würde er sein Nest aufbauen.
Da es mittlerweile schon dunkel geworden war, verließ er sich auf seinen Geruchssinn um etwas trockenen Farn und Moos zu finden. An einem Baum pflückte er etwas Nestauspolsterungsmaterial und seine Sinne führten ihn zurück zur Lichtung. Schnell hatte er ein Nest errichtet und Kuschelte sich tief hinein. Er schloss seine Augen und befand sich augenblicklich im Reich der Träume.

Eiches Pfoten strichen durch das weiche Gras. Es war nicht ausgetrocknet wie an den anderen Stellen des Waldes, sondern fühlte sich an, als hätte es gerade erst geregnet. Er wand seinen Kopf nach oben und sah in den Himmel.
Die Sterne sahen aus, als wären sie so nah, dass Eiche sie mit den Pfoten vom Himmel holen konnte.
„Guten Tag, Eiche!“, hörte Eiche eine Stimme hinter sich.
Ohne sich umzudrehen wusste Eiche sofort wem diese sanfte Stimme gehörte.
Blaustern!
Eiche drehte sich um und sah der blaugrauen Kätzin in die Augen. Sie schnurrte ihn an.
„Du möchtest mir einige Fragen stellen, oder?“, fragte sie, als hätte sie seine Gedanken gelesen.
„Ja.“, miaute Eiche, „Wer sind diese Katzen? Clankatzen, oder?“
„Ja, dies sind mutige Clankatzen, die sich auf eine weite Reise begeben haben, um das Wasser des Baches in den See zurück zu holen.“, entgegnete sie.
„Wie-“, hob er an, doch Jemand fiel ihm ins Wort.
„Das ist nicht deine Aufgabe, Mäusehirn!“ Eiche fuhr herum, und sah Gelbzahn, die struppige, graue Kätzin auf ihn zu laufen.
„Nicht?“ „Natürlich ist sie das nicht!“, krächzte Gelbzahn. „Deine Aufgabe ist etwas anderes…Mache aus vieren fünf, damit wir sicher sind, wenn der Finstere Wald uns verschluckt.“
Eiche schluckte, das hörte sich sehr ernst an.
„Hö-“
„Hey, du!“
Der Sternenclan Wald, und somit auch Blaustern und Gelbzahn verschwammen im Nichts. Er erwachte. Er öffnete langsam die Augen. Es war noch dunkel und das Silbervlies erstrahlte so fern wie eh und je. Eine hellgraue Kätzin hatte sich über ihn gebeugt und beäugte ihn neugierig.
“Du murmelst im Schlaf.“, sagte sie freundlich.
Es dauerte nur einen Herzschlag, bis er erkannte, wer vor ihm stand.
„Du bist Taubenpfote vom Donnerclan, oder?“, miaute er ohne groß darüber nachzudenken, in welche Schwierigkeiten ihn dieser Satz gebracht haben könnte.
„Ja, woher weißt du das?“, fragte sie misstrauisch.
„Ich, äh…“, stotterte Eiche, „Ich habe euch beobachtet."
"Warum hast du uns beobachtet?“, fragte sie.
„Ich interessiere mich für die Clans. Kann ich vielleicht mit euch reisen?“, fragte Eiche hoffnungsvoll, obwohl er wusste, dass dies nicht seine Aufgabe war.
„Nein, ich denke nicht, tut mir leid.“, sagte sie, „Aber, wenn du willst kann ich dir etwas über die Clans erzählen.“
Eiche nickte Begeistert. Doch er musste schnurren bei dem Gedanken, wie leichtsinnig Taubenpfote war. Schließlich wusste sie noch nicht mal seinen Namen.
„Ich bin übrigens Eiche.“, sagte Eiche.
Taubenpfote nickte und legte sich neben ihn ins Gras.
Und dann begann sie zu erzählen.

22. Kapitel

„UND AM MONDSEE GEBEN SICH DIE HEILER IMMER MIT DEM STERNENCLAN die Zungen.“, beendete Taubenpfote ihre umfangreiche Erzählung.
„Wow!“, wisperte Eiche, „Aber sag mal, du hättest doch nicht einfach so einem daher gelaufenen Streuner alle Clangeheimnisse erzählt. Besonders das mit dem Sternenclan. Ich will dich nicht beleidigen, aber das hätte dir nicht jeder abgekauft. Also ich kenn den Sternenclan ja schon, aber so ein Hauskätzchen hätte…Mäusedung!“ Jetzt hatte sich Eiche in seinem Erzählschwall verplappert.
Taubenpfote schnurrte belustigt. „Ich habe mir schon gedacht, dass du den Sternenclan schon kennst. Waren deine Eltern zufällig Clankatzen?“, fragte sie.
„N…Nein ich denke nicht, wieso fragst du?“
„Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass du schon mindestens eine Prophezeiung erhalten hast.“
Eiche stutzte. „Du etwa auch?“
Taubenpfote rekelte sich im Moos. „Nun ja…Ja schon.“
„Wie lautet sie?“
„Also ich weiß nicht, ob ich es dir sagen darf.“ Sie leckte sich verlegen die Pfoten.
„Prophezeiungen vom Sternenclan darf man nicht einfach so ausplappern, oder?“, fragte Eiche und stupste Taubenpfote spielerisch in die Seite.
Eine Zeit lang schwiegen die beiden. Dann erhob Taubenpfote die Stimme.
Nach dem scharfsichtigen Häher und dem brüllenden Löwen wird auf den sanften Schwingen der Taube Friede einkehren.
„Meine letzte war: Mache aus vieren fünf, damit wir sicher sind, wenn der Finstere Wald uns verschluckt.“, sagte Eiche.
„Der finstere Wald? Meinst du den Wald der Finsternis?“
Wald der Finsternis. Irgendwo hatte eiche das schon mal gehört. Wald der Finsternis. Wald der Finsternis!
„Efeupfote…“, murmelte Eiche.
Diesen Namen brachte er mit dem Wald der Finsternis in Verbindung. Warum wusste er nicht.
„Was ist mit Efeupfote? Kennst du sie?“, fragte Taubenpfote aufgebracht.
„Sie…der Name…Es schoss mir durch den Kopf.“, wisperte Eiche nachdenklich.
„Sie ist meine Schwester. Und sie…oh! Löwenglut hat mich gerufen. Ich muss los!“, sie stand auf und wand sich zum Gehen.
„War schön dich kennen zu lernen, Eiche.“, sagte sie.
„Ich hoffe, dass sich unsere Wege eines Tages wieder kreuzen. Auf wiedersehen!“, sagte Eiche und nickte ihr zu.
„Möge der Sternenclan deinen Weg erleuchten.“
„Deinen auch.“
Und mit diesen Worten verschwand sie zwischen den Bäumen. Eiche legte sich wieder in sein Nest. Er musste nachdenken. Irgendwo hinten in seinem Kopf regte sich etwas.
Am späten Morgen setzte Eiche seinen Weg fort. Es machte keinen Sinn, weiter nachzudenken, und er hatte sich damit abgefunden, die Lösung des Rätsels nicht zu finden. Er musste weitergehen.

Eiche brauste durch den Wald. Er hatte sich vom Bach entfernt, da er den Clans nicht begegnen wollte, obwohl er irgendwie schon daran interessiert war, einem beizutreten.
Er hatte sich dazu entschlossen, ein bisschen zu rennen. So würde er den Kopf frei kriegen und nebenbei auch ein wenig den Kopf frei kriegen.
Im Moment hatte er genug davon, die ganze Zeit über die Prophezeiung und Taubenpfotes Worte nachzudenken. Leichtfüßig sprang er über einen umgekippten Baumstamm und schlängelte sich geschickt zwischen den Bäumen hindurch. Er rannte einfach immer der Nase nach, und hoffte irgendwo auf einen geeigneten Platz zum Jagen zu finden.
Als hätte der Sternenclan seine Gebete erhört rannte er geradewegs auf das Ende des Waldes zu. Obwohl sie noch etwas von den Bäumen verdeckt war, erkannte Eiche eine große Wiese. Er sprang über einen Graben und machte sich bereit, auf der anderen Seite zu landen, doch dann krachte er mit irgendetwas zusammen.
Er rollte sich ab und fuhr die Krallen aus, falls es sich um einen Angreifer handelte. Und tatsächlich lag, ungefär eine Fuchslänge von ihm entfernt, ein Cremefarbener Pelz.
Vorsichtig näherte sich Eiche dem Fellball, laut dem Geruch eine Katze, und blieb Kampfbereit. Die Katze bewegte sich und rappelte sich auf. Dann drehte sie sich um, erschrak kurz, und begann zu schnurren.
Eiche stutzte, dann begann die Katze zu reden: "Hallo, du! Ich hab dich gar nicht kommen sehen."
"I-Ich dich auch nicht.", stotterte Eiche und legte sein Fell an. Von dieser Katze schien keine Gefahr auszugehen.
"Wer bist du?", fragte sie. Sie hatte waldgrüne Augen und auf der Brust mehrere braune Sprenkel, die irgendwie wie eine Feder aussahen.
"Eiche.", sagte Eiche.
"Ist das dein Territorium?", fragte sie.
"Nein. Ich dachte es wär deins.", antwortete Eiche verdutzt. Er hatte damit gerechnet, dass die Kätzin ihn verjagen würde.
"Nee. Ich bin nur auf der Durchreise.", sagte sie und ging auf Eiche zu. Jetzt hatte er die Möglichkeit, sie genauer zu betrachten. Sie war schätzungsweise etwas älter als er selbst und hinkte an einem Bein.
"Ich bin auch auf der Durchreise. Was für ein Zufall, dass wir uns hier treffen.", bemerkte Eiche und beäugte die Kätzin prüfend.
Sie sahen sich schweigend an. Eiche fragte sie schließlich: "Wie heißt du eigentlich?"
Die Kätzin schien kurz zu überlegen. "Sprenkel.", sagte sie schließlich. Eiche wusste nicht wirklich, ob er ihr das glauben sollte.
"Was ist mit deinem Bein?" Eiche sah Sprenkels Bein besorgt an. Sprenkel schaute nach unten und zuckte mit den Schultern.
"Ich hab es versorgt. Es schränkt mich nicht wirklich ein und wird bald wieder verheilen.", miaute sie, "Wollen wir zusammen jagen gehen?" "Warum nicht?", miaute Eiche, "zu Zweit jagt es sich besser."
Gemeinsam gingen Eiche und Sprenkel auf die Wiese. Sie war wirklich groß, und mitten auf der Wiese standen vier große Bäume.
Sprenkel prüfte die Luft und lief etwas auf der Wiese umher. Nach einiger Zeit duckte sie sich zwischen die Grasbüschel.
"Runter.", sagte sie und legte den Schwanz flach auf den Boden. Eiche hörte auf sie und tat es ihr gleich, obwohl er nicht gesehen hat, was sie entdeckt hatte. In geduckter Jagdhaltung schlich er zu ihr. Sie bemerkte offenbar seinen fragenden Blick und deutete auf einen braunen Fleck auf der Wiese.
Dort saß ein Kaninchen, nichtsahnend im Gras. "Du schleicht dich von der Seite ran und scheuchst es in meine Richtung.", flüsterte Eiche. Sprenkel nickte und verschwand im dichten Gras.
Eiche beobachte das Kaninchen und im nächsten Moment sprang Sprenkel aus ihrer Deckung. Da Kaninchen schreckte auf und rannte in Eiches Richtung, der, als es schließlich nahe genug an ihm dran war auch seine Deckung verließ und es mit einem Bissen tötete.
Sprenkel kam auf ihn zu gerannt.
"Du bist eindeutig ein besserer Jäger als ich.", sagte sie.
"Ach, das ist doch nicht wahr.", wisperte Eiche verlegen. Die beiden Schnurrten und begaben sich schließlich zu den vier Bäumen um zu Essen. Eiche überlies Sprenkel den ersten Bissen, da sie das Kaninchen entdeckt hatte.
Sie unterhielten sich noch ein bisschen, wobei Eiche erfuhr, dass Sprenkel offenbar einen noch weiteren Weg zurück gelegt hatte aus er. Sie war nämlich laut ihrer Aussage schon vier Blattwechsel lang unterwegs.
Als Eiche sich einen Ort zum Schlafen aussuchte, entdeckte er einen Ast, der an einem der Bäume etwas tiefer hing, und sehr merkwürdig von der untergehenden Sonne beschienen wurde. Er tappte zu dem Ast und sprang mit einem Satz auf das moosbewachsene Holz. Es fühlte sich weich unter seinen Pfoten an.
Er sah noch einmal zu Sprenkel, die sich unter einem Busch zusammengerollt hatte, dann legte er sich auf den Ast, der zu seinem Erstaunen sehr bequem war. Und ehe er sich versah, war er eingeschlafen.

23. Kapitel

"HALLO, EICHE." Eiche wirbelte herum. Seine Pfoten standen in weichem, gesättigten Gras und es roch überall nach Beute. Offenbar war Eiche im Sternenclan Territorium. Er schaute sich um und entdeckte einen Blauen Pelz zwischen den Blättern eines Busches.
"Blaustern!" Eiche sprang erfreut in die Luft und lief auf die Sternenkätzin zu. Er dachte schon, er würde nie wieder eine Botschaft vom Sternenclan erhalten.
Seine Pfoten strichen durch das weiche Gras und der warme Wind zerzauste sein Fell. Das helle Licht des Mondes erleuchtete das Feld, und ließ den Pelz von Blaustern noch heller leuchten.
"Ich dachte schon, du würdest mich nie wieder besuchen.", sagte Eiche aufgeregt. Blaustern schnurrte. "Du bist weit gekommen. Uns einen besonderen Platz zum schlafen hast du auch noch gefunden", sagte sie und nickte anerkennend mit dem Kopf.
Eiche sah sich um. Er wusste nicht, wie weit er wirklich von Fuchs' Territorium entfernt war. Aber wenn Blaustern das sagte, dann musste er wirklich weit gekommen sein.
"Danke.", murmelte Eiche verlegen und sah die Sternenkriegerin an, "Aber warum bist du hier?"
Blaustern antwortete nicht sofort. Sie schien zu überlegen. "Um dir zu sagen, dass du das Ziel deiner Reise erreicht hast. Du hast den Mondast gefunden!", sagte sie schließlich.
Eiche stutzte. "Mondast. So etwas wie der Mondsee? Ein Ort, mit dem man besonders mit dem Sternenclan verbunden ist?", fragte Eiche. Blaustern schnurrte.
"So ist es.", sagte die Sternenkriegerin. Sie drehte sich um, und lief davon. Eiche rannte ihr nach. Sie konnte doch nicht gehen. "Warte!", rief er.
"Komm.", sagte sie nur und führte ihn in einen Wald. Eiche folgte ihr stumm und sah sich um. Der Wald wirkte so...lebendig. Grün. Grüner, als Eiche je einen Wald gesehen hatte, und er hatte auf seiner Reise viele Wälder gesehen.
"Wenn Clankaten sterben, kommen sie in den Sternenclan.", sagte Blaustern und machte eine Pause. Eiche wusste, dass tote Clankatzen in den Sternenclan kommen. Worauf wollte Blaustern hinaus?
"Wir wandeln gerade durch das Gebiet des Donnerclans.", sagte Blaustern, und als hätte sie es vorausgesehen, sprang ein Krieger aus den Schatten eines Baumes. Er hatte weißes Fell mit schwarzen Flecken. "Hallo, Wieselpfote!"
"Sei gegrüßt Blaustern.", miaute der Kater und neigte den Kopf, "Wen hast du denn da dabei?", fragte er.
"Ich zeige ihm nur ein bisschen den Sternenclan.", sagte Blaustern und weichte der Frage etwas aus. Wieselpfote beäugte Eiche neugierig. "Fühl dich wie Zuhause.", sagte er, an Eiche gerichtet. Eiche dankte Wieselpfote, indem er mit dem Kopf nickte.
"Bis heute Abend.", sagte er an Blaustern gerichtet und verschwand wieder im Unterholz. Blaustern seufzte.
"Was ist?", fragte Eiche. Blaustern verzog das Gesicht. "Er hätte noch so ein langes Leben haben können. Meiner Meinung hat der Sterneclan zu früh entschieden, ihn zu holen.", sagte sie wehmütig.
"Oh.", murmelte Eiche nur. Blausterns Gesicht hellte sich wieder ein bisschen auf. "Das wollte ich dir aber nicht zeigen. Wo waren wir? Ach ja! Donnerclan Gebiet. Komm mit."
Blaustern begann zu rennen. Eiche jagte ihr hinterher. Sie war wirklich schnell. Bäumen und Unterholz ausweichend hatte Eiche Mühe ihr zu folgen.
Trotzdem bemerkte Eiche, wo er gerade war. Der Sternenclan. Das Territorium war gefüllt mit Beute, und es schien niemals wirklich dunkel zu sein. Der Mond und die Sterne wirkten viel heller und nahbarer als sonst und das Gefühl der Zufriedenheit in seinem Bauch wuchs mit jedem Pfotenschritt, den er in diesem wundersamen Territorium ging.
Der ganze Wald war erfüllt von Leben. Vögel zwitscherten in den Baumkronen und man konnte Mäuse durch das Laub huschen hören. Eiche würde auf der ganzen Welt nie einen vergleichbaren Ort finden.
Die beiden Katzen erreichten schließlich einen Fluss. Wie im Wald auch schien der Fluss heller und reiner als jeder Fluss in den Territorien, in denen er schon gewandelt war. Wie ein magisches Tuch plätscherte er dahin, und in ihm konnte Eiche die Reflektion tausender Sterne sehen.
Auf der anderen Seite des Flusses hatten sich ein paar Katzen versammelt. Ein rotbrauner Kater sprang, als er Blaustern erblickte, in den Fluss und schwamm zu ihnen hinüber.
Eiche konnte schwimmen, hasste es aber. Er mochte es einfach nicht, wie das Wasser sein Fell tränkte und nach unten sog.
"Blaustern!", rief der Kater, der nun das Ufer erreicht hatte, an dem sich Eiche und Blaustern befanden.
"Eichenherz!", schnurrte sie erfreut. Eichenherz sah Eiche an und zuckte fragend mit den Schultern. "Das ist Eiche. Ihr zwei seid Namensgefärten.", sagte Blaustern.
Eichenherz schnurrte. "Merk dir das: Wenn du irgendwann Krieger werden solltest, sag deinem Anführer, dass du nicht Eichenherz heißen willst, sonst verwechselt man uns beide."
"Ich wird dran denken.". sagte Eiche beiläufig.
Blaustern schubste Eiche von Eichenherz weg. "Wir müssen weiter, aber wir sehen uns ja heute Abend!", rief sie dem rotbraunen Kater zu, der wieder zurück auf die andere Seite des Flusses schwamm.
"Was ist morgen Abend?", fragte Eiche. "Vollmond.", antworte Blaustern, "Und jetzt komm, wir haben nicht mehr viel Zeit. Bals geht die Sonne auf." Die beiden Katzen gingen weiter.
Blaustern zeigte Eiche das Flussclan Gebiet, das Windclan Gebiet und schließlich das Schattenclan Gebiet. Sie erklärte ihm beiläufig, dass sich im Sternenclan eh alle frei bewegen durften, und alle freundlich zu einander waren, egal aus welchen Clans sie kamen. Anders als bei den Clans auf der Erde.
Als die beiden Katzen schließlich wieder im Donnerclan Territorium angekommen waren, kam Eiche plötzlich eine Frage auf.
"Wo ist Mimi?", fragte er nachdenklich. Sie war keine Clankatze. Im Gegenteil, sie war ein Hauskätzchen und kam normalerweise nicht in den Sternenclan.
"Hab Geduld!", miaute Blaustern. Sie schlüpfte unter einem umgekippten Baumstamm hindurch und blieb stehen. Der Wald endete Abrupt und ein Hügel erhob sich vor Eiche.
"Was denkst du, was hinter diesem Hügel ist?", fragte Blaustern. Eiche überlegte. Was könnte dort denn so tolles und wichtiges sein?
"Ich weiß es nicht.", gestand er. Blaustern begann den Hügel hinaufzuklettern. Eiche kletterte hinterher und fragte einfach nicht weiter nach. Der Aufstieg war sehr mühselig, doch Eiche ahne nicht, was ihn am Ende erwartete.
Hinter dem Hügel erstreckte sich ein riesiges Gelände. Dort standen einzelne Bäume, Büsche und ein kleiner Bach, indem sich die Sterne spiegelten, schlängelte sich durch die Landschaft. Überall roch es nach Beute.
"Mimi ist scheinbar nicht hier.", sagte Blaustern, "Vielleicht geht sie gerade die anderen Clans besuchen."
Eiche sah zu der Sternenkätzin. Sie begann sich in Luft aufzulösen.
Oh nein, nicht jetzt!, dachte Eiche genervt. Doch er ließ es geschehen. Er würde sowieso nichts daran ändern können.
Blaustern erhob noch ein letztes mal das Wort: "Jeder Clan hat sein eigenes Territorium im Sternenclan. Und in den SternenClan kommen nur Clankatzen. Merke dir das, Eiche."
Blaustern löste sich auf und Eiche wurde aus dem Bann des Sternenclans wieder in die Wirklichkeit gezogen.

folgt^^

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Die Umfrage wurde am 16. Januar 2018 um 14:02 erstellt. Bisher haben 4 Nutzer abgestimmt.


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»Ich bin der König der Welt«


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